{"id":53963,"date":"2019-09-10T19:11:00","date_gmt":"2019-09-10T17:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=53963"},"modified":"2019-09-10T19:11:00","modified_gmt":"2019-09-10T17:11:00","slug":"eu-laendern-entgingen-im-jahr-2017-137-milliarden-euro-an-einnahmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/eu-laendern-entgingen-im-jahr-2017-137-milliarden-euro-an-einnahmen\/","title":{"rendered":"EU-L\u00e4ndern entgingen im Jahr 2017 137 Milliarden Euro an Einnahmen"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><\/h1>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>Im Jahr 2017 entgingen den EU-Mitgliedstaaten insgesamt 137 Mrd. Euro an Mehrwertsteuereinnahmen. Das zeigt eine heute (Donnerstag) vorgestellte Studie der Europ\u00e4ischen Kommission zur sogenannten Mehrwertsteuerl\u00fccke. Sie beziffert die Differenz zwischen den erwarteten Mehrwertsteuereinnahmen und dem tats\u00e4chlich erhobenen Betrag. Deutschland ist eines von drei L\u00e4ndern, in denen die Mehrwertsteuerl\u00fccke zunahm (+0,2 Prozentpunkte). EU-Kommissar Pierre Moscovici forderte die EU-Staaten heute erneut auf, die Vorschl\u00e4ge der Kommission aus dem Jahr 2017 zur Reform des Mehrwertsteuersystems aufzugreifen.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<article>Der f\u00fcr Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll zust\u00e4ndige Kommissar erkl\u00e4rte: \u201eDas g\u00fcnstige Wirtschaftsklima und einige kurzfristige politische L\u00f6sungen, die die EU eingef\u00fchrt hat, haben 2017 zur Reduzierung der Mehrwertsteuerl\u00fccke beigetragen. Um jedoch noch gr\u00f6\u00dfere Fortschritte zu erzielen, m\u00fcssen wir das Mehrwertsteuersystem umfassend reformieren, damit es weniger betrugsanf\u00e4llig ist. Unsere Vorschl\u00e4ge zur Einf\u00fchrung eines endg\u00fcltigen, unternehmensfreundlichen Mehrwertsteuersystems liegen nach wie vor auf dem Tisch. Die Mitgliedstaaten k\u00f6nnen es sich nicht erlauben, unt\u00e4tig zu bleiben, w\u00e4hrend ihnen durch Karussellbetrug und systemimmanente Unstimmigkeiten Milliarden verloren gehen.\u201c<\/p>\n<p>Die Mehrwertsteuerl\u00fccke ist ein Indikator f\u00fcr die Wirksamkeit der Durchsetzungs- und Compliancema\u00dfnahmen der EU-Staaten bei der Mehrwertsteuer. Sie dient als Sch\u00e4tzwert f\u00fcr Mindereinnahmen aufgrund von Steuerbetrug, -hinterziehung und -umgehung sowie von Insolvenzen, Zahlungsunf\u00e4higkeit und fehlerhaften Berechnungen.<\/p>\n<p>Sie lag EU-weit im Jahr 2017 bei 11,2 Prozent der Mehrwertsteuereinnahmen, etwas weniger als im Jahr zuvor (12,2 Prozent). In Rum\u00e4nien war die Mehrwertsteuerl\u00fccke 2017 am gr\u00f6\u00dften &#8211; dort entgingen dem Staat 36 Prozent der erwarteten Mehrwertsteuer. Es folgten Griechenland (34 Prozent) und Litauen (25 Prozent). Die geringsten Mehrwertsteuerl\u00fccken wurden in Schweden, Luxemburg und Zypern verzeichnet, wo durchschnittlich nur 1 Prozent der Mehrwertsteuereinnahmen verloren ging. In absoluten Zahlen weist Italien mit rund 33,5 Mrd. Euro die gr\u00f6\u00dfte L\u00fccke bei den Mehrwertsteuereinnahmen auf.<\/p>\n<p>In 25 Mitgliedstaaten verkleinerte sich die Mehrwertsteuerl\u00fccke, in dreien wurde sie gr\u00f6\u00dfer. Malta (-7 Prozentpunkte), Polen (-6 Prozentpunkte) und Zypern (-4 Prozentpunkte) konnten ihre Mehrwertsteuerverluste besonders stark reduzieren. Sieben Mitgliedstaaten (Slowenien, Italien, Luxemburg, die Slowakei, Portugal, Tschechien und Frankreich) verringerten die Mehrwertsteuerl\u00fccke um mehr als 2 Prozentpunkte. Die Mehrwertsteuerl\u00fccke vergr\u00f6\u00dferte sich erheblich in Griechenland (+2,6 Prozentpunkte) und Lettland (+1,9 Prozentpunkte), in Deutschland nahm sie leicht zu (+0,2 Prozentpunkte); sie liegt dort bei 10 Prozent.<\/p>\n<p>Nominal ist die Mehrwertsteuerl\u00fccke im Jahr 2017 um 8 Mrd. Euro auf 137,5 Mrd. Euro zur\u00fcckgegangen; damit war der R\u00fcckgang \u00e4hnlich wie 2016 (7,8 Mrd. Euro). Die Mehrwertsteuerl\u00fccke im Jahr 2017 entsprach 11,2 Prozent der Mehrwertsteuereinnahmen in der EU, gegen\u00fcber 12,2 Prozent im Jahr zuvor. Dieser Abw\u00e4rtstrend setzt sich nun schon das f\u00fcnfte Jahr in Folge fort.<\/p>\n<p>Der am 05.09.2019 ver\u00f6ffentlichte Bericht \u00fcber die Mehrwertsteuerl\u00fccke konzentriert sich auf das Jahr 2017, da dies das letzte Jahr ist, f\u00fcr das umfassende Daten aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und Eigenmitteldaten verf\u00fcgbar sind. In diesem Jahr umfasst die Studie jedoch zus\u00e4tzlich eine Vorhersage mit \u201eSchnellsch\u00e4tzungen\u201c f\u00fcr das Jahr vor dem Jahr der Ver\u00f6ffentlichung des Berichts (d. h. 2018). Diese Schnellsch\u00e4tzungen deuten darauf hin, dass sich die Mehrwertsteuerl\u00fccke 2018 voraussichtlich unter die Marke von 130 Mrd. Euro bzw. 10 Prozent der Mehrwertsteuergesamtschuld fallen wird.<\/p>\n<p class=\"opening\">Hintergrund<\/p>\n<p>Die Studie \u00fcber die Mehrwertsteuerl\u00fccke wird aus dem EU-Haushalt finanziert, und ihre Ergebnisse sind f\u00fcr die EU und die Mitgliedstaaten gleicherma\u00dfen relevant, da die Mehrwertsteuer einen wichtigen Beitrag sowohl zum Unionshaushalt als auch zu den nationalen Haushalten darstellt. Bei der Studie wird ein \u201eTop-down\u201c-Ansatz angewandt, und die Mehrwertsteuerl\u00fccke wird anhand von Daten aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen gesch\u00e4tzt. Die Methode wurde im Laufe der Jahre verbessert und verfeinert und bietet nun die beste Kombination von Sch\u00e4tzungen hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Ergebnisse und der Genauigkeit.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0EU-Kommission, Pressemitteilung vom 05.09.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 2017 entgingen den EU-Mitgliedstaaten insgesamt 137 Mrd. Euro an Mehrwertsteuereinnahmen. Das zeigt eine heute (Donnerstag) vorgestellte Studie der Europ\u00e4ischen Kommission zur sogenannten Mehrwertsteuerl\u00fccke. Sie beziffert die Differenz zwischen den erwarteten Mehrwertsteuereinnahmen und dem tats\u00e4chlich erhobenen Betrag. Deutschland ist eines von drei L\u00e4ndern, in denen die Mehrwertsteuerl\u00fccke zunahm (+0,2 Prozentpunkte). 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