{"id":56772,"date":"2020-01-10T19:45:32","date_gmt":"2020-01-10T17:45:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=56772"},"modified":"2020-01-10T19:45:32","modified_gmt":"2020-01-10T17:45:32","slug":"grundstuecksschenkung-an-ein-kind-bei-anschliessender-weiterschenkung-an-das-enkelkind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundstuecksschenkung-an-ein-kind-bei-anschliessender-weiterschenkung-an-das-enkelkind\/","title":{"rendered":"Grundst\u00fccksschenkung an ein Kind bei anschlie\u00dfender Weiterschenkung an das Enkelkind"},"content":{"rendered":"<article>Die Beteiligten stritten im Verfahren gegen einen Schenkungsteuerbescheid dar\u00fcber, ob es sich bei der \u00dcbertragung eines Grundst\u00fccks auf die Kl\u00e4gerin um eine freigebige Zuwendung ihrer Gro\u00dfmutter oder ihrer Mutter handelte. Die Mutter der Kl\u00e4gerin hatte mit notariellem Vertrag vom 8. Dezember 2006 ein 1.400 qm gro\u00dfes Grundst\u00fcck schenkweise von ihrer Mutter erhalten. Mit notarieller Urkunde vom selben Tag \u00fcbertrug sie einen Teil des Grundst\u00fccks &#8211; ohne Gegenleistung &#8211; auf ihre Tochter, die Kl\u00e4gerin. Die Weiter\u00fcbertragung des Grundst\u00fccksteils auf die Kl\u00e4gerin war bereits in einem gemeinschaftlichen Testament der Gro\u00dfeltern vorgesehen.<\/p>\n<\/article>\n<article>Das FA ging von einer unzul\u00e4ssigen Kettenschenkung und f\u00fcr Zwecke der Schenkungsteuer von einer direkten Schenkung der Gro\u00dfmutter an die Kl\u00e4gerin aus. Nachdem die Mutter der Kl\u00e4gerin zun\u00e4chst in ihrer Steuererkl\u00e4rung zur Minderung der Steuerlast angegeben hatte, zur Weitergabe des Grundst\u00fccksteils an die Tochter verpflichtet gewesen zu sein, teilte sie dem Finanzamt sp\u00e4ter mit, dass sie vollen Entscheidungsspielraum gehabt habe und nicht zur Weitergabe verpflichtet gewesen sei. Das FG Hamburg gab der Klage gegen den Schenkungsteuerbescheid statt und verneinte eine freigebige Zuwendung der Gro\u00dfmutter an die Kl\u00e4gerin. Zivilrechtlich l\u00e4gen zwei Schenkungen zwischen verschiedenen Personen vor, diese Beurteilung sei auch schenkungsrechtlich ma\u00dfgeblich. Nach der Beweisaufnahme sei davon auszugehen, dass die Schenkung der Gro\u00dfmutter an ihre Tochter bereits ausgef\u00fchrt gewesen sei, als diese den Grundst\u00fccksteil auf die Kl\u00e4gerin \u00fcbertragen habe. Eine Weitergabeverpflichtung habe sich nicht feststellen lassen. Das blo\u00dfe Einverst\u00e4ndnis mit der Weiter\u00fcbertragung reiche nicht aus. Schlie\u00dflich verneinte das Gericht auch einen Gestaltungsmissbrauch. Angeh\u00f6rige seien berechtigt, ihre Rechtsverh\u00e4ltnisse untereinander so zu gestalten, dass sie steuerrechtlich m\u00f6glichst g\u00fcnstig seien.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG Hamburg, Mitteilung vom 06.01.2020 zum Urteil 3 K 123\/18 vom 20.08.2019 (rkr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Beteiligten stritten im Verfahren gegen einen Schenkungsteuerbescheid dar\u00fcber, ob es sich bei der \u00dcbertragung eines Grundst\u00fccks auf die Kl\u00e4gerin um eine freigebige Zuwendung ihrer Gro\u00dfmutter oder ihrer Mutter handelte. Die Mutter der Kl\u00e4gerin hatte mit notariellem Vertrag vom 8. Dezember 2006 ein 1.400 qm gro\u00dfes Grundst\u00fcck schenkweise von ihrer Mutter erhalten. 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