{"id":53955,"date":"2019-09-10T19:07:47","date_gmt":"2019-09-10T17:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=53955"},"modified":"2019-09-10T19:07:47","modified_gmt":"2019-09-10T17:07:47","slug":"alg-ii-100-sanktion-trotz-bverfg-verfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/alg-ii-100-sanktion-trotz-bverfg-verfahren\/","title":{"rendered":"ALG II: 100 %-Sanktion trotz BVerfG-Verfahren"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><\/h1>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>Der Antragsteller kann sich nicht auf ein die Aussetzung der Vollziehung des Sanktionsbescheides rechtfertigendes Aufschubinteresse aus \u00a7 41a Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 SGB II berufen. 100 %-Sanktion trotz eines BVerfG-Verfahrens ist rechtm\u00e4\u00dfig. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) in seinem unanfechtbaren Beschluss vom 17.07.2019 entschieden (Az. L 7 AS 987\/19).<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<article>Das Jobcenter (Antragsgegner) erlegte dem Antragsteller die Verpflichtung auf, sich monatlich f\u00fcnfmal um eine Arbeitsstelle zu bewerben, seine Eigenbem\u00fchungen zu dokumentieren und jeweils zum 3. des Folgemonats nachzuweisen. Er erf\u00fcllte diese Verpflichtung nicht. Grunds\u00e4tzlich sei er der Auffassung, sich nicht um eine Arbeitsstelle bem\u00fchen zu m\u00fcssen, da er das Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland ablehne. Der Antragsgegner minderte daraufhin seinen Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts f\u00fcr drei Monate um 100 % und hob die vorangegangene Bewilligung insoweit auf. Der Antragsteller legte Widerspruch ein und beantragte zugleich die Anordnung der aufschiebenden Wirkung desselben.<\/p>\n<p>Die gegen den ablehnenden Beschluss des Sozialgerichts Aachen gerichtete Beschwerde blieb erfolglos. Das LSG hat festgestellt, dass nach der ma\u00dfgebenden Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der Eilentscheidung mehr f\u00fcr als gegen die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Sanktionsbescheides gesprochen habe.<\/p>\n<p>Der Antragsteller k\u00f6nne sich nicht auf ein die Aussetzung der Vollziehung des Sanktionsbescheides rechtfertigendes Aufschubinteresse aus \u00a7 41a Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 SGB II berufen. Danach k\u00f6nne \u00fcber die Erbringung von Geld- und Sachleistungen vorl\u00e4ufig entschieden werden, wenn die Vereinbarkeit einer Vorschrift des SGB II, von der die Entscheidung \u00fcber den Antrag abh\u00e4nge, mit h\u00f6herrangigem Recht Gegenstand eines Verfahrens (u. a.) vor dem BVerfG sei. Zwar sei die hier entscheidungserhebliche Frage der &#8211; vom Senat bejahten &#8211; Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der Sanktionsregelungen (\u00a7\u00a7 31 ff. SGB II) vor dem BVerfG anh\u00e4ngig (Az. 1 BvL 7\/16). Indes lasse sich mit \u00a7 41a Abs. 7 SGB II nur eine vorl\u00e4ufige, aber keine gesetzeswidrige Leistungsgew\u00e4hrung begr\u00fcnden. Denn dabei handele es sich lediglich um eine Verfahrensvorschrift. Diese erm\u00e4chtige nicht dazu, Leistungen zu gew\u00e4hren, die nach dem geltenden einfachen Recht nicht zust\u00fcnden.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 04.09.2019 zum Beschluss L 7 AS 987\/19 vom 17.07.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Antragsteller kann sich nicht auf ein die Aussetzung der Vollziehung des Sanktionsbescheides rechtfertigendes Aufschubinteresse aus \u00a7 41a Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 SGB II berufen. 100 %-Sanktion trotz eines BVerfG-Verfahrens ist rechtm\u00e4\u00dfig. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) in seinem unanfechtbaren Beschluss vom 17.07.2019 entschieden (Az. L 7 AS 987\/19). 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