{"id":57602,"date":"2020-02-22T19:25:04","date_gmt":"2020-02-22T17:25:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=57602"},"modified":"2020-02-22T19:25:04","modified_gmt":"2020-02-22T17:25:04","slug":"dieselverfahren-gelegenheit-zur-nacherfuellung-von-drei-monaten-zumutbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/dieselverfahren-gelegenheit-zur-nacherfuellung-von-drei-monaten-zumutbar\/","title":{"rendered":"Dieselverfahren: Gelegenheit zur Nacherf\u00fcllung von drei Monaten zumutbar"},"content":{"rendered":"<article><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">In dem Verfahren 2 U 104\/18 hat der Kl\u00e4ger, der im Jahr 2017 einen Porsche Cayenne 3,0 Liter Diesel (Abgasnorm Euro 6) als Gebrauchtwagen zu einem Preis von 63.000 Euro erworben hatte, das beklagte Autohaus aus kaufrechtlicher Gew\u00e4hrleistung auf R\u00fcckabwicklung des Kaufvertrags in Anspruch genommen. Nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt wegen einer bei diesem Fahrzeugtyp verbauten Motorsteuerungsger\u00e4te-Software, durch die die Stickoxidwerte im Vergleich zwischen Pr\u00fcfstandlauf und realem Fahrbetrieb ver\u00e4ndert werden, Beanstandungen erhoben hatte, hatte der Kl\u00e4ger zeitnah den R\u00fccktritt vom Kaufvertrag erkl\u00e4rt. Die Beklagte hatte eine R\u00fcckabwicklung des Kaufvertrags unter Hinweis auf eine bevorstehende R\u00fcckrufaktion, bei der die Beanstandung durch Aufspielen eines Software-Updates behoben w\u00fcrde, abgelehnt.<\/span><\/p>\n<\/article>\n<article>Das Landgericht Saarbr\u00fccken hat der Klage in erster Instanz stattgegeben.<\/p>\n<p>Die hiergegen gerichtete Berufung des beklagten Autohauses hatte Erfolg. Der 2. Zivilsenat hat in Ab\u00e4nderung der erstinstanzlichen Entscheidung die Klage abgewiesen. Das R\u00fcckabwicklungsverlangen des Kl\u00e4gers scheitere &#8211; unabh\u00e4ngig von der Frage des Vorliegens eines Mangels des Fahrzeugs &#8211; daran, dass er der Beklagten vor Erkl\u00e4rung des R\u00fccktritts keine ausreichende Gelegenheit zur Nacherf\u00fcllung gegeben habe. Die insoweit durch den Kl\u00e4ger gesetzte Frist von lediglich zwei Wochen sei nicht ausreichend und eine hierdurch in Lauf gesetzte angemessene Frist zum Zeitpunkt der R\u00fccktrittserkl\u00e4rung noch nicht abgelaufen gewesen. Hierbei sei insbesondere zu ber\u00fccksichtigen, dass die Beklagte bei der Nachbesserung auf eine Mitwirkung des Herstellers angewiesen gewesen sei, der seinerseits die R\u00fcckrufaktion in Abstimmung mit dem Kraftfahrtbundesamt habe vorbereiten m\u00fcssen. Da die Beklagte den Kl\u00e4ger hier\u00fcber sowie \u00fcber ihre Bereitschaft zur Nachbesserung informiert habe, sei diesem ein Zuwarten von jedenfalls drei Monaten zumutbar gewesen, zumal er das Fahrzeug in der Zwischenzeit ohne Gebrauchsbeeintr\u00e4chtigung habe nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: OLG Saarland, Pressemitteilung vom 14.02.2020 zum Urteil 2 U 104\/18 vom 14.02.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Verfahren 2 U 104\/18 hat der Kl\u00e4ger, der im Jahr 2017 einen Porsche Cayenne 3,0 Liter Diesel (Abgasnorm Euro 6) als Gebrauchtwagen zu einem Preis von 63.000 Euro erworben hatte, das beklagte Autohaus aus kaufrechtlicher Gew\u00e4hrleistung auf R\u00fcckabwicklung des Kaufvertrags in Anspruch genommen. 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