{"id":57491,"date":"2020-02-08T17:45:07","date_gmt":"2020-02-08T15:45:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=57491"},"modified":"2020-02-08T17:45:07","modified_gmt":"2020-02-08T15:45:07","slug":"abgasskandal-oberlandesgericht-oldenburg-zur-verjaehrung-in-abgas-faellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/abgasskandal-oberlandesgericht-oldenburg-zur-verjaehrung-in-abgas-faellen\/","title":{"rendered":"Abgasskandal: Oberlandesgericht Oldenburg zur Verj\u00e4hrung in &#8222;Abgas-F\u00e4llen&#8220;"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Klageerhebung noch nach Ende 2018 m\u00f6glich<\/span><\/h2>\n<div id=\"vorspann\">\n<p>Der erste Zivilsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg hat am 30.01.2020 erneut Urteile zum sog. Abgasskandal verk\u00fcndet. Ein Kernpunkt der Verfahren war die Frage, ob die von den K\u00e4ufern geltend gemachten Schadensersatzanspr\u00fcche bei einer Klageerhebung nach 2018 bereits verj\u00e4hrt sein k\u00f6nnten. Dies k\u00f6nnte der Fall sein, wenn die sog. Verj\u00e4hrungsfrist bereits im Jahr 2015 begonnen h\u00e4tte. Die regelm\u00e4\u00dfige Verj\u00e4hrungsfrist betr\u00e4gt nach \u00a7 195 BGB drei Jahre.<\/p>\n<\/div>\n<\/article>\n<article>Der Senat hat entschieden, dass die Verj\u00e4hrungsfrist nicht bereits im Jahr 2015 begonnen hat. Zum Verj\u00e4hrungsbeginn geh\u00f6rten nicht nur die Kenntnis von Schaden und Sch\u00e4diger, sondern auch die Kenntnis der Tatsachen, auf deren Grundlage der Anspruchsinhaber eine hinreichend aussichtsreiche, wenn auch nicht risikolose Klage erheben kann. Man muss zwar nicht alle Details kennen, man muss aber auch nicht schon Klage erheben, solange der Sachverhalt noch weitgehend ungekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p>Volkswagen hatte im September 2015 mitgeteilt, dass es bei dem Motor EA 189 \u201eeine auff\u00e4llige Abweichung zwischen Pr\u00fcfstandswerten und realem Fahrbetrieb&#8220; gebe. Der Konzern hatte aber bestritten, dass der VW-Vorstand oder andere Personen in verantwortlicher Stellung davon gewusst h\u00e4tten. Der Umfang des Gesamtkomplexes sei erst im Laufe des Jahre 2016 durch die Medien, Staatsanwaltschaften und Rechtsanw\u00e4lte aufgekl\u00e4rt worden.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4digten h\u00e4tten daher zwar bereits 2015 von der Mangelhaftigkeit ihrer Fahrzeuge erfahren, von den Umst\u00e4nden, die eine vors\u00e4tzliche sittenwidrige Sch\u00e4digung begr\u00fcndeten, aber erst sp\u00e4ter. Eine Klageerhebung sei daher bis Ende 2015 noch nicht zumutbar gewesen. Die dreij\u00e4hrige Verj\u00e4hrungsfrist sei daher Ende 2018 noch nicht abgelaufen gewesen. Die Gesch\u00e4digten h\u00e4tten daher auch im Jahr 2019 noch klagen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Entscheidungen sind noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Der Senat hat die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: OLG Oldenburg, Pressemitteilung zu den Urteilen 1 U 131\/19 und 1 U 137\/19 vom 30.01.2020 (nrkr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klageerhebung noch nach Ende 2018 m\u00f6glich Der erste Zivilsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg hat am 30.01.2020 erneut Urteile zum sog. Abgasskandal verk\u00fcndet. Ein Kernpunkt der Verfahren war die Frage, ob die von den K\u00e4ufern geltend gemachten Schadensersatzanspr\u00fcche bei einer Klageerhebung nach 2018 bereits verj\u00e4hrt sein k\u00f6nnten. Dies k\u00f6nnte der Fall sein, wenn die sog. 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