{"id":53105,"date":"2019-08-05T10:49:10","date_gmt":"2019-08-05T08:49:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=53105"},"modified":"2019-08-05T10:49:10","modified_gmt":"2019-08-05T08:49:10","slug":"wiedereinsetzung-bei-versendung-von-schriftsaetzen-mit-dem-besonderen-elektronischen-anwaltspostfach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wiedereinsetzung-bei-versendung-von-schriftsaetzen-mit-dem-besonderen-elektronischen-anwaltspostfach\/","title":{"rendered":"Wiedereinsetzung bei Versendung von Schrifts\u00e4tzen mit dem besonderen elektronischen Anwaltspostfach"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2>Wird ein aus dem besonderen elektronischen Anwaltspostfach (beA) versandter fristwahrender Schriftsatz von dem justizinternen Server nicht weitergeleitet, weil die Dateibezeichnung unzul\u00e4ssige Zeichen enth\u00e4lt, kann Wiedereinsetzung in den vorigen Stand von Amts wegen gew\u00e4hrt werden. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Beschluss vom 5. Juni 2019 &#8211; IX B 121\/18 entschieden.<\/h2>\n<\/article>\n<article>Im Streitfall nutzte der Prozessbevollm\u00e4chtigte f\u00fcr die Versendung der Beschwerdebegr\u00fcndung einer Nichtzulassungsbeschwerde die von der Bundesrechtsanwaltskammer zur Verf\u00fcgung gestellte Webanwendung f\u00fcr das beA. Zur Bezeichnung der Datei verwendete der Prozessbevollm\u00e4chtigte unzul\u00e4ssige Umlaute und Sonderzeichen. Daher wurde die Nachricht auf einem justizinternen Server angehalten, in einen Bereich f\u00fcr Nachrichten mit unzul\u00e4ssigen Dateibezeichnungen verschoben und nicht an den BFH weitergeleitet. Auf diesen Server hatten weder der Bevollm\u00e4chtigte noch der BFH Zugriff. Die f\u00fcr die Versendung genutzte beA-Anwendung wies den Prozessbevollm\u00e4chtigten weder auf die unzul\u00e4ssige Dateibezeichnung noch auf den nicht erfolgten Zugang hin. Stattdessen erhielt er die Mitteilung, die Nachricht sei erfolgreich versandt worden und dem Empf\u00e4nger zugegangen. Nachdem der Prozessbevollm\u00e4chtigte seitens des BFH auf die Fristvers\u00e4umung hingewiesen wurde, versandte er die Beschwerdebegr\u00fcndung erneut.Der BFH hat mit seinem Beschluss Wiedereinsetzung in den vorigen Stand von Amts wegen gew\u00e4hrt, da die Fristvers\u00e4umung unverschuldet war. Der Prozessbevollm\u00e4chtigte habe die Beschwerdebegr\u00fcndung rechtzeitig versandt. F\u00fcr ihn sei nicht erkennbar gewesen, dass die Nachricht in der Folge der unzul\u00e4ssigen Dateibezeichnung nicht zugegangen war. Zwar werde in Erl\u00e4uterungen zum beA darauf hingewiesen, dass Umlaute und Sonderzeichen in Dateibezeichnungen zu vermeiden seien. Es werde aber nicht eindeutig erl\u00e4utert, welche Folgen dies habe.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 48\/19 vom 02.08.2019 zum Beschluss IX B 121\/18 vom 05.06.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird ein aus dem besonderen elektronischen Anwaltspostfach (beA) versandter fristwahrender Schriftsatz von dem justizinternen Server nicht weitergeleitet, weil die Dateibezeichnung unzul\u00e4ssige Zeichen enth\u00e4lt, kann Wiedereinsetzung in den vorigen Stand von Amts wegen gew\u00e4hrt werden. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Beschluss vom 5. Juni 2019 &#8211; IX B 121\/18 entschieden. 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