{"id":51861,"date":"2019-06-08T13:51:33","date_gmt":"2019-06-08T11:51:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=51861"},"modified":"2019-06-08T13:51:33","modified_gmt":"2019-06-08T11:51:33","slug":"veraeusserung-von-miteigentumsanteilen-als-lieferung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/veraeusserung-von-miteigentumsanteilen-als-lieferung\/","title":{"rendered":"Ver\u00e4u\u00dferung von Miteigentumsanteilen als Lieferung"},"content":{"rendered":"<article>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<article>\n<h3>I. Grunds\u00e4tze des BFH-Urteils<\/h3>\n<p>Mit Urteil vom 18. Februar 2016, V R 53\/14, geht der BFH unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung davon aus, dass der Miteigentumsanteil an einem Gegenstand geliefert wird.<\/p>\n<p>Der BFH h\u00e4lt eine Beurteilung der \u00dcbertragung des Miteigentumsanteils an einem Gegenstand als sonstige Leistung als nicht mit Unionsrecht vereinbar und verweist hierzu auf das Urteil des EuGH vom 15. Dezember 2005, C-63\/04, Centralan Property Ltd.<\/p>\n<p>Die Aufspaltung der Verf\u00fcgungsmacht an einem Gegenstand mit der Folge, dass mehrere Personen das Recht innehaben, \u00fcber einen Gegenstand wie ein Eigent\u00fcmer zu verf\u00fcgen, entspreche damit der Rechtsposition des Miteigent\u00fcmers, der nach \u00a7 747 BGB \u00fcber seinen Miteigentumsanteil frei verf\u00fcgen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Miteigentum nach Bruchteilen sei seinem Wesen nach dem Alleineigentum gleichartig, sodass der Miteigent\u00fcmer dieselbe Rechtsposition habe wie ein Eigent\u00fcmer (BGH-Urteil vom 10. Mai 2007, V ZB 6\/07, BGHZ 172, 209-218). Best\u00e4tigt werde diese Auffassung dadurch, dass das Miteigentum als Bruchteil an einem Gegenstand im Wirtschaftsleben wie ein Gegenstand behandelt werde.<\/p>\n<p>Das BFH-Urteil vom 18. Februar 2016, V R 53\/14, wird im Bundessteuerblatt Teil II ver\u00f6f-fentlicht.<\/p>\n<h3>II. \u00c4nderung des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses<\/h3>\n<p>Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Er\u00f6rterungen mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder wird der Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) vom 1. Oktober 2010, BStBl I S. 864, der zuletzt durch das BMF-Schreiben vom vom 2. Januar 2019 &#8211; III C 2 &#8211; S-7244 \/ 07 \/ 10007 (2018\/0944198), BStBl I S. 17, ge\u00e4ndert worden ist, wie folgt ge\u00e4ndert:<\/p>\n<p>1. Abschnitt 3.5 wird wie folgt ge\u00e4ndert:<\/p>\n<p>a) In Absatz 2 wird in der Nummer 5 der Punkt am Ende durch ein Semikolon ersetzt und folgende Nummer 6 angef\u00fcgt:<\/p>\n<p><b>\u201e6.\u00a0<sup>1<\/sup>die \u00dcbertragung von Miteigentumsanteilen (Bruchteilseigentum) an einem Gegenstand im Sinne des \u00a7 3 UStG (vgl. BFH-Urteil vom 18. Februar 2016, V R 53\/14, BStBl 2019 II S. XXX) &#8211; siehe auch f\u00fcr Anlagegold Abschnitt 25c.1.\u00a0<sup>2<\/sup>Zur \u00dcbertragung eines Miteigentumsanteils zur Sicherheit vgl. Abschnitt 3.1 Abs. 3 Satz 1 und Abschnitt 1.2 Abs. 1.\u201c<\/b><\/p>\n<p>b) In Absatz 3 wird Nummer 2 gestrichen.<\/p>\n<h3>III. Anwendungsregelung<\/h3>\n<p>Die Grunds\u00e4tze dieses Schreibens sind in allen offenen F\u00e4llen anzuwenden. Bei vor dem [Datum der Ver\u00f6ffentlichung im BStBl] ausgef\u00fchrten Leistungen wird es jedoch &#8211; auch f\u00fcr Zwecke des Vorsteuerabzugs &#8211; nicht beanstandet, wenn zwischen den Beteiligten entsprechend der bisherigen Verwaltungsauffassung \u00fcbereinstimmend von sonstigen Leistungen ausgegangen wird.<\/p>\n<p>Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<div class=\"clearfix\">\n<h1><\/h1>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>BFH-Urteil vom 18. Februar 2016, V R 53\/14<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BMF, Schreiben (koordinierter L\u00e4ndererlass) III C 2 &#8211; S-7100 \/ 19 \/ 10002 :002 vom 23.05.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; I. Grunds\u00e4tze des BFH-Urteils Mit Urteil vom 18. Februar 2016, V R 53\/14, geht der BFH unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung davon aus, dass der Miteigentumsanteil an einem Gegenstand geliefert wird. 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