{"id":57628,"date":"2020-02-22T19:48:50","date_gmt":"2020-02-22T17:48:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=57628"},"modified":"2020-02-22T19:48:50","modified_gmt":"2020-02-22T17:48:50","slug":"antragsrecht-fuer-kfz-steuer-befreiung-fuer-behinderte-person-geht-nach-deren-tod-auf-rechtsnachfolger-ueber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/antragsrecht-fuer-kfz-steuer-befreiung-fuer-behinderte-person-geht-nach-deren-tod-auf-rechtsnachfolger-ueber\/","title":{"rendered":"Antragsrecht f\u00fcr Kfz-Steuer-Befreiung f\u00fcr behinderte Person geht nach deren Tod auf Rechtsnachfolger \u00fcber"},"content":{"rendered":"<article><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Das Antragsrecht f\u00fcr eine Kraftfahrzeugsteuerbefreiung f\u00fcr eine behinderte Person geht nach deren Tod auf den Rechtsnachfolger \u00fcber. So entschied das Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg mit Urteil vom 18. Oktober 2019 (Az. 13 K 1012\/18). Die vom beklagten Hauptzollamt eingelegte Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Az. IV R 38\/19 anh\u00e4ngig.<\/span><\/p>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4ger sind Miterben des am 18. Juli 2017 verstorbenen Erblassers. Dieser war Halter eines Fahrzeugs bis zu dessen Abmeldung am 7. Mai 2017. Infolge der Abmeldung erm\u00e4\u00dfigte der Beklagte am 18. Mai 2017 die festgesetzte Kraftfahrzeugsteuer. Das Landratsamt stellte mit Bescheid vom 22. Juni 2017 f\u00fcr den Erblasser einen Grad der Behinderung von 100 sowie die Merkzeichen G, B, H, aG und RF seit dem 24. Februar 2017 fest. Im Januar 2018 beantragten die Kl\u00e4ger, das streitgegenst\u00e4ndliche, nicht zweckentfremdet verwendete Fahrzeug nach \u00a7 3a Abs 1 Kraftfahrzeugsteuergesetz (KraftStG) r\u00fcckwirkend ab dem 24. Februar 2017 von der Kraftfahrzeugsteuer zu befreien. Dies lehnte der Beklagte ab. Die Steuerbefreiung sei ein h\u00f6chstpers\u00f6nliches Recht und k\u00f6nne nicht auf die Erben \u00fcbergehen. Nach dem Tod des Fahrzeughalters k\u00f6nne der Zweck der Steuerbefreiung, die F\u00f6rderung der Mobilit\u00e4t behinderter Menschen, nicht mehr erreicht werden.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger hatten mit ihrer Klage Erfolg. Das Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg entschied, der Kraftfahrzeugsteuerbescheid sei nach \u00a7 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) zu \u00e4ndern. \u00a7 3a Abs. 1 KraftStG befreie das Halten von Kraftfahrzeugen \u201esolange die Fahrzeuge f\u00fcr schwerbehinderte Personen zugelassen sind\u201c, die die gesetzlichen Voraussetzungen f\u00fcr die Befreiung erf\u00fcllen. Stichtag f\u00fcr die Kraftfahrzeugsteuererm\u00e4\u00dfigung sei grunds\u00e4tzlich das Ausstellungsdatum des Schwerbehindertenausweises, sofern nicht im Ausweis ein fr\u00fcheres Datum f\u00fcr den Eintritt der Behinderung festgestellt werde &#8211; so im Streitfall. Grunds\u00e4tzlich werde die Steuerbefreiung ab dem Tag der Antragstellung gew\u00e4hrt, da ein schriftlicher Antrag erforderlich sei. Abweichend hiervon sei nach \u00a7 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO in Verbindung mit \u00a7 171 Abs. 10 AO der im Schwerbehindertenausweis genannte Tag der Feststellung der Behinderung f\u00fcr die Steuerbefreiung ma\u00dfgebend. Die Erben des Halters seien als Gesamtrechtsnachfolger zur Antragstellung befugt. Forderungen aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis gingen nach \u00a7 45 Abs. 1 Satz 1 AO auf diese \u00fcber. Das Antragsrecht sei kein h\u00f6chstpers\u00f6nliches Recht. Es h\u00e4nge nicht von nicht beeinflussbaren Zuf\u00e4lligkeiten wie dem Tod ab.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG Baden-W\u00fcrttemberg, Pressemitteilung vom 17.02.2020 zum Urteil 13 K 1012\/18 vom 18.10.2019 (nrkr &#8211; BFH-Az.: IV R 38\/19)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Antragsrecht f\u00fcr eine Kraftfahrzeugsteuerbefreiung f\u00fcr eine behinderte Person geht nach deren Tod auf den Rechtsnachfolger \u00fcber. So entschied das Finanzgericht Baden-W\u00fcrttemberg mit Urteil vom 18. Oktober 2019 (Az. 13 K 1012\/18). Die vom beklagten Hauptzollamt eingelegte Revision ist beim Bundesfinanzhof unter dem Az. IV R 38\/19 anh\u00e4ngig. 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