{"id":54455,"date":"2019-09-28T17:39:00","date_gmt":"2019-09-28T15:39:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=54455"},"modified":"2019-09-28T17:39:00","modified_gmt":"2019-09-28T15:39:00","slug":"eckpunkte-zum-klimaschutzprogramm-2030-beschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/eckpunkte-zum-klimaschutzprogramm-2030-beschlossen\/","title":{"rendered":"Eckpunkte zum Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen"},"content":{"rendered":"<article>\n<h4>Klimapaket mit einigen Steuer\u00e4nderungen<\/h4>\n<div class=\"bpa-teaser-inner\">\n<p class=\"bpa-short-text\">Was bedeutet das Klimaschutzprogramm 2030 f\u00fcr Deutschlands B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger? Welche Ma\u00dfnahmen wird es geben und warum? In einer neuen Podcast-Serie stehen die Mitglieder des Klimakabinetts Rede und Antwort. Unser erster Gespr\u00e4chsgast ist Helge Braun, Bundesminister und Chef des Bundeskanzleramtes.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>Nach intensiven Beratungen hat das Bundeskabinett am 20.09.2019 die Eckpunkte zum Klimaschutzprogramm 2030 beschlossen. In dem Klimapaket sind auch einige Steuer\u00e4nderungen enthalten.<\/p>\n<p><b>Der Klimawandel ist eine gro\u00dfe globale Herausforderung. Deutschland tr\u00e4gt als eine f\u00fchrende Industrienation eine besondere Verantwortung. Dabei geht es um die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen, um unsere gemeinsame Zukunft und die unserer Kinder. Diese Verantwortung werden wir fair verteilen und wir haben einen Plan &#8211; das Klimaschutzprogramm 2030.<\/b><\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<article>Mit einer Bepreisung des klimasch\u00e4dlichen CO<sub>2<\/sub>, F\u00f6rderma\u00dfnahmen und gesetzlichen Standards f\u00fcr mehr Innovationen und Investitionen wollen wir Deutschlands Klimaschutzziel 2030 erreichen: 55 Prozent Treibhausgase weniger im Vergleich zum Jahr 1990. Das Klimaschutzprogramm 2030 legt einen konkreten Pfad daf\u00fcr fest. Diesen Plan wollen wir wirtschaftlich nachhaltig und sozial ausgewogen umsetzen.<\/p>\n<h3>Klimafreundliches Verhalten wird belohnt<\/h3>\n<p>Dabei ist klar: Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif. Neue Anforderungen werden wir fair verteilen. Wer sich klimafreundlich verh\u00e4lt, wird unterst\u00fctzt. Wir setzen auf Anreize, CO<sub>2<\/sub>\u00a0einzusparen und f\u00f6rdern technologische L\u00f6sungen. Klimaschutz geht jeden an, aber niemand soll \u00fcberfordert werden. Klimaschutz ist eine gemeinsame Kraftanstrengung, gleichzeitig st\u00e4rkt es Deutschland als innovativen Wirtschaftsstandort.<\/p>\n<h3>Die Elemente des Klimaschutzprogramms<\/h3>\n<p class=\"opening\">CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung<\/p>\n<p>Herzst\u00fcck des Klimaschutzprogramms ist die neue CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung Verkehr und W\u00e4rme ab 2021. So wie es im Rahmen des europ\u00e4ischen Emissionshandels bereits f\u00fcr die Energiewirtschaft und die energieintensive Industrie gilt, wird CO<sub>2<\/sub>\u00a0nun auch in den Bereichen Verkehr und Geb\u00e4ude einen Preis bekommen. Das ist &#8211; so auch die einhellige Meinung der Wissenschaft &#8211; der volkswirtschaftlich kosteneffizienteste Weg, um Emissionen zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung wird die Einnahmen aus der CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung in Klimaschutzma\u00dfnahmen reinvestieren oder an die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in Form von Entlastungen an anderer Stelle und F\u00f6rderma\u00dfnahmen zur\u00fcckgeben.<\/p>\n<p>Das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) startet 2021 mit einem Festpreissystem, das hei\u00dft, der Preis pro Tonne CO<sub>2<\/sub>\u00a0ist fix und vorab festgelegt. Dabei werden Zertifikate an die Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen, verkauft. Die Kosten f\u00fcr die Zertifikate tr\u00e4gt dann der Brenn- und Kraftstoffhandel: Wenn Unternehmen Heiz\u00f6l, Fl\u00fcssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin oder Diesel verkaufen, ben\u00f6tigen sie f\u00fcr jede Tonne CO<sub>2<\/sub>, die die Stoffe im Verbrauch verursachen werden, ein Zertifikat als Verschmutzungsrecht.<\/p>\n<p>Der Festpreis startet mit 10 Euro pro Tonne und steigt bis zum Jahr 2025 auf einen Festpreis von 35 Euro pro Tonne CO<sub>2<\/sub>. Damit ist in den kommenden Jahren Planungssicherheit gegeben. Ab 2026 bildet sich der Preis am Markt, solange er sich zwischen einem festgelegten Mindest- und H\u00f6chstpreis bewegt. Die Gesamtmenge an Zertifikaten, die deutschlandweit ausgegeben wird, entspricht dann den Erfordernissen der deutschen und europ\u00e4ischen Klimaziele.<\/p>\n<p class=\"opening\">F\u00f6rderprogramme<\/p>\n<p>Das Klimaschutzprogramm 2030 sorgt mit seinen F\u00f6rderprogrammen daf\u00fcr, dass jede und jeder mit den neuen Gegebenheiten zurechtkommt.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt etwa die M\u00f6glichkeit, energetische Geb\u00e4udesanierungen steuerlich abzuschreiben. Das Programm sieht auch eine hohe F\u00f6rderquote von 40 Prozent f\u00fcr den Austausch von \u00d6lheizungen gegen neue, klimafreundlichere Heizanlagen vor. F\u00fcr einen Umstieg auf Elektro-Fahrzeuge wird die Umweltpr\u00e4mie fortgesetzt.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung unterst\u00fctzt die Wirtschaft mit F\u00f6rderprogrammen f\u00fcr die Entwicklung energieeffizienter Technologien. Das Klimaschutzprogramm enth\u00e4lt gerade f\u00fcr die erste Zeit st\u00e4rkere F\u00f6rderma\u00dfnahmen, um m\u00f6glichst viele Menschen zum klimafreundlichem Wohnen und klimafreundlicher Mobilit\u00e4t zu motivieren, bevor in diesen Bereichen in einem zweiten Schritt die CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung greift. So werden die 2020er-Jahre das Jahrzehnt der Umsetzung von Energie- und Mobilit\u00e4tswende.<\/p>\n<p class=\"opening\">Entlastung f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern<\/p>\n<p>Die Bundesregierung senkt mittelfristig die Stromkosten als Gegengewicht zur neuen CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung. Das Prinzip: Steigen die Einnahmen aus der CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung, wird der Strompreis weiter gesenkt.<\/p>\n<p>Berufspendler erhalten ab 2021 eine h\u00f6here Pauschale, abh\u00e4ngig von der Entfernung, die sie zur\u00fccklegen. Sie bekommen dann 35 Cent ab Kilometer 21. Die Regelung l\u00e4uft Ende 2026 aus. Das bedeutet: Wer mehr Energie ben\u00f6tigt, weil er l\u00e4ngere Wege hat, wird auch st\u00e4rker entlastet.<\/p>\n<p>Menschen, die Wohngeld beziehen, sollen au\u00dferdem von steigenden Energiepreisen verschont werden. Um soziale H\u00e4rten zu vermeiden, erh\u00f6ht die Bundesregierung das Wohngeld um zehn Prozent.<\/p>\n<p>Entlastungen wird es auch bei \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln geben: Wer l\u00e4ngere Strecken mit dem Zug f\u00e4hrt, tut dies zuk\u00fcnftig g\u00fcnstiger durch eine von 19 auf 7 Prozent reduzierte Mehrwertsteuer.<\/p>\n<h3>Bauen und Wohnen<\/h3>\n<p>14 Prozent der gesamten CO<sub>2<\/sub>-Emissionen in Deutschland (120 Millionen Tonnen) kommen aus dem Geb\u00e4udesektor. Im Jahr 2030 d\u00fcrfen es in diesem Bereich nur noch 72 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>\u00a0pro Jahr sein. Mit einem Mix aus verst\u00e4rkter F\u00f6rderung, CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung sowie durch ordnungsrechtliche Ma\u00dfnahmen wollen wir Bauen und Wohnen in Deutschland klimafreundlicher machen.<\/p>\n<p class=\"opening\">Energetische Sanierung steuerlich f\u00f6rdern<\/p>\n<p>Energetische Sanierungsma\u00dfnahmen wie der Heizungstausch, der Einbau neuer Fenster, die D\u00e4mmung von D\u00e4chern und Au\u00dfenw\u00e4nden sollen ab 2020 steuerlich gef\u00f6rdert werden. Dabei profitieren Geb\u00e4udebesitzer aller Einkommensklassen gleicherma\u00dfen durch einen Steuerabzug. Die F\u00f6rders\u00e4tze der bestehenden KfW-F\u00f6rderprogramme werden um 10 Prozent erh\u00f6ht.<\/p>\n<p class=\"opening\">Heizanlagen erneuern<\/p>\n<p>Es lohnt sich, in den kommenden Jahren von alten \u00d6l- und Gasheizungen auf klimafreundliche Anlagen oder direkt auf erneuerbare W\u00e4rme umzusteigen. Um die Austauschrate von \u00d6lheizungen zu erh\u00f6hen, wird es eine &#8222;Austauschpr\u00e4mie&#8220; mit einer 40-prozentigen F\u00f6rderung geben.<\/p>\n<p>Ab 2026 soll in Geb\u00e4uden, in denen eine klimafreundlichere W\u00e4rmeerzeugung m\u00f6glich ist, der Einbau von \u00d6lheizungen nicht mehr erlaubt sein.<\/p>\n<h3>Verkehr<\/h3>\n<p>Im Vergleich zu 1990 m\u00fcssen sich die Emissionen im Verkehr bis 2030 um 40 bis 42 Prozent verringern. Mit einem Paket aus F\u00f6rderung der Elektromobilit\u00e4t, St\u00e4rkung der Bahn und CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung soll das erreicht werden.<\/p>\n<p class=\"opening\">Ausbau der Lades\u00e4uleninfrastruktur f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t<\/p>\n<p>In Deutschland sollen bis 2030 insgesamt eine Million Ladepunkte zur Verf\u00fcgung stehen. Der Bund f\u00f6rdert den Aufbau von \u00f6ffentlichen Lades\u00e4ulen bis 2025 und legt einen Masterplan Lades\u00e4uleninfrastruktur vor. Die Bundesregierung wird verbindlich regeln, dass an allen Tankstellen in Deutschland auch Ladepunkte angeboten und auf Kundenparkpl\u00e4tzen eingerichtet werden. Die meisten Ladevorg\u00e4nge werden jedoch zuhause oder am Arbeitsplatz stattfinden. Daher wird private und gewerbliche Ladeinfrastruktur ebenfalls durch eine Kaufpr\u00e4mie gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Im Wohneigentumsgesetz (WEG) und im Mietrecht werden die Vorschriften f\u00fcr die Errichtung von Ladeinfrastruktur vereinfacht. Vermieter werden verpflichtet, die Installation von Ladeinfrastruktur zu dulden.<\/p>\n<p class=\"opening\">F\u00f6rderung des Umstiegs auf Elektrofahrzeuge<\/p>\n<p>Die Kaufpr\u00e4mie f\u00fcr Pkw mit Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenantrieb wird verl\u00e4ngert und f\u00fcr Autos unter 40 000 Euro angehoben. Das Ziel der Bundesregierung lautet: Bis 2030 sollen 7 bis 10 Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein. Bei der Erstzulassung und der Umr\u00fcstung sind Elektrofahrzeuge zun\u00e4chst von der Steuer befreit. Diese Regelung wird bis zum 31. Dezember 2025 verl\u00e4ngert. Auch E-Dienstwagen werden weiterhin steuerlich gef\u00f6rdert, reine Elektrofahrzeuge (bis zu einem Preis von 40.000 Euro) sind besonders beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p class=\"opening\">Attraktiverer \u00d6ffentlicher Nahverkehr<\/p>\n<p>Die Bundesregierung hat die Bundesmittel f\u00fcr den \u00d6ffentlichen Nahverkehr auf eine Milliarde Euro j\u00e4hrlich ab 2021 erh\u00f6ht. Damit soll das Nahverkehrsnetz ausgebaut werden. Ab 2025 werden diese Mittel 2 Milliarden Euro j\u00e4hrlich betragen. So sollen zum Beispiel Busflotten mit elektrischen, wasserstoffbasierten und Biogas-Antrieben gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p class=\"opening\">Investitionen in die Bahn<\/p>\n<p>Bis 2030 investieren der Bund und die Deutsche Bahn 86 Milliarden Euro in das Schienennetz. Auch der G\u00fcterverkehr wird von dieser Modernisierung profitieren. Dadurch bringen wir mehr G\u00fcter auf die Schiene. Die Bahn wird von 2020 bis 2030 j\u00e4hrlich eine Mrd. Euro f\u00fcr Modernisierung, Ausbau und Elektrifizierung des Schienennetzes erhalten.<\/p>\n<p class=\"opening\">Bahnfahren billiger, Kurzstreckenfl\u00fcge teurer<\/p>\n<p>Die Mehrwertsteuer auf Bahnfahrkarten im Fernverkehr wird auf den erm\u00e4\u00dfigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gesenkt. Im Flugverkehr erh\u00f6ht die Bundesregierung die Luftverkehrsabgabe ab dem 01.01.2020 und verhindert Dumpingpreise.<\/p>\n<p class=\"opening\">Konsequent CO<sub>2<\/sub>-bezogene Reform der Kfz-Steuer<\/p>\n<p>Die Bundesregierung wird die Kfz-Steuer st\u00e4rker an den CO<sub>2<\/sub>-Emissionen ausrichten und dazu ein Gesetz zur Reform der Kfz-Steuer bei Pkw vorlegen. F\u00fcr Neuzulassungen ab dem 01.01.2021 wird die Bemessungsgrundlage der Steuer haupts\u00e4chlich auf die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro km bezogen und oberhalb 95 g CO<sub>2<\/sub>\/km schrittweise erh\u00f6ht.<\/p>\n<h3>Landwirtschaft<\/h3>\n<p>Der Landwirtschaftssektor darf im Jahr 2030 noch h\u00f6chstens 58 bis 61 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>\u00a0pro Jahr emittieren. Bestehende Instrumente senken die Emissionen f\u00fcr das Jahr 2030 auf rund 67 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>\u00a0pro Jahr. Deutschlands Landwirtschaft soll durch einen Ma\u00dfnahmen-Mix klimafreundlicher werden.<\/p>\n<ul class=\"square\">\n<li>Weniger Stickstoff\u00fcbersch\u00fcsse<\/li>\n<li>Mehr \u00d6kolandbau<\/li>\n<li>Weniger Emissionen in der Tierhaltung<\/li>\n<li>Erhalt und nachhaltige Bewirtschaftung der W\u00e4lder und Holzverwendung<\/li>\n<li>Weniger Lebensmittelabf\u00e4lle<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Industrie<\/h3>\n<p>Die Industrie muss ihre Emissionen bis 2030 um rund die H\u00e4lfte (im Vergleich zu 1990) mindern. Bis 2016 hat sie bereits eine erhebliche Reduktion erreicht. F\u00f6rderma\u00dfnahmen f\u00fcr Energie- und Ressourceneffizienz und den erneuerbaren Energien-Ausbau sollen weitere CO<sub>2<\/sub>-Einsparungen erreichen.<\/p>\n<p class=\"opening\">Investitionsprogramm &#8211; Energieeffizienz und Prozessw\u00e4rme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft<\/p>\n<p>Das Programm b\u00fcndelt f\u00fcnf bestehende F\u00f6rderprogramme und entwickelt sie weiter. So k\u00f6nnen Unternehmen Aufwand einsparen und vom &#8222;One-Stop-Shop&#8220; profitieren. Das Programm f\u00f6rdert vor allem Investitionen energiesparsame Produktion.<\/p>\n<p class=\"opening\">Nationales Dekarbonisierungsprogramm<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprogramm unterst\u00fctzt die Entwicklung von klimafreundlichen Produktionsprozessen in der emissionsintensiven Industrie (zum Beispiel Stahl, Aluminium).<\/p>\n<h3>Energiewirtschaft<\/h3>\n<p>Im Energiesektor sollen die Emissionen bis 2030 auf 175 bis 183 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>\u00a0sinken. Hier gibt es schon seit Jahren erhebliche Einsparungen. Mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Kohle, dem Ausbau erneuerbarer Energien und der Steigerung der Energieeffizienz schreiben wir diese positive Entwicklung fort.<\/p>\n<p class=\"opening\">Schrittweiser Ausstieg aus der Kohleverstromung<\/p>\n<p>Nach den Empfehlungen der Kommission &#8222;Wachstum, Strukturwandel, Besch\u00e4ftigung&#8220; sollen Kohlekraftwerke bis 2030 nur noch 17 Gigawatt Strom produzieren. Bis sp\u00e4testens 2038 soll es keinen Strom aus Kohle mehr geben. Die Bundesregierung hat das Strukturst\u00e4rkungsgesetz f\u00fcr die Kohleregionen vorgelegt und wird bis November den Ausstieg aus der Kohleverstromung im Kabinett beschlie\u00dfen. Das Sofortprogramm f\u00fcr die Braunkohleregionen ist ein erster Schritt, um den Strukturwandel aktiv zu gestalten.<\/p>\n<p class=\"opening\">Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien auf 65 Prozent<\/p>\n<p>Der weitere zielstrebige, effiziente, netzsynchrone und marktorientierte Ausbau der Erneuerbaren Energien ist ein entscheidender Baustein zur Erreichung der Klimaziele. Die Bundesregierung hat das Ziel, im Jahr 2030 einen Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch von 65 % zu erreichen.<\/p>\n<p>Neue Abstandsregelungen sollen die Akzeptanz f\u00fcr die Windkraft ebenso erh\u00f6hen wie neue finanzielle Vorteile f\u00fcr Kommunen, in denen Windr\u00e4der gebaut werden. Das Ziel f\u00fcr den Ausbau der Windenergie auf See wird auf 20 Gigawatt im Jahr 2030 angehoben. Der derzeit noch bestehende Deckel von 52 Gigawatt f\u00fcr die F\u00f6rderung des Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen wird aufgehoben.<\/p>\n<h3>Forschung und Entwicklung<\/h3>\n<p class=\"opening\">Wachsende Rolle des Wasserstoffs<\/p>\n<p>Wasserstoff ist zentral f\u00fcr den Umbau zur klimafreundlichen Wirtschaft. Die Bundesregierung wird bis Ende des Jahres eine Wasserstoffstrategie vorlegen.<\/p>\n<p class=\"opening\">Batteriezellfertigung in Deutschland st\u00e4rken<\/p>\n<p>Die Bundesregierung f\u00f6rdert die Batteriezellfertigung mit rund einer Milliarde Euro. Das wird zu mehreren Standorten in Deutschland f\u00fchren. Das Dachkonzept &#8222;Forschungsfabrik Batterie&#8220; unterst\u00fctzt den Kompetenz- und Technologieausbau entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette Batterie.<\/p>\n<p class=\"opening\">Speicherung und Nutzung von CO<sub>2<\/sub><\/p>\n<p>Die Bundesregierung wird die Forschung und Entwicklung zur CO<sub>2<\/sub>-Speicherung und -Nutzung f\u00f6rdern. Sie kann eine L\u00f6sung sein f\u00fcr Emissionen, die nicht anders vermieden werden k\u00f6nnen. Die Bundesregierung wird dar\u00fcber einen Dialog mit allen Interessensgruppen starten.<\/p>\n<h3>Wie wird das Klimaschutzprogramm umgesetzt?<\/h3>\n<p>Noch in diesem Jahr soll das Kabinett die gesetzlichen Ma\u00dfnahmen zur Umsetzung des Programms verabschieden.<\/p>\n<p>Um die Klimaschutzziele 2030 sicher zu erreichen, werden die j\u00e4hrlichen Minderungsziele aus dem Klimaschutzplan 2050 gesetzlich festgeschrieben.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung wird den Fortschritt im Klimaschutz jedes Jahr genau ermitteln und durch einen Expertenrat begleiten lassen. Das Klimakabinett \u00fcberpr\u00fcft j\u00e4hrlich, wie wirksam und zielgenau die Ma\u00dfnahmen sind. Erf\u00fcllt ein Sektor seine Ziele nicht, legt das zust\u00e4ndige Ministerium innerhalb von drei Monaten ein Sofortprogramm zur Nachsteuerung vor. Auf dieser Grundlage passt das Klimakabinett das Klimaschutzprogramm 2030 so an, dass die Ziele erreicht werden.<\/p>\n<h3>Finanzierung<\/h3>\n<p>Alle zus\u00e4tzlichen Einnahmen aus dem Klimaschutzprogramm werden f\u00fcr Klimaschutzma\u00dfnahmen reinvestiert oder als Entlastung an die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger zur\u00fcckgegeben. Der Bundesregierung geht es nicht um zus\u00e4tzliche Einnahmen f\u00fcr den Staat.<\/p>\n<p>Die geplanten Ma\u00dfnahmen werden in den Wirtschaftsplan 2020 des Energie- und Klimafonds aufgenommen. Er bleibt damit das zentrale Finanzierungsinstrument f\u00fcr die Energiewende und den Klimaschutz in Deutschland. Zusammen mit Mitteln au\u00dferhalb des Fonds stellt die Bundesregierung bis 2030 f\u00fcr Energiewende und Klimaschutz einen dreistelligen Milliardenbetrag zur Verf\u00fcgung. Das st\u00f6\u00dft weitere Investitionen in klimafreundliche Ma\u00dfnahmen an und st\u00fctzt die Konjunktur. So wird Deutschland als Wirtschaftsstandort fit f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: Bundesregierung, Mitteilung vom 20.09.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimapaket mit einigen Steuer\u00e4nderungen Was bedeutet das Klimaschutzprogramm 2030 f\u00fcr Deutschlands B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger? Welche Ma\u00dfnahmen wird es geben und warum? In einer neuen Podcast-Serie stehen die Mitglieder des Klimakabinetts Rede und Antwort. Unser erster Gespr\u00e4chsgast ist Helge Braun, Bundesminister und Chef des Bundeskanzleramtes. 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