{"id":52250,"date":"2019-06-30T12:57:28","date_gmt":"2019-06-30T10:57:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=52250"},"modified":"2019-06-30T12:57:28","modified_gmt":"2019-06-30T10:57:28","slug":"gattungsbezeichnung-bei-textilien-ist-keine-ordnungsgemaesse-leistungsbeschreibung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gattungsbezeichnung-bei-textilien-ist-keine-ordnungsgemaesse-leistungsbeschreibung\/","title":{"rendered":"Gattungsbezeichnung bei Textilien ist keine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Leistungsbeschreibung"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Mit Urteil vom 14. M\u00e4rz 2019 (Az. 5 K 3770\/17 U) hat der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster entschieden, dass auch bei Textilien im Niedrigpreissegment die blo\u00dfe Gattungsbezeichnung (z.B. \u201eT-Shirts\u201c oder \u201eJacken\u201c) keine ordnungsgem\u00e4\u00dfe Leistungsbeschreibung darstellt, so dass der Leistungsempf\u00e4nger nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist.<\/span><\/h1>\n<\/article>\n<article>Der Kl\u00e4ger betreibt einen Gro\u00dfhandel mit Textilien. Das Finanzamt k\u00fcrzte im Rahmen einer Umsatzsteuersonderpr\u00fcfung den vom Kl\u00e4ger geltend gemachten Vorsteuerabzug aus diversen Rechnungen aufgrund mangelhafter Warenbezeichnungen. Hierbei handelt es sich um Rechnungen, bei denen die Waren lediglich mit Stichworten wie \u201eBlusen\u201c, \u201eJacken\u201c, \u201ePullover\u201c, \u201eT-Shirts\u201c, \u201eTops\u201c oder \u201eR\u00f6cke\u201c bezeichnet werden. Hiergegen wandte der Kl\u00e4ger ein, dass im Textilgro\u00dfhandel insbesondere im Niedrigpreissektor detailliertere Bezeichnungen nicht handels\u00fcblich seien.<\/p>\n<p>Dem ist der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster nicht gefolgt und hat die Klage abgewiesen. Die Rechnungen enthielten keine hinreichenden Leistungsbeschreibungen und berechtigten daher nicht zum Vorsteuerabzug. Eine Rechnung m\u00fcsse Angaben tats\u00e4chlicher Art enthalten, welche die Identifizierung der Leistung erm\u00f6glichen, um eine mehrfache Abrechnung der Leistung auszuschlie\u00dfen. Daher m\u00fcsse der Leistungsgegenstand eine eindeutige und leicht nachpr\u00fcfbare Feststellung der Leistung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Dies erfordere insbesondere eine handels\u00fcbliche Bezeichnung der Leistung, was bei lediglich abstrakten Warenbezeichnungen wie in den streitbefangenen Rechnungen nicht der Fall sei. Eine eindeutige und leicht nachpr\u00fcfbare Identifizierung der einzelnen Leistungen lasse sich anhand dieser Bezeichnungen nicht vornehmen. Die Waren h\u00e4tten vielmehr weitergehend umschrieben werden m\u00fcssen, etwa nach Hersteller, Modelltyp, Schnittform, Material, Muster, Farbe, Gr\u00f6\u00dfe oder unter Bezugnahme auf eine Artikel- oder Chargennummer. Die Angabe zumindest gewisser solcher Merkmale sei auch im Niedrigpreissektor zumutbar, denn auch der Weiterverkauf an Endverbraucher in einem Ladenlokal erfordere eine Sortierung nach Modelltypen und Gr\u00f6\u00dfen. Andere Unterlagen zur Identifizierung der Leistungen habe der Kl\u00e4ger nicht vorgelegt.<\/p>\n<p>Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 17.06.2019 zum Urteil 5 K 3770\/17 vom 14.03.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 14. 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