{"id":53502,"date":"2019-08-22T17:36:15","date_gmt":"2019-08-22T15:36:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=53502"},"modified":"2019-08-22T17:36:15","modified_gmt":"2019-08-22T15:36:15","slug":"bfh-keine-rueckstellung-fuer-aufbewahrungskosten-von-mandantendaten-im-datev-rechenzentrum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-keine-rueckstellung-fuer-aufbewahrungskosten-von-mandantendaten-im-datev-rechenzentrum\/","title":{"rendered":"BFH: Keine R\u00fcckstellung f\u00fcr Aufbewahrungskosten von Mandantendaten im DATEV-Rechenzentrum"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><\/h1>\n<\/article>\n<article>Die Kosten einer 10-j\u00e4hrigen Aufbewahrung von Mandantendaten und Handakten im DATEV-Rechenzentrum sind bei einer Wirtschaftspr\u00fcfungs- und Steuerberatungsgesellschaft nicht r\u00fcckstellungsf\u00e4hig. Nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 13. Februar 2019 XI R 42\/17 fehlt es an einer \u00f6ffentlich-rechtlichen wie auch an einer zivilrechtlichen Verpflichtung zur Datenaufbewahrung.<\/p>\n<p>Die klagende GmbH hatte in ihrem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 eine R\u00fcckstellung f\u00fcr Aufbewahrungsverpflichtungen angesetzt. Diese bezogen sich auf Aufwendungen im Zusammenhang mit der Aufbewahrung von sog. Mandantendaten im DATEV-Rechenzentrum. F\u00fcr die \u201eMandantendatenarchivierung\u201c legte sie je Mandant das pauschal an die DATEV eG zu zahlende Entgelt zugrunde. Bei der Ermittlung ber\u00fccksichtigte sie Abschl\u00e4ge f\u00fcr Mandanten, die ihre Daten auf einer Speicher-DVD sichern lie\u00dfen, wie auch f\u00fcr Mandatsbeendigungen innerhalb des 10-j\u00e4hrigen Aufbewahrungszeitraums. Die Kl\u00e4gerin machte geltend, dass die zu zahlenden Betr\u00e4ge mit den Mandantenhonoraren f\u00fcr die laufende Buchf\u00fchrung oder f\u00fcr die Erstellung des Jahresabschlusses abgegolten seien. Sie k\u00f6nnten nach der Steuerberaterverg\u00fctungsverordnung nicht gesondert berechnet werden.<\/p>\n<p>Der BFH folgte dem &#8211; ebenso wie das zuvor angerufene Finanzgericht (FG) &#8211; nicht. Nach dem Urteil des BFH ist eine R\u00fcckstellung f\u00fcr eine ungewisse Verbindlichkeit nicht einkommensmindernd anzusetzen. F\u00fcr sog. Arbeitsergebnisse, die die Kl\u00e4gerin im Rahmen ihrer vertraglichen Verpflichtung als Steuerberaterin erstellt hat und die mit der Bezahlung der daf\u00fcr vereinbarten Verg\u00fctung Eigentum des jeweiligen Mandanten geworden sind, folgt aus \u00a7 66 des Steuerberatungsgesetzes keine (\u00f6ffentlich-rechtliche) Verpflichtung zur Aufbewahrung durch den Berufstr\u00e4ger. Sollte die Kl\u00e4gerin eine \u00f6ffentlich-rechtliche Verpflichtung des jeweiligen Mandanten erf\u00fcllt haben, erlaubt auch dies keine R\u00fcckstellungsbildung. Dar\u00fcber hinaus hatte sich die Kl\u00e4gerin nach den Feststellungen des FG auch nicht zivilrechtlich gegen\u00fcber ihren Mandanten zur Aufbewahrung verpflichtet.<\/p>\n<p>Das Urteil des BFH ber\u00fchrt die Frage der Abzugsf\u00e4higkeit der Archivierungsaufwendungen als Betriebsausgaben nicht. Der BFH versagt vielmehr die M\u00f6glichkeit, die Aufwendungen in einem Betrag (als Summe eines 10 Jahre betreffenden Aufwands) \u00fcber den Weg der R\u00fcckstellung wegen einer ungewissen Verbindlichkeit sofort einkommensmindernd geltend zu machen.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 49\/19 vom 08.08.2019 zum Urteil XI R 42\/17 vom 13.02.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kosten einer 10-j\u00e4hrigen Aufbewahrung von Mandantendaten und Handakten im DATEV-Rechenzentrum sind bei einer Wirtschaftspr\u00fcfungs- und Steuerberatungsgesellschaft nicht r\u00fcckstellungsf\u00e4hig. 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