{"id":53759,"date":"2019-09-03T18:26:04","date_gmt":"2019-09-03T16:26:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=53759"},"modified":"2019-09-03T18:26:04","modified_gmt":"2019-09-03T16:26:04","slug":"bfh-zur-riesterrente-rueckforderung-von-altersvorsorgezulagen-vom-zulageempfaenger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-zur-riesterrente-rueckforderung-von-altersvorsorgezulagen-vom-zulageempfaenger\/","title":{"rendered":"BFH zur Riesterrente: R\u00fcckforderung von Altersvorsorgezulagen vom Zulageempf\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<article>\n<h4>R\u00fcckzahlung von Altersvorsorgezulagen<\/h4>\n<\/article>\n<article>Ist ein Altersvorsorgevertrag \u00fcber eine sog. Riesterrente vom Anbieter abgewickelt worden, kann die Zentrale Zulagenstelle f\u00fcr Altersverm\u00f6gen (ZfA) rechtsgrundlos geleistete Zulagebetr\u00e4ge vom Zulageempf\u00e4nger zur\u00fcckfordern. Nach dem zu \u00a7 37 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) ergangenen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Juli 2019 &#8211; X R 35\/17 kommt es auf ein Verschulden des Zulageempf\u00e4ngers nicht an.<\/p>\n<p>Im Streitfall hatte die Kl\u00e4gerin bei einem Anbieter einen zertifizierten Altersvorsorgevertrag abgeschlossen. Aufgrund der Angabe des Anbieters, die Kl\u00e4gerin sei unmittelbar zulageberechtigt, zahlte die ZfA j\u00e4hrlich Zulagebetr\u00e4ge, die der Anbieter dem Konto der Kl\u00e4gerin gutschrieb. Nach Beendigung des Altersvorsorgevertrages stellte die ZfA im Rahmen einer \u00dcberpr\u00fcfung die fehlende Zulageberechtigung der Kl\u00e4gerin f\u00fcr drei Beitragsjahre fest und forderte die insoweit gew\u00e4hrten Altersvorsorgezulagen von ihr zur\u00fcck. Den Einwand der Kl\u00e4gerin, sie treffe kein Verschulden, da die unzutreffenden Zulageantr\u00e4ge von ihrem Anbieter herr\u00fchrten und die ZfA die Auszahlungen ohne inhaltliche Pr\u00fcfung vorgenommen habe, lie\u00df das FG nicht gelten. Es war vielmehr der Ansicht, die Voraussetzungen f\u00fcr die Inanspruchnahme der Kl\u00e4gerin auf R\u00fcckzahlung l\u00e4gen vor.<\/p>\n<p>Der BFH hat die Vorentscheidung best\u00e4tigt. \u00a7 37 Abs. 2 AO \u00fcber die Erstattung rechtsgrundlos gezahlter Leistungen sei auch bei Altersvorsorgezulagen anzuwenden, da speziellere Regelungen &#8211; jedenfalls nach der bis zum 31.12.2017 geltenden Rechtslage &#8211; nicht eingriffen. Insbesondere komme eine R\u00fcckforderung \u00fcber den Anbieter (vgl. \u00a7 90 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes) nicht in Betracht, da das Konto der Kl\u00e4gerin beim Anbieter infolge der Beendigung des Altersvorsorgevertrages nicht mehr existiert habe und damit auch nicht mehr belastet werden konnte. Ob die Kl\u00e4gerin oder &#8211; wie sie behaupte &#8211; ihr Anbieter die fehlerhafte Mitteilung \u00fcber die Zulageberechtigung zu vertreten habe, sei f\u00fcr \u00a7 37 Abs. 2 AO unerheblich, da die Vorschrift kein Verschulden voraussetze. Der Umstand, dass die ZfA \u00fcber mehrere Jahre hinweg eine Auszahlung von Zulagen allein aufgrund der ihr vom Anbieter \u00fcbermittelten Daten veranlasst und erst nachtr\u00e4glich eine Pr\u00fcfung der Zulageberechtigung der Kl\u00e4gerin vorgenommen habe, f\u00fchre auch nicht zur Verwirkung des R\u00fcckforderungsanspruchs. Denn dieser Geschehensablauf entspreche in typischer Weise der gesetzlichen Ausgestaltung des Zulageverfahrens. Die Kl\u00e4gerin sei daher in ihrem Vertrauen auf das Behaltend\u00fcrfen der unberechtigt erhaltenen Zulagen nicht schutzw\u00fcrdig.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 55\/9 zum Urteil X R 35\/17 vom 09.07.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckzahlung von Altersvorsorgezulagen Ist ein Altersvorsorgevertrag \u00fcber eine sog. Riesterrente vom Anbieter abgewickelt worden, kann die Zentrale Zulagenstelle f\u00fcr Altersverm\u00f6gen (ZfA) rechtsgrundlos geleistete Zulagebetr\u00e4ge vom Zulageempf\u00e4nger zur\u00fcckfordern. Nach dem zu \u00a7 37 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) ergangenen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. 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