{"id":52375,"date":"2019-07-05T17:22:09","date_gmt":"2019-07-05T15:22:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=52375"},"modified":"2019-07-05T17:22:09","modified_gmt":"2019-07-05T15:22:09","slug":"krankenversicherung-der-rentner-fuer-beamtengattin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/krankenversicherung-der-rentner-fuer-beamtengattin\/","title":{"rendered":"Krankenversicherung der Rentner f\u00fcr Beamtengattin?"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Auch unter Anrechnung von Kindererziehungszeiten kann eine privat krankenversicherte Beamtengattin nicht in die KVdR wechseln. Dieses hat das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in seinem Urteil vom 09.05.2019 best\u00e4tigt (Az. L 5 KR 658\/18).<\/span><\/h1>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin erzog sechs Kinder. In der Zeit von 1990 bis 2000 war sie aufgrund ihrer Berufst\u00e4tigkeit bei der beklagten Krankenkasse gesetzlich versichert. Seit 2001 verf\u00fcgt sie \u00fcber ihren Ehemann, einen zwischenzeitlich pensionierten Beamten, \u00fcber einen Beihilfeanspruch i. H. v. 70 %. Im Umfang der restlichen 30 % unterh\u00e4lt sie eine private Krankenversicherung. Seit 2008 bezieht die Kl\u00e4gerin Altersrente. Nach der Neuregelung des \u00a7 5 Abs. 2 Satz 3 Sozialgesetzbuch F\u00fcnftes Buch (SGB V) zum 01.08.2017 beantragte sie die Aufnahme in die Krankenversicherung der Rentner (KVdR), was die Beklagte ablehnte.<\/p>\n<p>Auch das LSG hat nun festgestellt, dass die Kl\u00e4gerin nicht von der Gesetzes\u00e4nderung profitiere. Zwar seien danach f\u00fcr die Erziehung pro Kind drei Jahre auf die f\u00fcr die Aufnahme in die KVdR erforderliche Mitgliedszeit anzurechnen. Allerdings schlie\u00dfe \u00a7 6 Abs. 3a SGB V eine Mitgliedschaft aus, denn die Kl\u00e4gerin sei am 01.08.2017 bereits \u00e4lter als 55 Jahre und in den letzten f\u00fcnf Jahren zuvor nicht gesetzlich versichert gewesen. Zudem werde ihr die Versicherungsfreiheit ihres Ehemannes zugerechnet.<\/p>\n<p>Die Neuerung hinsichtlich der Erziehungszeiten \u00e4ndere nichts am Ziel der Ausschlussregelung, die Beitragszahler vor einer unzumutbaren Belastung infolge eines Wechsels zwischen den Versicherungssystemen der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung zu sch\u00fctzen. Es sei verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn derjenige versicherungsfrei sein solle, der der Sph\u00e4re der privaten Krankenversicherung zuzuordnen sei und gerade nicht \u00fcber einen ausreichenden Bezug zur gesetzlichen Krankenversicherung verf\u00fcge, wie dies bei Ehegatten von Beamten (bzw. Pension\u00e4ren) der Fall sei. Die Ausdehnung der Versicherungsfreiheit auf diese sei auch nicht gleichheitswidrig. Da es sich bei der Sicherung der finanziellen Stabilit\u00e4t und damit der Funktionsf\u00e4higkeit der gesetzlichen Krankenversicherung um einen \u00fcberragend wichtigen Gemeinwohlbelang handele, k\u00f6nne der Gesetzgeber den Kreis der Pflichtversicherten so abgrenzen, wie es f\u00fcr die Begr\u00fcndung einer leistungsf\u00e4higen Solidargemeinschaft erforderlich sei.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 02.07.2019 zum Urteil L 5 KR 658\/18 vom 09.05.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch unter Anrechnung von Kindererziehungszeiten kann eine privat krankenversicherte Beamtengattin nicht in die KVdR wechseln. Dieses hat das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in seinem Urteil vom 09.05.2019 best\u00e4tigt (Az. L 5 KR 658\/18). Die Kl\u00e4gerin erzog sechs Kinder. 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