{"id":51470,"date":"2019-05-21T18:37:41","date_gmt":"2019-05-21T16:37:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=51470"},"modified":"2019-05-21T18:37:41","modified_gmt":"2019-05-21T16:37:41","slug":"rechtsprechungsaenderung-zur-sog-sperrwirkung-nach-art-9-abs-1-oecd-mustabk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/rechtsprechungsaenderung-zur-sog-sperrwirkung-nach-art-9-abs-1-oecd-mustabk\/","title":{"rendered":"Rechtsprechungs\u00e4nderung zur sog. Sperrwirkung nach Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Wird die gewinnmindernde Ausbuchung eines unbesicherten Konzerndarlehens nach \u00a7 1 Abs. 1 AStG neutralisiert, ist diese Eink\u00fcnftekorrektur entgegen der bisherigen Rechtsprechung nicht nach Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk gesperrt, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 27. Februar 2019 I R 73\/16 entschieden hat.<\/h2>\n<\/article>\n<article>In dem Fall des BFH, der das Jahr 2005 betrifft, f\u00fchrte eine deutsche GmbH f\u00fcr eine belgische Tochtergesellschaft ein nicht besichertes Verrechnungskonto. Nachdem die belgische Tochtergesellschaft in wirtschaftliche Schieflage geraten war, verzichtete die GmbH auf ihre Forderung aus dem Verrechnungskonto und buchte diese in ihrer Bilanz gewinnmindernd aus. Das Finanzamt neutralisierte diese Gewinnminderung jedoch nach \u00a7 1 Abs. 1 AStG. Das Finanzgericht (FG) sah die Sache im Einklang mit der bisherigen Rechtsprechung des BFH allerdings anders und gab der Klage statt.<\/p>\n<p>Bisher ging der BFH f\u00fcr Sachverhalte, die einem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) unterliegen, davon aus, dass sich Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk auf sog. Preisberichtigungen beschr\u00e4nke, wohingegen die Neutralisation der gewinnmindernden Ausbuchung einer Darlehensforderung oder eine Teilwertabschreibung ausgeschlossen sei (sog. Sperrwirkung).<\/p>\n<p>Der BFH beurteilt dies nunmehr anders und hat das Urteil des FG aufgehoben. Zwar k\u00f6nne in der Revisionsinstanz nicht mehr gekl\u00e4rt werden, ob es sich wirklich um ein steuerrechtlich anzuerkennendes Darlehen oder um Eigenkapital der belgischen Tochtergesellschaft gehandelt habe. Dies k\u00f6nne jedoch dahinstehen, da die gewinnmindernde Ausbuchung durch die deutsche GmbH jedenfalls nach \u00a7 1 Abs. 1 AStG zu korrigieren sei. Die fehlende Besicherung stelle eine nicht fremd\u00fcbliche (Darlehens-)Bedingung dar. Eine Beschr\u00e4nkung auf sog. Preisberichtigungen lasse sich weder dem Wortlaut noch dem Sinn und Zweck des Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk entnehmen. Auch das Unionsrecht stehe der Eink\u00fcnftekorrektur nicht entgegen.<\/p>\n<p>Die Entscheidung hat erhebliche Auswirkung auf die Finanzierung ausl\u00e4ndischer Tochtergesellschaften durch inl\u00e4ndische Gesellschafter. In einer Reihe weiterer F\u00e4lle wird der BFH demn\u00e4chst die neuen Grunds\u00e4tze konkretisieren.<\/p>\n<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 29\/19 vom 15.05.2019 zum Urteil I R 73\/16 vom 27.02.2019<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird die gewinnmindernde Ausbuchung eines unbesicherten Konzerndarlehens nach \u00a7 1 Abs. 1 AStG neutralisiert, ist diese Eink\u00fcnftekorrektur entgegen der bisherigen Rechtsprechung nicht nach Art. 9 Abs. 1 OECD-MustAbk gesperrt, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 27. Februar 2019 I R 73\/16 entschieden hat. 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