{"id":548,"date":"2012-04-30T10:23:21","date_gmt":"2012-04-30T08:23:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=548"},"modified":"2012-09-20T07:14:02","modified_gmt":"2012-09-20T05:14:02","slug":"ist-die-doppelbelastung-mit-umsatz-und-grunderwerbsteuer-zulassig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ist-die-doppelbelastung-mit-umsatz-und-grunderwerbsteuer-zulassig\/","title":{"rendered":"Ist die Doppelbelastung mit Umsatz- und Grunderwerbsteuer zul\u00e4ssig?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ist die Doppelbelastung mit Umsatz- und Grunderwerbsteuer zul\u00e4ssig?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>Das Umsatzsteuergesetz (UStG) sieht eine Befreiung f\u00fcr Ums\u00e4tze vor, die unter das Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) fallen. Wer nun glaubt, dass dies eine Doppelbelastung von Umsatz- und Grunderwerbsteuer ausschlie\u00dft, der irrt, zumindest bisher. Die Sachlage kann sich n\u00e4mlich durch eine neues Verfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) \u00e4ndern. Nach der Rechtsprechung des BFH k\u00f6nnen unter bestimmten Voraussetzungen der Kauf eines Grundst\u00fcckes sowie der Vertrag \u00fcber dessen Bebauung als einheitliches Vertragswerk qualifiziert werden. Dies hat zur Folge, dass nicht nur der Erwerb des Grundst\u00fccks der Grunderwerbsteuer unterliegt, sondern auch die Baukosten inklusive die darin enthaltene Umsatzsteuer. Einen Widerspruch zur der o. g. Steuerbefreiung sieht der BFH nicht.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger, ein Ehepaar, schlossen im zeitlichen Zusammenhang mit dem Abschluss eines notariellen Kaufvertrags \u00fcber ein unbebautes Grundst\u00fcck einen Bauvertrag zwecks Errichtung einer Doppelhaush\u00e4lfte ab. Das Finanzamt stellte fest, dass neben dem Bautr\u00e4ger noch ein Baubetreuungsunternehmen in die Bauplanung involviert war. Letzteres hatte wiederum die Erlaubnis des Ver\u00e4u\u00dferers des Grundst\u00fccks, dieses anzubieten. Aufgrund dieser Verflechtungen wertete das Finanzamt Grundst\u00fcckskauf- und Bauvertrag als einheitliches Vertragswerk. Als Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer zog es den Kaufpreis des Grundst\u00fcckes und die Baukosten heran. Hiergegen klagte das Ehepaar.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Das Nieders\u00e4chsische Finanzgericht h\u00e4lt die Festsetzung von Grunderwerbsteuer auf Basis der Baukosten f\u00fcr rechtswidrig. Der der Festsetzung zugrunde liegenden Rechtsprechung des BFH folgt das FG nicht, da es diese u. a. als Versto\u00df gegen das Gemeinschaftsrecht wertet.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Das Finanzgericht hat die Revision zugelassen. Das Urteil des BFH ist abzuwarten. Bis dahin sollten entsprechende Veranlagungen bzw. Verfahren unter Verweis auf das anh\u00e4ngige Verfahren offen gehalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist die Doppelbelastung mit Umsatz- und Grunderwerbsteuer zul\u00e4ssig? Rechtslage Das Umsatzsteuergesetz (UStG) sieht eine Befreiung f\u00fcr Ums\u00e4tze vor, die unter das Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) fallen. Wer nun glaubt, dass dies eine Doppelbelastung von Umsatz- und Grunderwerbsteuer ausschlie\u00dft, der irrt, zumindest bisher. Die Sachlage kann sich n\u00e4mlich durch eine neues Verfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) \u00e4ndern. 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