{"id":53476,"date":"2019-08-22T17:27:21","date_gmt":"2019-08-22T15:27:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=53476"},"modified":"2019-08-22T17:27:21","modified_gmt":"2019-08-22T15:27:21","slug":"pruefingenieure-ueben-eine-freiberufliche-taetigkeit-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/pruefingenieure-ueben-eine-freiberufliche-taetigkeit-aus\/","title":{"rendered":"Pr\u00fcfingenieure \u00fcben eine freiberufliche T\u00e4tigkeit aus"},"content":{"rendered":"<article><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Pr\u00fcfingenieure, die Hauptuntersuchungen und Sicherheitspr\u00fcfungen durchf\u00fchren, erzielen Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit. Voraussetzung ist allerdings, dass sie insoweit leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig werden. Hieran fehlt es bei einer Personengesellschaft, deren Gesellschafter zwar Pr\u00fcfingenieure sind, die jedoch den \u00fcberwiegenden Teil der Pr\u00fcft\u00e4tigkeiten durch angestellte Pr\u00fcfingenieure durchf\u00fchren l\u00e4sst und sie dabei nur stichprobenartig \u00fcberwacht. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 14. Mai 2019 &#8211; VIII R 35\/16 zu \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entschieden.<\/span><\/p>\n<\/article>\n<article>Im Streitfall f\u00fchrte die Kl\u00e4gerin, eine Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts, unter anderem Haupt- und Abgasuntersuchungen durch. Ihre Gesellschafter waren selbst Pr\u00fcfingenieure. Den \u00fcberwiegenden Teil der im Streitjahr 2009 durchgef\u00fchrten Haupt- und Abgasuntersuchungen hatten allerdings die drei bei der Kl\u00e4gerin angestellten Pr\u00fcfingenieure \u00fcbernommen. Das Finanzamt war der Meinung, die Kl\u00e4gerin erziele gewerbliche Eink\u00fcnfte und setzte dementsprechend auch Gewerbesteuer fest. Dies hat der BFH in seiner aktuellen Entscheidung als zutreffend best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Der BFH hat zwar die T\u00e4tigkeit der Gesellschafter der Kl\u00e4gerin als freiberuflich beurteilt, soweit sie selbst Hauptuntersuchungen durchgef\u00fchrt hatten. Soweit die Kl\u00e4gerin den \u00fcberwiegenden Teil der Pr\u00fcft\u00e4tigkeiten durch angestellte Pr\u00fcfingenieure habe durchf\u00fchren lassen, fehle es jedoch an einer eigenverantwortlichen T\u00e4tigkeit der Gesellschafter. Die angestellten Pr\u00fcfingenieure h\u00e4tten die Hauptuntersuchungen eigenst\u00e4ndig durchgef\u00fchrt und seien dabei lediglich stichprobenartig von den Gesellschaftern der Kl\u00e4gerin \u00fcberwacht worden. Die Kl\u00e4gerin erziele daher insgesamt gewerbliche Eink\u00fcnfte (\u00a7 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG).<\/p>\n<p>Der BFH betont, dass eine gem. \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG unsch\u00e4dliche Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskr\u00e4fte auch f\u00fcr technische Berufe wie den des Ingenieurs voraussetzt, dass die Leistung als solche des Berufstr\u00e4gers erkennbar und ihm damit pers\u00f6nlich zurechenbar ist. \u00a7 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG erm\u00e4chtige weder dazu, Routineaufgaben vollst\u00e4ndig auf einen angestellten Berufstr\u00e4ger zu delegieren, noch dem Berufstr\u00e4ger eine T\u00e4tigkeit als eigene zuzurechnen, die tats\u00e4chlich ein anderer, angestellter Berufstr\u00e4ger eigenst\u00e4ndig ausf\u00fchre und zu verantworten habe. Dies gelte auch f\u00fcr Pr\u00fcfingenieure, obwohl deren T\u00e4tigkeit weitgehend gesetzlich geregelt sei und daher umfassende Kontrollma\u00dfnahmen ebenso ausgeschlossen seien wie die Festlegung von Untersuchungsmethoden oder -inhalten.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 54\/19 vom 22.08.2019 zum Urteil VIII R 35\/16 vom 14.05.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00fcfingenieure, die Hauptuntersuchungen und Sicherheitspr\u00fcfungen durchf\u00fchren, erzielen Eink\u00fcnfte aus selbst\u00e4ndiger Arbeit. Voraussetzung ist allerdings, dass sie insoweit leitend und eigenverantwortlich t\u00e4tig werden. Hieran fehlt es bei einer Personengesellschaft, deren Gesellschafter zwar Pr\u00fcfingenieure sind, die jedoch den \u00fcberwiegenden Teil der Pr\u00fcft\u00e4tigkeiten durch angestellte Pr\u00fcfingenieure durchf\u00fchren l\u00e4sst und sie dabei nur stichprobenartig \u00fcberwacht. 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