{"id":54399,"date":"2019-09-28T17:16:12","date_gmt":"2019-09-28T15:16:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=54399"},"modified":"2019-09-28T17:16:12","modified_gmt":"2019-09-28T15:16:12","slug":"keine-anwaltskosten-bei-unterlassener-verzinsung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-anwaltskosten-bei-unterlassener-verzinsung\/","title":{"rendered":"Keine Anwaltskosten bei unterlassener Verzinsung"},"content":{"rendered":"<article>\n<h1><\/h1>\n<\/article>\n<article>Keine Anwaltskosten bei unterlassener Verzinsung. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) in seinem Urteil vom 17.06.2019 entschieden (Az. L 20 SO 479\/17).<\/p>\n<p>Nachdem der Kl\u00e4ger erfolgreich von dem beklagten SGB XII-Tr\u00e4ger die \u00dcbernahme seiner tats\u00e4chlichen Unterkunftskosten erstritten hatte, legte er gegen den Umsetzungsbescheid Widerspruch ein, weil der ausgewiesene Nachzahlungsbetrag nicht verzinst war. Hilfsweise beantragte er die Verzinsung nach \u00a7 44 SGB I.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erlie\u00df der Beklagte einen Bescheid, mit dem er Zinsen auf den Nachzahlungsbetrag bewilligte. Der Kl\u00e4ger wies darauf hin, dass dieser Bescheid eine vollst\u00e4ndige Abhilfe im Widerspruchsverfahren darstelle. Er beantragte daher, eine Kostenentscheidung zu treffen sowie \u00fcber die Notwendigkeit der Hinzuziehung seines Bevollm\u00e4chtigten zu entscheiden.<\/p>\n<p>Wie schon der Beklagte und das Sozialgericht Dortmund hat das LSG einen Anspruch auf Erstattung der im Widerspruchsverfahren entstandenen Kosten nach \u00a7 63 Abs. 1 Satz 1 SGB X verneint. Fehle es bereits an einer (konkludenten) Zinsentscheidung, sei der gegen die nur vermeintliche Ablehnungsentscheidung erhobene Widerspruch unzul\u00e4ssig. Damit sei er eben nicht erfolgreich gewesen, sodass eine Kostenerstattung ausscheide.<\/p>\n<p>Ob eine Entscheidung zu den Zinsen getroffen (und damit ein anfechtbarer Verwaltungsakt erlassen) worden sei, h\u00e4nge allein von der Auslegung der Verwaltungsverlautbarung unter Ber\u00fccksichtigung der besonderen Umst\u00e4nde des Einzelfalles ab. Der Umsetzungsbescheid enthalte hier keine ausdr\u00fcckliche Entscheidung \u00fcber eine Verzinsung. Ihm k\u00f6nne auch ein entsprechender Erkl\u00e4rungsinhalt nicht durch Auslegung beigemessen werden. Ein verst\u00e4ndiger, mit den Umst\u00e4nden des Falls vertrauter Empf\u00e4nger, der insbesondere das tats\u00e4chliche Geschehen bis zum Erlass des Bescheides gekannt h\u00e4tte, habe das Unterbleiben einer ausdr\u00fccklichen Zinsentscheidung nicht als konkludente Ablehnung des Verzinsungsanspruchs verstehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Gegen die Entscheidung ist Revision beim BSG eingelegt worden (Az. B 8 SO 5\/19 R).<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 25.09.2019 zum Urteil L 20 SO 479\/17 vom 17.06.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Anwaltskosten bei unterlassener Verzinsung. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) in seinem Urteil vom 17.06.2019 entschieden (Az. L 20 SO 479\/17). Nachdem der Kl\u00e4ger erfolgreich von dem beklagten SGB XII-Tr\u00e4ger die \u00dcbernahme seiner tats\u00e4chlichen Unterkunftskosten erstritten hatte, legte er gegen den Umsetzungsbescheid Widerspruch ein, weil der ausgewiesene Nachzahlungsbetrag nicht verzinst war. 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