{"id":52937,"date":"2019-07-29T11:43:17","date_gmt":"2019-07-29T09:43:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=52937"},"modified":"2019-07-29T11:43:17","modified_gmt":"2019-07-29T09:43:17","slug":"spazierengehen-in-der-mittagspause-ist-nicht-unfallversichert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/spazierengehen-in-der-mittagspause-ist-nicht-unfallversichert\/","title":{"rendered":"Spazierengehen in der Mittagspause ist nicht unfallversichert"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><\/h1>\n<\/article>\n<article>\n<h3>Berufsgenossenschaft muss keinen Arbeitsunfall anerkennen<\/h3>\n<p>Arbeitnehmer sind gesetzlich unfallversichert, solange sie eine betriebsdienliche T\u00e4tigkeit verrichten. Spazierengehen in einer Arbeitspause stellt jedoch eine eigenwirtschaftliche Verrichtung dar. Verungl\u00fcckt ein Versicherter hierbei, ist dies daher kein Arbeitsunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung. Dies entschied in einem am 24. Juli 2019 ver\u00f6ffentlichten Urteil der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichts.<\/p>\n<h3>Angestellter verletzt sich beim Spaziergang in der Mittagspause<\/h3>\n<p>Ein 1962 geborener Versicherter arbeitete als Fondsmanager bei einer Investmentgesellschaft. Seine Arbeitszeiten konnte er weitgehend frei bestimmen. Als er mittags das Firmengeb\u00e4ude f\u00fcr einen Spaziergang verlie\u00df, stolperte er \u00fcber eine Steinplatte und verletzte sich an Handgelenken und Knie. Die Berufsgenossenschaft anerkannte dies nicht als Arbeitsunfall. Der Versicherte sei w\u00e4hrend einer Pause verungl\u00fcckt, die ein eigenwirtschaftliches Gepr\u00e4ge gehabt habe. Der Versicherte wandte hiergegen ein, dass aufgrund seiner Arbeitsbelastung die Pause zur Fortsetzung der Arbeit erforderlich gewesen sei.<\/p>\n<h3>Spaziergang in der Arbeitspause ist nicht gesetzlich unfallversichert<\/h3>\n<p>Die Richter beider Instanzen folgten im Ergebnis der Rechtsauffassung der Berufsgenossenschaft. Die T\u00e4tigkeit des Versicherten sei im Unfallzeitpunkt eine eigenwirtschaftliche Verrichtung gewesen, die nicht gesetzlich unfallversichert sei. Spazierengehen sei keine Haupt- oder Nebenpflicht aus dem Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis des Versicherten.<\/p>\n<p>Ferner bestehe eine arbeitsrechtliche Verpflichtung zu gesundheitsf\u00f6rdernden, der Aufrechterhaltung der Arbeitsf\u00e4higkeit dienenden Handlungen prinzipiell nicht.<\/p>\n<p>Spazierengehen sei vielmehr eine privatn\u00fctzige Verrichtung, vergleichbar mit Einkaufen, Essen, Trinken, Joggen und Fernsehen. Der Versicherte sei auch keiner besonderen betrieblichen Belastung ausgesetzt gewesen, die ausnahmsweise einen Versicherungsschutz f\u00fcr den Spaziergang begr\u00fcnden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Die Revision wurde nicht zugelassen.<\/p>\n<h3>Hinweis zur Rechtslage<\/h3>\n<p class=\"opening\">\u00a7 2 Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII)<\/p>\n<p>(1) Kraft Gesetzes sind versichert<\/p>\n<p>1. Besch\u00e4ftigte, (&#8230;)<\/p>\n<p class=\"opening\">\u00a7 8 SGB VII<\/p>\n<p>(1) Arbeitsunf\u00e4lle sind Unf\u00e4lle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz (&#8230;) begr\u00fcndenden T\u00e4tigkeit (versicherte T\u00e4tigkeit). (&#8230;)<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0LSG Hessen, Pressemitteilung vom 24.07.2019 zum Urteil L 9 U 208\/17 vom 14.06.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berufsgenossenschaft muss keinen Arbeitsunfall anerkennen Arbeitnehmer sind gesetzlich unfallversichert, solange sie eine betriebsdienliche T\u00e4tigkeit verrichten. Spazierengehen in einer Arbeitspause stellt jedoch eine eigenwirtschaftliche Verrichtung dar. Verungl\u00fcckt ein Versicherter hierbei, ist dies daher kein Arbeitsunfall im Sinne der gesetzlichen Unfallversicherung. Dies entschied in einem am 24. Juli 2019 ver\u00f6ffentlichten Urteil der 9. 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