{"id":54790,"date":"2019-10-11T18:58:51","date_gmt":"2019-10-11T16:58:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=54790"},"modified":"2019-10-11T18:58:51","modified_gmt":"2019-10-11T16:58:51","slug":"keine-verfassungsrechtlichen-zweifel-an-der-typisierten-ermittlung-der-nicht-abzugsfaehigen-schuldzinsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-verfassungsrechtlichen-zweifel-an-der-typisierten-ermittlung-der-nicht-abzugsfaehigen-schuldzinsen\/","title":{"rendered":"Keine verfassungsrechtlichen Zweifel an der typisierten Ermittlung der nicht abzugsf\u00e4higen Schuldzinsen"},"content":{"rendered":"<article><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Schuldzinsen sind gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 4a Satz 1 EStG nicht als Betriebsausgaben abziehbar, wenn sog. \u00dcberentnahmen get\u00e4tigt worden sind. Die nicht abziehbaren Schuldzinsen werden gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 4a Satz 3 EStG typisiert mit 6 Prozent der \u00dcberentnahme berechnet. Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf h\u00e4lt diese Berechnung f\u00fcr verfassungsgem\u00e4\u00df (Gerichtsbescheid vom 31.05.2019, Az. 15 K 1131\/19 G,F).<\/span><\/p>\n<\/article>\n<article>Im Streitfall wandte sich die Kl\u00e4gerin gegen die Erh\u00f6hung ihrer gewerblichen Eink\u00fcnfte um nicht abzugsf\u00e4hige Schuldzinsen. Sie machte geltend, dass verfassungsrechtliche Zweifel an der H\u00f6he des typisierenden Zinssatzes von 6 Prozent best\u00fcnden. Dieser Zinssatz habe keinen Bezug zum langfristigen Marktzinsniveau. Die verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die in \u00a7 238 AO geregelte Zinsh\u00f6he w\u00fcrden auch f\u00fcr die typisierte Berechnung beim Schuldzinsenabzug gelten.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht D\u00fcsseldorf hat die Klage abgewiesen und die typisierte Begrenzung des Schuldzinsenabzugs best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Der erkennende Senat hat keine Zweifel an der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit des \u00a7 4 Abs. 4a Satz 3 EStG. Es liege eine Typisierung vor, die grunds\u00e4tzlich vom Gestaltungsspielraum des Gesetzgebers umfasst sei. Die Begrenzung des Abzugs von Schuldzinsen als Betriebsausgaben erfolge aus Vereinfachungszwecken in pauschalierter Art und Weise.<\/p>\n<p>Die Verzinsung mit 6 Prozent sei zwar aktuell nachteilig. Diesem Nachteil stehe aber der Vorteil der Gleichbehandlung von Einlagen und Gewinnen bei der Ermittlung der \u00dcberentnahmen gegen\u00fcber. Der Steuerpflichtige k\u00f6nne ein Schuldzinsenabzugsverbot durch Gestaltungen vermeiden. Soweit die Regelung im extrem gelagerten Einzelfall zu grob sachwidrigen Ergebnissen f\u00fchren sollte, k\u00e4men gegebenenfalls Billigkeitsma\u00dfnahmen in Betracht.<\/p>\n<p>Die vom Finanzgericht zugelassene Revision ist unter dem Az. IV R 19\/19 anh\u00e4ngig.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle:\u00a0FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 10.10.2019 zum Gerichtsbescheid 15 K 1131\/19 vom 31.05.2019 (nrkr &#8211; BFH-Az.: IV R 19\/19)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schuldzinsen sind gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 4a Satz 1 EStG nicht als Betriebsausgaben abziehbar, wenn sog. \u00dcberentnahmen get\u00e4tigt worden sind. Die nicht abziehbaren Schuldzinsen werden gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 4a Satz 3 EStG typisiert mit 6 Prozent der \u00dcberentnahme berechnet. 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