{"id":57535,"date":"2020-02-08T18:01:38","date_gmt":"2020-02-08T16:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=57535"},"modified":"2020-02-08T18:01:38","modified_gmt":"2020-02-08T16:01:38","slug":"bfh-zur-unternehmereigenschaft-von-aufsichtsratsmitgliedern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-zur-unternehmereigenschaft-von-aufsichtsratsmitgliedern\/","title":{"rendered":"BFH zur Unternehmereigenschaft von Aufsichtsratsmitgliedern"},"content":{"rendered":"<article><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Tr\u00e4gt das Mitglied eines Aufsichtsrats aufgrund einer nicht variablen Festverg\u00fctung kein Verg\u00fctungsrisiko, ist es nicht als Unternehmer t\u00e4tig. Dies hat der Bundesfinanzhof entgegen bisheriger Rechtsprechung mit Urteil vom 27.11.2019 &#8211; V R 23\/19 (V R 62\/17) entschieden.<\/span><\/p>\n<\/article>\n<article>Der Kl\u00e4ger war leitender Angestellter der S-AG und zugleich Aufsichtsratsmitglied der E-AG, deren Alleingesellschafter die S-AG war. Nach der Satzung der E-AG erhielt jedes Aufsichtsratsmitglied f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit eine j\u00e4hrliche Festverg\u00fctung von 20.000 Euro oder einen zeitanteiligen Anteil hiervon. Der Kl\u00e4ger wandte sich gegen die Annahme, dass er als Mitglied des Aufsichtsrats Unternehmer sei und in dieser Eigenschaft umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringe. Einspruch und Klage zum Finanzgericht hatten keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber gab der BFH der Klage statt. Er begr\u00fcndete dies mit der Rechtsprechung des Gerichtshofes der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) zur Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.11.2006 \u00fcber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem, die bei der Auslegung des nationalen Rechts zu ber\u00fccksichtigen sei. Nach der EuGH-Rechtsprechung \u00fcbe das Mitglied eines Aufsichtsrats unter bestimmten Voraussetzungen keine selbst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit aus. Ma\u00dfgeblich ist, dass das Aufsichtsratsmitglied f\u00fcr Rechnung und unter Verantwortung des Aufsichtsrats handelt und dabei auch kein wirtschaftliche Risiko tr\u00e4gt. Letzteres ergab sich in dem vom EuGH entschiedenen Einzelfall daraus, dass das Aufsichtsratsmitglied eine feste Verg\u00fctung erhielt, die weder von der Teilnahme an Sitzung noch von seinen tats\u00e4chlich geleisteten Arbeitsstunden abh\u00e4ngig war.<\/p>\n<p>Dem hat sich der BFH in seinem neuen Urteil unter Aufgabe bisheriger Rechtsprechung f\u00fcr den Fall angeschlossen, dass das Aufsichtsratsmitglied f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit eine Festverg\u00fctung erh\u00e4lt. Ausdr\u00fccklich offengelassen hat der BFH, ob f\u00fcr den Fall, dass das Aufsichtsratsmitglied eine variable Verg\u00fctung erh\u00e4lt, an der Unternehmereigenschaft entsprechend bisheriger Rechtsprechung festzuhalten ist.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 6\/20 vom 06.02.2020 zum Urteil V R 23\/19 vom 27.11.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tr\u00e4gt das Mitglied eines Aufsichtsrats aufgrund einer nicht variablen Festverg\u00fctung kein Verg\u00fctungsrisiko, ist es nicht als Unternehmer t\u00e4tig. Dies hat der Bundesfinanzhof entgegen bisheriger Rechtsprechung mit Urteil vom 27.11.2019 &#8211; V R 23\/19 (V R 62\/17) entschieden. Der Kl\u00e4ger war leitender Angestellter der S-AG und zugleich Aufsichtsratsmitglied der E-AG, deren Alleingesellschafter die S-AG war. 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