{"id":55577,"date":"2019-11-16T18:15:57","date_gmt":"2019-11-16T16:15:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=55577"},"modified":"2019-11-16T18:15:57","modified_gmt":"2019-11-16T16:15:57","slug":"zustellung-von-einkommensteuerbescheiden-in-der-schweiz-seit-2017-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/zustellung-von-einkommensteuerbescheiden-in-der-schweiz-seit-2017-moeglich\/","title":{"rendered":"Zustellung von Einkommensteuerbescheiden in der Schweiz seit 2017 m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2><strong><span style=\"font-size: 16px;\">Die Beteiligten stritten dar\u00fcber, ob das beklagte Finanzamt Einkommensteuerbescheide \u00f6ffentlich zustellen durfte.<\/span><\/strong><\/h2>\n<\/article>\n<article>Der Kl\u00e4ger lebt seit dem Jahr 2013 in der Schweiz. Der Aufforderung des Beklagten, einen inl\u00e4ndischen Empfangsbevollm\u00e4chtigten zu bestellen, kam er nicht nach. Stattdessen bat der Kl\u00e4ger den Beklagten, ihm s\u00e4mtliche Schreiben an seine Wohnanschrift in der Schweiz zu schicken.<\/p>\n<p>Im April 2017 erlie\u00df der Beklagte ge\u00e4nderte Einkommensteuerbescheide f\u00fcr die Veranlagungszeitr\u00e4ume 2009 bis 2013. Er ordnete die \u00f6ffentliche Zustellung der Bescheide an und informierte den Kl\u00e4ger dar\u00fcber. Der Beklagte vertrat die Ansicht, dass eine Zustellung der Bescheide in der Schweiz nicht zul\u00e4ssig sei. Da der Kl\u00e4ger keinen Empfangsbevollm\u00e4chtigten benannt habe, k\u00f6nne eine Zustellung nur im Wege der \u00f6ffentlichen Zustellung erfolgen.<\/p>\n<p>Dagegen hat sich der Kl\u00e4ger erfolgreich gewehrt. Das Finanzgericht hat seiner Klage mit Urteil vom 08.10.2019 (Az. 10 K 963\/18 E) stattgegeben und festgestellt, dass die Einkommensteuerbescheide mangels ordnungsgem\u00e4\u00dfer Bekanntgabe nicht wirksam geworden seien.<\/p>\n<p>Eine \u00f6ffentliche Zustellung habe nicht erfolgen d\u00fcrfen, weil eine Zustellung in der Schweiz m\u00f6glich gewesen sei. Der Beklagte h\u00e4tte die Bescheide dem Kl\u00e4ger in der Schweiz pers\u00f6nlich zustellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Gericht st\u00fctzte sich in seiner Begr\u00fcndung auf eine \u00fcberarbeitete Fassung des \u00dcbereinkommens \u00fcber die gegenseitige Amtshilfe in Steuersachen zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland. Dieses \u00dcbereinkommen gelte in der Schweiz seit dem Jahresbeginn 2017 und erlaube die Zustellung von Einkommensteuerbescheiden in der Schweiz per Einschreiben mit R\u00fcckschein. Das Gericht f\u00fchrte aus, dass diese M\u00f6glichkeit &#8211; entgegen der Ansicht der deutschen Finanzbeh\u00f6rden &#8211; nicht nur f\u00fcr Einkommensteuerbescheide ab dem Veranlagungszeitraum 2018, sondern f\u00fcr s\u00e4mtliche Einkommensteuerbescheide bestehe.<\/p>\n<p>Die Entscheidung ist nicht rechtskr\u00e4ftig; das Gericht hat die Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 12.11.2019 zum Urteil 10 K 963\/18 vom 08.10.2019 (nrkr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Beteiligten stritten dar\u00fcber, ob das beklagte Finanzamt Einkommensteuerbescheide \u00f6ffentlich zustellen durfte. Der Kl\u00e4ger lebt seit dem Jahr 2013 in der Schweiz. Der Aufforderung des Beklagten, einen inl\u00e4ndischen Empfangsbevollm\u00e4chtigten zu bestellen, kam er nicht nach. 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