{"id":53761,"date":"2019-09-03T18:27:28","date_gmt":"2019-09-03T16:27:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=53761"},"modified":"2019-09-03T18:27:28","modified_gmt":"2019-09-03T16:27:28","slug":"kein-presserechtlicher-anspruch-auf-auskunft-zu-steuerlichen-daten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kein-presserechtlicher-anspruch-auf-auskunft-zu-steuerlichen-daten\/","title":{"rendered":"Kein presserechtlicher Anspruch auf Auskunft zu steuerlichen Daten"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><\/h1>\n<\/article>\n<article>Die Offenbarung von Daten, die dem Steuergeheimnis unterliegen, ist auch bei presserechtlichen Auskunftsanspr\u00fcchen nur zul\u00e4ssig, soweit hierf\u00fcr ein zwingendes \u00f6ffentliches Interesse besteht. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 29.08.2019 entschieden.<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist Journalist. Er begehrt vom Finanzministerium des beklagten Landes n\u00e4here Ausk\u00fcnfte zu einem Einsatz von Polizei und Steuerfahndung in einem Swinger-Club im September 2011, \u00fcber den er seinerzeit in einer \u00fcberregionalen Tageszeitung berichtet hat. Sein Auskunftsbegehren richtet sich u.a. darauf, wie lange der Einsatz gedauert hat, wer bei dem Einsatz federf\u00fchrend war und ihn veranlasst hat, ob Beweismaterial gesichert worden ist und ob es Festnahmen gegeben hat oder Haftbefehle erlassen worden sind.<\/p>\n<p>Das Finanzamt verweigerte die erbetenen Ausk\u00fcnfte unter Hinweis auf das Steuergeheimnis; Klage und Berufung des Kl\u00e4gers blieben erfolglos.<\/p>\n<p>Das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision des Kl\u00e4gers zur\u00fcckgewiesen. Die Auslegung der Vorschrift zum Steuergeheimnis &#8211; \u00a7 30 der Abgabenordnung (AO) &#8211; durch das Berufungsgericht ist mit revisiblem Recht vereinbar. Das Berufungsgericht hat zu Recht angenommen, dass die verfassungsrechtlich gew\u00e4hrleistete Pressefreiheit nicht gebietet, \u00a7 30 AO einschr\u00e4nkend dahin auszulegen, dass bei presserechtlichen Auskunftsanspr\u00fcchen stets eine \u201eoffene&#8220; Einzelfallabw\u00e4gung vorzunehmen bzw. eine Ermessensentscheidung zu treffen ist. Der unbestimmte Rechtsbegriff des \u201ezwingenden \u00f6ffentlichen Interesses&#8220; in \u00a7 30 Abs. 4 Nr. 5 AO bietet ausreichend Raum, um der Pressefreiheit Rechnung zu tragen und die spezifischen Einzelfallumst\u00e4nde abzuw\u00e4gen. Die vom Berufungsgericht vorgenommene Abw\u00e4gung begegnet keinen Bedenken.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BVerwG, Pressemitteilung vom 29.08.2019 zum Urteil 7 C 33.17 vom 29.08.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Offenbarung von Daten, die dem Steuergeheimnis unterliegen, ist auch bei presserechtlichen Auskunftsanspr\u00fcchen nur zul\u00e4ssig, soweit hierf\u00fcr ein zwingendes \u00f6ffentliches Interesse besteht. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am 29.08.2019 entschieden. Der Kl\u00e4ger ist Journalist. Er begehrt vom Finanzministerium des beklagten Landes n\u00e4here Ausk\u00fcnfte zu einem Einsatz von Polizei und Steuerfahndung in einem Swinger-Club im &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kein-presserechtlicher-anspruch-auf-auskunft-zu-steuerlichen-daten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kein presserechtlicher Anspruch auf Auskunft zu steuerlichen Daten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53761"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53761"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53761\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}