{"id":56244,"date":"2019-12-14T16:30:51","date_gmt":"2019-12-14T14:30:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=56244"},"modified":"2019-12-14T16:30:51","modified_gmt":"2019-12-14T14:30:51","slug":"bfh-eugh-vorlage-zur-umsatzsteuerfreiheit-bei-der-entwicklung-und-vermittlung-von-versicherungsprodukten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-eugh-vorlage-zur-umsatzsteuerfreiheit-bei-der-entwicklung-und-vermittlung-von-versicherungsprodukten\/","title":{"rendered":"BFH: EuGH-Vorlage zur Umsatzsteuerfreiheit bei der Entwicklung und Vermittlung von Versicherungsprodukten"},"content":{"rendered":"<article>Der Bundesfinanzhof (BFH) sieht es als zweifelhaft an, ob ein Versicherungsvermittler, der neben seiner Vermittlungst\u00e4tigkeit der Versicherungsgesellschaft dieser auch das vermittelte Versicherungsprodukt zur Verf\u00fcgung stellt, umsatzsteuerfreie Leistungen erbringt. Er hat daher mit Beschluss vom 05.09.2019 &#8211; V R 58\/17 ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) zur Kl\u00e4rung dieser Frage gerichtet.<\/p>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin hatte ein Versicherungsprodukt entwickelt, mit dem Schiffe und deren Crews gegen Piraterie bei der Durchfahrt durch den Golf von Aden versichert werden konnten. Sie gew\u00e4hrte einer Versicherungsgesellschaft eine Lizenz f\u00fcr die Nutzung dieses Versicherungsprodukts. Zus\u00e4tzlich \u00fcbernahm sie die Vermittlung dieser Versicherungen sowie weitere Leistungen bei der Durchf\u00fchrung der Versicherungsvertr\u00e4ge wie etwa im Bereich der Schadensabwicklung.<\/p>\n<p>Das Finanzamt (FA) ging davon aus, dass keine einheitliche Leistung, sondern drei getrennte Leistungen vorliegen. Dabei sei &#8211; unter Ber\u00fccksichtigung einer verbindlichen Auskunft &#8211; nur die unmittelbare T\u00e4tigkeit der Versicherungsvermittlung nach \u00a7 4 Nr. 11 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) steuerfrei. Die Lizenz\u00fcberlassung unterliege dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz nach \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 7 Buchst. c UStG, w\u00e4hrend auf weitere Leistungen zur Vertragsdurchf\u00fchrung einschlie\u00dflich Schadensregulierung der Regelsteuersatz anzuwenden sei. Daher unterwarf das FA 25 % der Gesamtverg\u00fctung f\u00fcr die Lizenz\u00fcberlassung dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz und 8 % der Gesamtverg\u00fctung f\u00fcr die verwaltungsbezogenen Leistungen dem Regelsteuersatz. Demgegen\u00fcber begehrte die Kl\u00e4gerin die volle Umsatzsteuerfreiheit. Die Klage vor dem Finanzgericht hatte keinen Erfolg, da umsatzsteuerrechtlich nur eine Leistung vorliege, die insgesamt steuerpflichtig sei.<\/p>\n<p>Auch der BFH geht von einer einheitlichen Leistung aus. Der BFH hat aber Zweifel an der zutreffenden Auslegung des unionsrechtlichen Steuerbefreiungstatbestandes f\u00fcr die Versicherungsvermittlung. Nach Art. 135 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 2006\/112\/EG (Mehrwertsteuersystemrichtlinie) sind Versicherungs- und R\u00fcckversicherungsums\u00e4tze einschlie\u00dflich der dazu geh\u00f6renden Dienstleistungen, die von Versicherungsmaklern und -vertretern erbracht werden, steuerfrei. Der EuGH soll hierzu kl\u00e4ren, ob eine einheitliche Leistung bestehend aus Versicherungsvermittlung, Lizenzgew\u00e4hrung zur Bereitstellung eines Versicherungsprodukts sowie weiteren Leistungen zur Vertragsdurchf\u00fchrung einschlie\u00dflich Schadensregulierung insgesamt steuerfrei ist, obwohl nur eine Nebenleistung (Versicherungsvermittlung) bei eigenst\u00e4ndiger Betrachtung steuerfrei w\u00e4re.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 80\/19 vom 12.12.2019 zum Urteil V R 58\/17 vom 05.09.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) sieht es als zweifelhaft an, ob ein Versicherungsvermittler, der neben seiner Vermittlungst\u00e4tigkeit der Versicherungsgesellschaft dieser auch das vermittelte Versicherungsprodukt zur Verf\u00fcgung stellt, umsatzsteuerfreie Leistungen erbringt. 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