{"id":56054,"date":"2019-12-06T20:20:16","date_gmt":"2019-12-06T18:20:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=56054"},"modified":"2019-12-06T20:20:16","modified_gmt":"2019-12-06T18:20:16","slug":"zusatzrente-der-pensionskasse-rundfunk-auch-bei-freien-mitarbeitern-beitragspflichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/zusatzrente-der-pensionskasse-rundfunk-auch-bei-freien-mitarbeitern-beitragspflichtig\/","title":{"rendered":"Zusatzrente der Pensionskasse Rundfunk auch bei freien Mitarbeitern beitragspflichtig"},"content":{"rendered":"<section id=\"content\"><\/section>\n<section id=\"main-content\">\n<article><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Versorgungsbez\u00fcge gelten bei der Bemessung der Beitr\u00e4ge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung als der Rente vergleichbare Einnahmen. Dies sind insbesondere auch Renten der betrieblichen Altersversorgung, zu denen auch die Zusatzrenten der Pensionskasse Rundfunk z\u00e4hlen. Dies entschied in einem am 03.12.2019 ver\u00f6ffentlichten Urteil der 8. Senat des Hessischen Landessozialgerichts.<\/span><\/p>\n<\/article>\n<article>\n<h3>Eine fr\u00fchere freie Mitarbeiterin des Hessischen Rundfunks erh\u00e4lt Zusatzrente und muss deshalb h\u00f6here Versicherungsbeitr\u00e4ge zahlen<\/h3>\n<p>Eine 67-j\u00e4hrige Frau aus Kassel war seit April 1995 freie Mitarbeiterin beim Hessischen Rundfunk und Mitglied der Pensionskasse Rundfunk &#8211; einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. In diese Pensionskasse zahlte die Versicherte ebenso wie die Rundfunkanstalt Beitr\u00e4ge in H\u00f6he von 4 % ihrer beitragspflichtigen Honorare. Seit dem Bezug der Altersrente erh\u00e4lt die Versicherte auch eine Zusatzrente der Pensionskasse Rundfunk, welche die gesetzliche Krankenkasse der Beitragsbemessung zugrunde legte. Die Versicherte wandte sich dagegen mit der Begr\u00fcndung, dass die Pensionskasse keine Institution der betrieblichen Altersversorgung sei.<\/p>\n<h3>Zusatzrente der Pensionskasse Rundfunk unterliegt der Beitragspflicht der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung<\/h3>\n<p>Die Richter beider Instanzen gaben der Krankenkasse Recht. Eine Rente der Pensionskasse Rundfunk sei als Renten der betrieblichen Altersversorgung bei der Beitragsbemessung heranzuziehen. Ma\u00dfgeblich seien insoweit die Altersbez\u00fcge, die im Zusammenhang zur fr\u00fcheren Besch\u00e4ftigung stehen. Diese Altersbez\u00fcge h\u00e4tten eine Einkommensersatzfunktion und seien daher mit den Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbar. Im Gegensatz dazu st\u00fcnden die privaten Lebensversicherungen, f\u00fcr die Pr\u00e4mien unabh\u00e4ngig von einer Erwerbst\u00e4tigkeit zu zahlen seien.<\/p>\n<p>Keine Voraussetzung f\u00fcr eine Beitragspflicht sei zudem, dass ein Arbeitsverh\u00e4ltnis bestanden habe. Vielmehr sei auch bei freien Mitarbeitern die Zusatzrente der Pensionskasse Rundfunk bei der Bemessung der Beitr\u00e4ge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung heranzuziehen.<\/p>\n<p>Die Revision wurde nicht zugelassen.<\/p>\n<h3>Hinweise zur Rechtslage<\/h3>\n<p class=\"opening\">\u00a7 226 Sozialgesetzbuch F\u00fcnftes Buch (SGB V)<\/p>\n<p>(1) Bei versicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten werden der Beitragsbemessung zugrunde gelegt<\/p>\n<p>1. das Arbeitsentgelt aus einer versicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung,<\/p>\n<p>2. der Zahlbetrag der Rente der gesetzlichen Rentenversicherung<\/p>\n<p>3. der Zahlbetrag der der Rente vergleichbaren Einnahmen (Versorgungsbez\u00fcge)<\/p>\n<p>(&#8230;)<\/p>\n<p class=\"opening\">\u00a7 229 SGB V<\/p>\n<p>(1) Als der Rente vergleichbare Einnahmen (Versorgungsbez\u00fcge) gelten, soweit sie wegen einer Einschr\u00e4nkung der Erwerbsf\u00e4higkeit oder zur Alters- oder Hinterbliebenenversorgung erzielt werden (&#8230;)<\/p>\n<p>5. Renten der betrieblichen Altersversorgung einschlie\u00dflich der Zusatzversorgung im \u00f6ffentlichen Dienst und der h\u00fcttenknappschaftlichen Zusatzversorgung; au\u00dfer Betracht bleiben Leistungen aus Altersvorsorgeverm\u00f6gen im Sinne des \u00a7 92 des Einkommensteuergesetzes sowie Leistungen, die der Versicherte nach dem Ende des Arbeitsverh\u00e4ltnisses als alleiniger Versicherungsnehmer aus nicht durch den Arbeitgeber finanzierten Beitr\u00e4gen erworben hat. (&#8230;)<\/p>\n<p class=\"opening\">\u00a7 57 Sozialgesetzbuch Elftes Buch (SGB XI)<\/p>\n<p>(1) Bei Mitgliedern der Pflegekassen (&#8230;) gelten die \u00a7\u00a7 226 bis 232a (&#8230;) des F\u00fcnften Buches (&#8230;).<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: LSG Hessen, Pressemitteilung vom 03.12.2019 zum Urteil L 8 KR 482\/17 vom 24.10.2019<\/p>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Versorgungsbez\u00fcge gelten bei der Bemessung der Beitr\u00e4ge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung als der Rente vergleichbare Einnahmen. Dies sind insbesondere auch Renten der betrieblichen Altersversorgung, zu denen auch die Zusatzrenten der Pensionskasse Rundfunk z\u00e4hlen. Dies entschied in einem am 03.12.2019 ver\u00f6ffentlichten Urteil der 8. Senat des Hessischen Landessozialgerichts. 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