{"id":57770,"date":"2020-03-15T17:06:08","date_gmt":"2020-03-15T15:06:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=57770"},"modified":"2020-03-15T17:06:33","modified_gmt":"2020-03-15T15:06:33","slug":"57770-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/57770-2\/","title":{"rendered":"BFH: Tarifbeg\u00fcnstigte Ver\u00e4u\u00dferung einer freiberuflichen Praxis"},"content":{"rendered":"<article><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Die steuerlich beg\u00fcnstigte Ver\u00e4u\u00dferung einer freiberuflichen Praxis setzt voraus, dass die wesentlichen verm\u00f6gensm\u00e4\u00dfigen Grundlagen der bisherigen T\u00e4tigkeit entgeltlich und definitiv auf einen anderen \u00fcbertragen werden. Dazu muss der Ver\u00e4u\u00dferer seine freiberufliche T\u00e4tigkeit in seinem bisherigen Wirkungskreis zumindest f\u00fcr eine gewisse Zeit einstellen. Eine starre zeitliche Grenze, nach der die T\u00e4tigkeit steuerunsch\u00e4dlich wieder aufgenommen werden darf, gibt es nicht. Unsch\u00e4dlich ist es im Grundsatz, wenn der Ver\u00e4u\u00dferer nachfolgend als Arbeitnehmer oder freier Mitarbeiter des Erwerbers t\u00e4tig wird oder wenn er seine freiberufliche T\u00e4tigkeit in geringf\u00fcgigem Ma\u00dfe fortf\u00fchrt, selbst wenn dies die Betreuung neuer Mandate umfasst.<\/span><\/p>\n<\/article>\n<article>Dies entschied der BFH in einem j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichten Beschluss. Er betrifft den Fall eines Steuerberaters, der die von ihm betriebene Kanzlei je zur H\u00e4lfte an einen Rechtsanwalt und einen Steuerberater ver\u00e4u\u00dferte. Sp\u00e4ter war er f\u00fcr die von ihm gemeinsam mit den Erwerbern gegr\u00fcndete Partnerschaftsgesellschaft als freier Mitarbeiter t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Im Rahmen seiner Einkommensteuererkl\u00e4rung war zu pr\u00fcfen, ob der Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung der Kanzlei nach \u00a7 34 III EStG beg\u00fcnstigt besteuert wird. Das Finanzamt lehnte dies im Ergebnis ab. Die Klage des Steuerberaters gegen den entsprechenden Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheid war erfolgreich. Die dagegen gerichtete Beschwerde des Finanzamtes wies der BFH als unbegr\u00fcndet zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Entscheidung betrifft zwar explizit die Ver\u00e4u\u00dferung einer Steuerberaterkanzlei. Die Aussagen des BFH sind jedoch auf Rechtsanw\u00e4ltinnen und Rechtsanw\u00e4lte \u00fcbertragbar. Soweit der BFH eine freie Mitarbeit des Ver\u00e4u\u00dferers in seiner fr\u00fcheren Kanzlei f\u00fcr unsch\u00e4dlich h\u00e4lt, stellt er sich gegen die Auffassung des Bundesministeriums der Finanzen. Es bleibt abzuwarten, wie die Finanzverwaltung auf die Entscheidung reagieren wird.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BRAK, Mitteilung vom 12.03.2020 zum Beschluss VIII B 131\/19 des BFH vom 11.02.2020<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>BFH, Beschluss vom 11.02.2020 &#8211; VIII B 131\/19<\/h3>\n<p class=\"titel\">Zur tarifbeg\u00fcnstigten Ver\u00e4u\u00dferung einer freiberuflichen Praxis<\/p>\n<p class=\"leitsatz\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>1. NV: Die tarifbeg\u00fcnstigte Ver\u00e4u\u00dferung einer freiberuflichen Praxis (\u00a7 18 Abs. 3 i.V.m. \u00a7 34 EStG) setzt voraus, dass der Steuerpflichtige die wesentlichen verm\u00f6gensm\u00e4\u00dfigen Grundlagen seiner bisherigen T\u00e4tigkeit entgeltlich und definitiv auf einen Anderen \u00fcbertr\u00e4gt. Hierzu muss der Ver\u00e4u\u00dferer seine freiberufliche T\u00e4tigkeit in dem bisherigen \u00f6rtlichen Wirkungskreis wenigstens f\u00fcr eine gewisse Zeit einstellen. Wann eine &#8222;definitive&#8220; \u00dcbertragung der wesentlichen Betriebsgrundlagen vorliegt, h\u00e4ngt jeweils von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls ab. Eine starre zeitliche Grenze, nach der die T\u00e4tigkeit steuerunsch\u00e4dlich wieder aufgenommen werden kann, besteht nicht. Dementsprechend ist auch keine &#8222;Wartezeit&#8220; von mindestens drei Jahren einzuhalten (Anschluss an BFH-Urteil vom 21.08.2018 &#8211; VIII R 2\/15, BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64).<\/p>\n<p>2. NV: Grunds\u00e4tzlich unsch\u00e4dlich ist es, wenn der Ver\u00e4u\u00dferer als Arbeitnehmer oder als freier Mitarbeiter im Auftrag und f\u00fcr Rechnung des Erwerbers t\u00e4tig wird. Auch eine geringf\u00fcgige Fortf\u00fchrung der bisherigen freiberuflichen T\u00e4tigkeit steht der Annahme einer beg\u00fcnstigten Praxisver\u00e4u\u00dferung nicht entgegen (Anschluss an BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64), und zwar auch dann nicht, wenn sie die Betreuung neuer Mandate umfasst (gegen BMF).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Antragsgegners gegen den Beschluss des Finanzgerichts M\u00fcnchen vom 23.07.2019 &#8211; 1 V 1211\/19 wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Antragsgegner zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tatbestand\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) erkl\u00e4rte im Streitjahr 2011 neben Eink\u00fcnften aus freiberuflicher T\u00e4tigkeit als Steuerberater und aus selbst\u00e4ndiger Arbeit gem\u00e4\u00df gesonderter Feststellung f\u00fcr die Partnerschaftsgesellschaft &#8230; (Partnerschaftsgesellschaft) auch einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR, hinsichtlich dessen er die Gew\u00e4hrung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a034 Abs.\u00a03 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG) beantragte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Gewinn resultierte aus der Ver\u00e4u\u00dferung seiner in A, B-Stra\u00dfe\u00a028, unter seinem Namen betriebenen Steuerberatungskanzlei. Diese hatte der Antragsteller mit Vertrag vom &#8230; 2011 mit Wirkung zum 01.07.2011 je zur H\u00e4lfte an Steuerberater S und Rechtsanwalt R (Erwerber) zum Preis von &#8230;\u00a0EUR verkauft. Gem\u00e4\u00df der Pr\u00e4ambel des Vertrages sollten die Erwerber die jeweils h\u00e4lftig erworbene Steuerkanzlei unentgeltlich an die bereits gegr\u00fcndete Partnerschaftsgesellschaft \u00fcberlassen. Der Antragsteller sollte zun\u00e4chst unentgeltlich im Rahmen einer sog. \u00fcberleitenden Mitarbeit f\u00fcr die Partnerschaftsgesellschaft t\u00e4tig werden. Er sollte im Rahmen einer freiberuflichen T\u00e4tigkeit aber auch nach der \u00fcberleitenden Mitarbeit als Partner weiterhin f\u00fcr die Partnerschaftsgesellschaft t\u00e4tig sein. Ausweislich der sog. R\u00fcckrechnungsklausel (\u00a7\u00a010 des Vertrages) hatten der Antragsteller und die Erwerber gemeinsam alle notwendigen Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um den zum \u00dcbergabezeitpunkt bestehenden Mandantenstamm zu erhalten und alles zu unterlassen, was zu einer Verringerung des Mandantenstammes f\u00fchrt. F\u00fcr den Fall, dass sich in dem Zeitraum vom 01.07.2011 bis zum 30.06.2013 die Ums\u00e4tze verringern sollten, hatte der Antragsteller den Erwerbern 50\u00a0% der weggefallenen Ums\u00e4tze als R\u00fcckzahlung des Kaufpreises zu erstatten. Ausweislich einer unter Bezugnahme auf diese sog. R\u00fcckrechnungsklausel ausgestellten Best\u00e4tigung vom 20.06.2013 hatten sich im Zeitraum vom 01.07.2011 bis 30.06.2013 die Ums\u00e4tze nicht verringert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Partnerschaftsgesellschaft hatten der Antragsteller und die Erwerber der Kanzlei bereits mit Vertrag vom 25.01.2011 mit Wirkung zum 01.07.2011 gegr\u00fcndet. Der Partnerschaftsvertrag sah vor, dass sich die Vertragsbeteiligten zwecks gemeinsamer Berufsaus\u00fcbung zusammenschlie\u00dfen. Die Erwerber verpflichteten sich, die vom Antragsteller zu erwerbende Kanzlei der Partnerschaft unentgeltlich zur Verf\u00fcgung zu stellen. An der Partnerschaftsgesellschaft waren der Antragsteller mit einem Anteil von 1\u00a0% und die Erwerber mit einem Anteil von jeweils 49,50\u00a0% beteiligt. Die Partner hatten Einlagen in Geld in H\u00f6he von 150\u00a0EUR (Antragsteller) bzw. jeweils 7.500\u00a0EUR (Erwerber) zu erbringen. Am Gewinn waren der Antragsteller zu 1\u00a0% und die Erwerber jeweils zu 49,50\u00a0% beteiligt. Der Gewinnanteil des Antragstellers war auf seine unterj\u00e4hrigen Entgelte f\u00fcr Beratungsleistungen anzurechnen. Demgegen\u00fcber waren am Verlust der Partnerschaft lediglich die Erwerber zu jeweils 50\u00a0% beteiligt (\u00a7\u00a020 des Partnerschaftsvertrages). Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a026 des Partnerschaftsvertrages hatte der Antragsteller ab dem 01.01.2012 durchschnittlich einen bis drei Tage pro Woche in Teilzeit f\u00fcr die Partnerschaft t\u00e4tig zu sein. Nach den bisherigen Feststellungen des Finanzgerichts (FG) ist der Antragsteller aufgrund einer K\u00fcndigung vom 26.06.2013 zum 31.12.2013 aus der Partnerschaftsgesellschaft gegen Buchwertabfindung ausgeschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Am 13.12.2012 hatten der Antragsteller und die Partnerschaftsgesellschaft einen Vertrag \u00fcber die freie Mitarbeit des Antragstellers geschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Zum 01.01.2014 hat der Antragsteller eine steuerberatende T\u00e4tigkeit aufgenommen, die er in seinem h\u00e4uslichen Arbeitszimmer in C aus\u00fcbt. Hieraus erzielte er nach eigenen Angaben Ums\u00e4tze in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR (2014), &#8230;\u00a0EUR (2015) und &#8230;\u00a0EUR (2016). Hiervon entfielen auf neue Mandanten Ums\u00e4tze in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR (2014), &#8230;\u00a0EUR (2015) und &#8230;\u00a0EUR (2016). Im Jahr 2014 entfalle &#8211;so der Antragsteller&#8211; ein Umsatz in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR auf seine T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Partnerschaftsgesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdef\u00fchrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f\u00fchrte zun\u00e4chst eine erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00dfe Veranlagung unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung durch. Im Anschluss an eine Au\u00dfenpr\u00fcfung erlie\u00df das FA am 23.05.2016 einen ge\u00e4nderten Einkommensteuerbescheid f\u00fcr das Streitjahr, wobei es den Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung aufhob. In dem \u00c4nderungsbescheid war ein Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR ber\u00fccksichtigt und gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a034 Abs.\u00a03 EStG beg\u00fcnstigt besteuert. Der Bescheid erging &#8222;vorl\u00e4ufig nach \u00a7\u00a0165 Abs.\u00a01 S.\u00a01 AO hinsichtlich der Ver\u00e4u\u00dferung der Steuerberatungskanzlei in 2011, da noch nicht beurteilt werden kann, ob die Voraussetzungen f\u00fcr eine beg\u00fcnstigte Ver\u00e4u\u00dferung nach \u00a7\u00a018 Abs.\u00a03 i.V.m. \u00a7\u00a016 Abs.\u00a01 EStG vorliegen&#8220;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ab dem 14.02.2019 pr\u00fcfte das FA das Vorliegen der Voraussetzungen f\u00fcr eine beg\u00fcnstigte Besteuerung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns des Antragstellers. Der Antragsteller teilte in diesem Zusammenhang mit, dass in den drei Jahren vor dem 01.07.2011 der durchschnittliche j\u00e4hrliche Umsatz seiner Steuerberatungskanzlei &#8230;\u00a0EUR betragen habe. Nach seinem Ausscheiden aus der Partnerschaftsgesellschaft habe er lediglich Ums\u00e4tze unterhalb der Geringf\u00fcgigkeitsgrenze erzielt. Die mit ehemaligen Mandanten seiner Kanzlei erzielten Ums\u00e4tze entspr\u00e4chen lediglich 6,18\u00a0% bis 7,37\u00a0% des j\u00e4hrlichen Durchschnittsumsatzes in den letzten drei Jahren vor der Ver\u00e4u\u00dferung der Kanzlei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ferner beantragte der Antragsteller die Ber\u00fccksichtigung weiterer, im Zusammenhang mit der Ver\u00e4u\u00dferung der Kanzlei angefallener nachtr\u00e4glicher Ver\u00e4u\u00dferungskosten. Am 26.03.2019 erlie\u00df das FA erneut einen Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheid f\u00fcr das Streitjahr, in dem es die Einkommensteuer auf &#8230;\u00a0EUR festsetzte. Dabei ging das FA von einem der H\u00f6he nach unver\u00e4nderten Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn von &#8230;\u00a0EUR aus. Die Beg\u00fcnstigung des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a03 EStG gew\u00e4hrte es nicht mehr. Zur Begr\u00fcndung verwies das FA auf die sch\u00e4dliche \u00dcbernahme neuer Mandanten durch den Antragsteller. In dem Bescheid vom 26.03.2019 setzte das FA Zinsen zur Einkommensteuer 2011 in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR (Zinszeitraum vom 01.04.2013 bis zum 29.03.2019) fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Gegen den Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheid vom 26.03.2019 legte der Antragsteller mit Schreiben vom 27.03.2019 Einspruch ein; zugleich beantragte er die Aussetzung der Vollziehung (AdV). Gegen die Zinsfestsetzung legte er am 26.04.2019 ebenfalls Einspruch ein und beantragte das Ruhen des Verfahrens. Das FA lehnte den Antrag auf AdV des Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheides vom 26.03.2019 mit Schreiben vom 16.04.2019 ab. Am 24.04., 14.05. und 06.06.2019 erlie\u00df das FA weitere Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheide f\u00fcr das Streitjahr. In dem zuletzt ergangenen Bescheid vom 06.06.2019 setzte das FA die Einkommensteuer auf &#8230;\u00a0EUR fest. Dabei ber\u00fccksichtigte es einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn von nur noch &#8230;\u00a0EUR. Die Beg\u00fcnstigung des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a03 EStG gew\u00e4hrte es weiterhin nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im weiteren Verlauf des Verfahrens setzte das FA die Vollziehung des Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheides vom 26.03.2019 mit Verf\u00fcgung vom 11.06.2019 teilweise aus. F\u00fcr die Ermittlung der ausgesetzten Betr\u00e4ge legte das FA einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn von &#8230;\u00a0EUR zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller, der zwischenzeitlich die Steuerr\u00fcckst\u00e4nde beglichen hat, und der bei Anwendung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a034 Abs.\u00a03 EStG bei einer zutreffenden Besteuerung eines Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR von einer Einkommensteuerschuld in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR (nebst Solidarit\u00e4tszuschlag in H\u00f6he von &#8230;\u00a0EUR) ausgeht, begehrte zuletzt, die Vollziehung des Einkommensteuer\u00e4nderungsbescheides 2011 vom 06.06.2019 bis zum Ablauf von einem Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung aufzuheben, soweit die erm\u00e4\u00dfigte Besteuerung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a018 Abs.\u00a03 i.V.m. \u00a7\u00a7\u00a016, 34 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 und Abs.\u00a03 EStG verwehrt worden sei. Dar\u00fcber hinaus begehrte er die Aufhebung der Vollziehung des ge\u00e4nderten Zinsbescheides zur Einkommensteuer bis zum Ablauf von einem Monat nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG gab dem Antrag mit Beschluss vom 23.07.2019 statt. Es war bei der im Aussetzungsverfahren gebotenen summarischen Beurteilung der Auffassung, die Voraussetzungen der \u00a7\u00a7\u00a018 Abs.\u00a03, 16 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01, 34 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01, Abs.\u00a03 EStG seien erf\u00fcllt. Der Antragsteller habe zum 01.07.2011 die f\u00fcr die Aus\u00fcbung seiner selbst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit wesentlichen wirtschaftlichen Grundlagen, insbesondere Mandantenstamm und Praxiswert, entgeltlich und endg\u00fcltig auf die Erwerber \u00fcbertragen. Die ab dem 01.07.2011 f\u00fcr die Partnerschaftsgesellschaft ausge\u00fcbte T\u00e4tigkeit stehe dem nicht entgegen. Ab diesem Zeitpunkt seien ausschlie\u00dflich die Erwerber in der Lage gewesen, die vom Antragsteller erworbenen Beziehungen zu dessen bisherigen Mandanten zu nutzen. Auch die Wiederaufnahme einer selbst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit ab dem 01.01.2014 schlie\u00dfe eine Ver\u00e4u\u00dferung des Verm\u00f6gens i.S. des \u00a7\u00a018 Abs.\u00a03 EStG nicht aus. Die Wiederaufnahme der T\u00e4tigkeit sei zwar innerhalb des bisherigen \u00f6rtlichen Wirkungskreises erfolgt, jedoch habe der Antragsteller seine T\u00e4tigkeit zuvor \u00fcber einen hinreichend langen Zeitraum eingestellt. Abgesehen davon habe sich die Wiederaufnahme der freiberuflichen T\u00e4tigkeit ab dem 01.01.2014 unterhalb der Geringf\u00fcgigkeitsgrenze von 10\u00a0% bewegt. Dass der Antragsteller in den Jahren 2014 bis 2016 auch Ums\u00e4tze aus Neumandaten erzielt habe, stehe dem nicht entgegen, zumal diese einen vergleichsweise unbedeutenden Umfang gehabt h\u00e4tten. Die Aufhebung der Vollziehung der Zinsfestsetzung begr\u00fcndete das FG u.a. mit den nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bestehenden schwerwiegenden verfassungsrechtlichen Zweifeln an der Verzinsungsh\u00f6he ab dem Verzinsungszeitraum 2012.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die vom FG zugelassene Beschwerde des FA. Das FA ist der Auffassung, der Antragsteller habe nach 30\u00a0Monaten in seinem bisherigen \u00f6rtlichen Wirkungskreis seine selbst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit wieder aufgenommen. Die &#8222;Wartezeit&#8220; bis zur unsch\u00e4dlichen Wiederaufnahme von wenigstens drei Jahren sei mithin nicht eingehalten worden. Jedenfalls unter Ber\u00fccksichtigung des Umstandes, dass der Antragsteller zwischen der Ver\u00e4u\u00dferung und der Wiederaufnahme seiner T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Partnerschaftsgesellschaft als freier Mitarbeiter t\u00e4tig gewesen sei, gen\u00fcge eine Zeitspanne von 30\u00a0Monaten nicht, um von einer definitiven \u00dcbertragung des Mandantenstammes auszugehen. Zudem habe das FG zu Unrecht angenommen, die Hinzugewinnung neuer Mandate innerhalb der &#8222;gewissen Zeit&#8220; durch den Antragsteller sei unsch\u00e4dlich. Diese sei &#8211;auch ohne \u00dcberschreiten der 10\u00a0%-Grenze&#8211; sch\u00e4dlich, da eine Betriebsaufgabe nicht stattgefunden habe (Kurzinformation der Oberfinanzdirektion &#8211;OFD&#8211; Koblenz vom 15.12.2006\u00a0&#8211; S\u00a02249\u00a0A\u00a0&#8211;\u00a0St\u00a031\u00a01, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2007, 314; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 28.07.2003\u00a0&#8211; IV\u00a0A\u00a06\u00a0&#8211;\u00a0S\u00a02242\u00a0&#8211;\u00a04\/03, DB\u00a0\u00a02003, 2522). Bei Hinzugewinnung von Neumandaten trete der Antragsteller in Konkurrenz zu den Erwerbern seiner Kanzlei und beschr\u00e4nke diese in der M\u00f6glichkeit, im erworbenen Wirkungsfeld neue Mandate zu akquirieren. Auch sei der Anteil der Neumandate nicht unbedeutend gewesen, sondern habe zwischen 6,8\u00a0% bis 8,9\u00a0% des Umsatzes gelegen. Mit der Betreuung von Neumandaten habe der Antragsteller in den Wirkungskreis der ver\u00e4u\u00dferten Kanzlei eingegriffen und eine neue T\u00e4tigkeit begonnen, die losgel\u00f6st von der Fortf\u00fchrung der bestehenden Beziehungen zu Altmandanten gewesen sei. Er habe die bisherige T\u00e4tigkeit daher nicht eingestellt, sondern diese gerade durch Aufnahme neuer Mandate fortgef\u00fchrt. Die Neumandanten setzten sich aus dem Freundeskreis des Antragstellers und &#8211;nahezu ausschlie\u00dflich&#8211; aus dem jeweiligen Bekanntenkreis der Altmandanten zusammen. Es sei naheliegend, dass sich diese Bekannten der Altmandanten an die Partnerschaftsgesellschaft wenden w\u00fcrden, nachdem der Antragsteller seine T\u00e4tigkeit eingestellt habe. Indem er die Neumandate angenommen habe, sei er eindeutig in den Wirkungsbereich der ver\u00e4u\u00dferten Kanzlei eingedrungen und zu dieser in Konkurrenz getreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/p>\n<p>den Beschluss des FG M\u00fcnchen vom 23.07.2019 aufzuheben und den Antrag des Antragstellers auf Aufhebung der Vollziehung der Einkommensteuerfestsetzung 2011 und der Zinsfestsetzung zur Einkommensteuer 2011 abzulehnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller beantragt,<\/p>\n<p>die Beschwerde des FA zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FG habe &#8211;so der Antragsteller&#8211; zutreffend erkannt, dass die Voraussetzungen des \u00a7\u00a034 Abs.\u00a03 EStG erf\u00fcllt seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p class=\"entschgruende\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0128 Abs.\u00a03 der Finanzgerichtsordnung (FGO) statthafte Beschwerde des FA ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen. Das FG hat die beantragte Aufhebung der Vollziehung der streitigen Einkommensteuer- und Zinsfestsetzung zu Recht gew\u00e4hrt. Die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Versagung des erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a018 Abs.\u00a03, \u00a7\u00a016 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01, \u00a7\u00a034 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01, Abs.\u00a03 EStG durch das FA ist bei der gebotenen summarischen Pr\u00fcfung auf der Grundlage der bisherigen Feststellungen des FG ernstlich zweifelhaft. Dies gilt ebenso f\u00fcr die Zinsfestsetzung zur Einkommensteuer 2011.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Nach \u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 FGO kann das Gericht der Hauptsache auf Antrag die Vollziehung ganz oder teilweise aussetzen. Ist der Verwaltungsakt im Zeitpunkt der Entscheidung schon vollzogen, kann das Gericht ganz oder teilweise die Aufhebung der Vollziehung, auch gegen Sicherheit, anordnen (\u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 FGO). Die Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung soll erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Verwaltungsaktes bestehen oder wenn die Vollziehung f\u00fcr den Betroffenen eine unbillige, nicht durch \u00fcberwiegende \u00f6ffentliche Interessen gebotene H\u00e4rte zur Folge h\u00e4tte (\u00a7\u00a069 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 i.V.m. Abs.\u00a02 S\u00e4tze\u00a02 und 7 FGO). Ernstliche Zweifel i.S. des \u00a7\u00a069 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 FGO sind zu bejahen, wenn bei summarischer Pr\u00fcfung des angefochtenen Verwaltungsaktes neben f\u00fcr seine Rechtm\u00e4\u00dfigkeit sprechenden Umst\u00e4nden gewichtige Gr\u00fcnde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung von Tatfragen bewirken (vgl. BFH-Beschluss vom 10.02.1967\u00a0&#8211; III\u00a0B\u00a09\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182, seitdem st\u00e4ndige Rechtsprechung). Die Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung setzt nicht voraus, dass die f\u00fcr die Rechtswidrigkeit sprechenden Gr\u00fcnde \u00fcberwiegen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 28.06.2011\u00a0&#8211; X\u00a0B\u00a037\/11, BFH\/NV 2011, 1833).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von diesen Grunds\u00e4tzen erweist sich die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Versagung der Beg\u00fcnstigung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a018 Abs.\u00a03, \u00a7\u00a016 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01, \u00a7\u00a034 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01, Abs.\u00a03 EStG im Rahmen der streitgegenst\u00e4ndlichen Festsetzung der Einkommensteuer 2011 als ernstlich zweifelhaft. Der Antragsteller hat mit Wirkung zum 01.07.2011 die f\u00fcr die Aus\u00fcbung seiner freiberuflichen T\u00e4tigkeit wesentlichen Betriebsgrundlagen entgeltlich auf die Erwerber \u00fcbertragen. Dass es sich dabei nicht um eine beg\u00fcnstigte Praxisver\u00e4u\u00dferung handelt, l\u00e4sst sich &#8211;entgegen der Auffassung des FA&#8211; nicht damit begr\u00fcnden, dass der Antragsteller seit dem 01.01.2014 erneut im bisherigen \u00f6rtlichen Wirkungskreis in geringf\u00fcgigem Umfang steuerberatend t\u00e4tig ist, auch wenn er im Rahmen dieser T\u00e4tigkeit Neumandate betreut.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>20<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a018 Abs.\u00a03 i.V.m. \u00a7\u00a016 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 EStG geh\u00f6rt zu den Eink\u00fcnften aus selbst\u00e4ndiger Arbeit auch der Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung des Verm\u00f6gens, das der selbst\u00e4ndigen Arbeit dient (Praxisver\u00e4u\u00dferung). F\u00fcr diesen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn sieht \u00a7\u00a034 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 i.V.m. Abs.\u00a01 EStG eine Tarifbeg\u00fcnstigung vor. Alternativ zu dieser erm\u00e4\u00dfigten Besteuerung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns sieht \u00a7\u00a034 Abs.\u00a03 EStG auf Antrag unter weiteren Voraussetzungen die Gew\u00e4hrung eines erm\u00e4\u00dfigten Steuersatzes vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>21<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>aa) Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH setzt die Ver\u00e4u\u00dferung einer Praxis voraus, dass der Steuerpflichtige die f\u00fcr die Aus\u00fcbung der selbst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit wesentlichen verm\u00f6gensm\u00e4\u00dfigen Grundlagen entgeltlich und definitiv auf einen Anderen \u00fcbertr\u00e4gt. Hierzu geh\u00f6ren insbesondere die immateriellen Wirtschaftsg\u00fcter der Praxis wie Mandantenstamm bzw. Praxiswert (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 21.08.2018\u00a0&#8211; VIII\u00a0R\u00a02\/15, BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.). Dar\u00fcber hinaus muss der Ver\u00e4u\u00dferer seine freiberufliche T\u00e4tigkeit in dem bisherigen \u00f6rtlichen Wirkungskreis wenigstens f\u00fcr eine gewisse Zeit einstellen. Dies beruht auf der \u00dcberlegung, dass bei fortdauernder T\u00e4tigkeit des Freiberuflers in seinem bisherigen \u00f6rtlichen Wirkungskreis eine weitere Nutzung der pers\u00f6nlichen Beziehungen zu den fr\u00fcheren Mandanten auf eigene Rechnung des &#8222;Ver\u00e4u\u00dferers&#8220; naheliegt und es dadurch nicht zu einer definitiven \u00dcbertragung der wesentlichen Betriebsgrundlagen der Praxis auf den Erwerber kommt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>22<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Wann eine &#8222;definitive&#8220; \u00dcbertragung der wesentlichen Betriebsgrundlagen vorliegt, h\u00e4ngt jeweils von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls ab, die das FG als Tatsacheninstanz zu w\u00fcrdigen hat. Neben der Dauer der Einstellung der freiberuflichen T\u00e4tigkeit sind insbesondere die r\u00e4umliche Entfernung einer wieder aufgenommenen Berufst\u00e4tigkeit zur ver\u00e4u\u00dferten Praxis, die Vergleichbarkeit der Bet\u00e4tigungen, die Art und Struktur der Mandate sowie die Nutzungsdauer des erworbenen Praxiswerts zu ber\u00fccksichtigen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.). Eine starre zeitliche Grenze, nach der die T\u00e4tigkeit steuerunsch\u00e4dlich wieder aufgenommen werden kann, besteht nicht. Dementsprechend ist auch &#8211;entgegen der Auffassung des FA&#8211; keine &#8222;Wartezeit&#8220; von mindestens drei Jahren einzuhalten. Je nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalls kann ein Zeitraum von etwa zwei bis drei Jahren ausreichend sein (vgl. hierzu z.B. Korn in Korn, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0109; G\u00fcroff in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, \u00a7\u00a018 Rz\u00a0615a; Brandt in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0321, 324; Busse, Betriebs-Berater 1989, 1951, 1954\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>23<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nimmt der Ver\u00e4u\u00dferer seine freiberufliche T\u00e4tigkeit nach einer gewissen Zeit wieder auf, kann dies auch dann sch\u00e4dlich sein, wenn die Wiederaufnahme zum Zeitpunkt der \u00dcbertragung der Praxis nicht geplant war. Ma\u00dfgebend ist allein, ob es objektiv zu einer definitiven \u00dcbertragung der wesentlichen Praxisgrundlagen gekommen ist. Ma\u00dfnahmen des Ver\u00e4u\u00dferers, die wegen einer von Anfang an geplanten Wiederaufnahme dazu dienen sollen, die sp\u00e4tere Zur\u00fcckgewinnung der Mandanten zu erleichtern, k\u00f6nnen eine definitive \u00dcbertragung des Mandantenstammes von vornherein ausschlie\u00dfen bzw. die erforderliche Zeitspanne f\u00fcr die Einstellung der T\u00e4tigkeit verl\u00e4ngern (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>24<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>bb) Grunds\u00e4tzlich unsch\u00e4dlich ist es, wenn der Ver\u00e4u\u00dferer als Arbeitnehmer oder als freier Mitarbeiter im Auftrag und f\u00fcr Rechnung des Erwerbers t\u00e4tig wird, denn der Erwerber ist trotzdem zivilrechtlich und wirtschaftlich in der Lage, die Beziehungen zu den fr\u00fcheren Mandanten des Ver\u00e4u\u00dferers zu verwerten (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64, m.w.N.). Auch eine geringf\u00fcgige Fortf\u00fchrung der bisherigen freiberuflichen T\u00e4tigkeit steht der Annahme einer beg\u00fcnstigten Praxisver\u00e4u\u00dferung nicht entgegen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 262, 380, BStBl II 2019, 64; BFH-Beschluss vom 20.01.2009\u00a0&#8211; VIII\u00a0B\u00a058\/08, BFH\/NV 2009, 756; BFH-Urteile vom 07.11.1991\u00a0&#8211; IV\u00a0R\u00a014\/90, BFHE 166, 527, BStBl II 1992, 457; vom 29.10.1992\u00a0&#8211; IV\u00a0R\u00a016\/91, BFHE 169, 352, BStBl II 1993, 182; BFH-Beschl\u00fcsse vom 28.06.2000\u00a0&#8211; IV\u00a0B\u00a035\/00, BFH\/NV 2001, 33; vom 06.08.2001\u00a0&#8211; XI\u00a0B\u00a05\/00, BFH\/NV 2001, 1561). Eine solche geringf\u00fcgige T\u00e4tigkeit liegt regelm\u00e4\u00dfig vor, wenn die auf sie entfallenden Ums\u00e4tze in den letzten drei Jahren vor der Ver\u00e4u\u00dferung weniger als 10\u00a0% der gesamten Einnahmen ausmachten (vgl. BFH-Urteile in BFHE 166, 527, BStBl II 1992, 457; in BFHE 169, 352, BStBl II 1993, 182; BFH-Beschl\u00fcsse in BFH\/NV 2001, 33; in BFH\/NV 2001, 1561; vgl. auch Schmidt\/Wacker, EStG, 38.\u00a0Aufl., \u00a7\u00a018 Rz\u00a0223; G\u00fcroff in Littmann\/Bitz\/Pust, a.a.O., \u00a7\u00a018 Rz\u00a0606, 616; HHR\/Brandt, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0324; Bl\u00fcmich\/Hutter, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0296; Korn in Korn, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0110; Levedag in BeckOK EStG, \u00a7\u00a018 Rz\u00a0811; Richter, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 1993, 561; Korn, DStR 1995, 961, 965\u00a0f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>25<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Ausgehend von den derzeitigen Feststellungen des FG hat der Antragsteller zum 01.07.2011 die f\u00fcr die Aus\u00fcbung seiner selbst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit wesentlichen wirtschaftlichen Grundlagen &#8211;insbesondere Mandantenstamm und Praxiswert&#8211; entgeltlich auf die Erwerber \u00fcbertragen. Seine steuerberatende T\u00e4tigkeit in der bis dahin ausge\u00fcbten Einzelpraxis hat der Antragsteller zun\u00e4chst eingestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>26<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Annahme einer damit verbundenen definitiven \u00dcbertragung der wesentlichen Grundlagen der freiberuflichen T\u00e4tigkeit des Antragstellers steht &#8211;wie zwischen den Beteiligten unstreitig ist&#8211; die sich an die Praxis\u00fcbertragung anschlie\u00dfende T\u00e4tigkeit des Antragstellers im Auftrag und f\u00fcr Rechnung der Partnerschaftsgesellschaft im Rahmen der sog. \u00fcberleitenden Mitarbeit bzw. nachfolgend als deren freier Mitarbeiter nicht entgegen. Insoweit ebenfalls unsch\u00e4dlich ist, dass der Antragsteller Gesellschafter der Partnerschaftsgesellschaft und als solcher &#8211;unter Anrechnung seiner unterj\u00e4hrigen Entgelte f\u00fcr Beratungsleistungen&#8211; zu 1\u00a0% an deren Gewinn beteiligt war. Denn die \u00fcbernommene Praxis war &#8211;soweit derzeit ersichtlich&#8211; ausschlie\u00dflich dem Sonderbetriebsverm\u00f6gen der Mitgesellschafter des Antragstellers zugeordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>27<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Aber auch die Wiederaufnahme einer steuerberatenden T\u00e4tigkeit des Antragstellers ab dem 01.01.2014 im gleichen \u00f6rtlichen Wirkungskreis kann bei der im Aussetzungsverfahren gebotenen summarischen Pr\u00fcfung keine Versagung der Beg\u00fcnstigung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns begr\u00fcnden. Die Wiederaufnahme der T\u00e4tigkeit ist unsch\u00e4dlich, da der Umsatz &#8211;ausgehend von den derzeitigen Feststellungen des FG&#8211; unstreitig unter der sog. Geringf\u00fcgigkeitsgrenze liegt. Dass der Antragsteller im Rahmen dieser geringf\u00fcgigen T\u00e4tigkeit auch neue Mandate betreut, schlie\u00dft &#8211;entgegen der Auffassung des FA (vgl. zur Sch\u00e4dlichkeit neuer Mandanten auch ohne \u00dcberschreiten der 10\u00a0%-Grenze: BMF-Schreiben in DB 2003, 2522; Kurzinformation der OFD Koblenz in DB 2007, 314; vgl. auch HHR\/Brandt, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0324)&#8211; das Vorliegen einer beg\u00fcnstigten Praxisver\u00e4u\u00dferung nicht automatisch aus (vgl. z.B. Schmidt\/Wacker, a.a.O., \u00a7\u00a018 Rz\u00a0223; vgl. auch Korn in Korn, \u00a7\u00a018 EStG Rz\u00a0110; Schoor, Deutsche Steuer-Zeitung &#8211;DStZ&#8211; 2007, 445, 446; Paus, DStZ 1988, 434). Die Annahme einer beg\u00fcnstigten Praxisver\u00e4u\u00dferung h\u00e4ngt ma\u00dfgeblich davon ab, ob es zu einer endg\u00fcltigen \u00dcbertragung der wesentlichen Betriebsgrundlagen der Praxis auf den Erwerber kommt. Zweifelhaft ist dies, wenn der Ver\u00e4u\u00dferer weiterhin die pers\u00f6nliche Beziehung zu fr\u00fcheren Mandanten auf eigene Rechnung nutzt. Dies kann er tun, indem er (einzelne) Mandanten auf eigene Rechnung weiter betreut, aber auch dadurch, dass er die Beziehung zu fr\u00fcheren Mandanten nutzt, um neue Mandate zu gewinnen. In beiden F\u00e4llen nutzen sowohl Ver\u00e4u\u00dferer als auch Erwerber das (bisherige) durch Mandanten und Praxisnamen bedingte Wirkungsfeld f\u00fcr ihre freiberufliche T\u00e4tigkeit, zu der neben der Mandantenbetreuung auch die Gewinnung neuer Mandate z\u00e4hlt. Eine solche fortdauernde bzw. neuerliche Nutzung ehemaliger Mandantenbeziehungen steht der Annahme einer beg\u00fcnstigten Praxisver\u00e4u\u00dferung allerdings nur dann entgegen, wenn sie die Geringf\u00fcgigkeitsgrenze \u00fcberschreitet. Eine geringf\u00fcgige T\u00e4tigkeit des Ver\u00e4u\u00dferers im bisherigen \u00f6rtlichen Wirkungskreis schlie\u00dft die Annahme einer beg\u00fcnstigten Praxisver\u00e4u\u00dferung hingegen nicht aus, auch wenn sie &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Betreuung neuer Mandate umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>28<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>c) Danach erweist sich die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der mit der Wiederaufnahme der steuerberatenden T\u00e4tigkeit des Antragstellers am 01.01.2014 begr\u00fcndeten Versagung der Beg\u00fcnstigung des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a018 Abs.\u00a03, \u00a7\u00a016 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Nr.\u00a01, \u00a7\u00a034 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01, Abs.\u00a03 EStG als ernstlich zweifelhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>29<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>3. Auch die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Zinsfestsetzung unterliegt &#8211;wie das FG zutreffend erkannt hat&#8211; ernstlichen Zweifeln. Diese folgen nicht nur aus der gebotenen Aufhebung der Vollziehung der Einkommensteuerfestsetzung 2011 (vgl. zur Aussetzung von Annexforderungen z.B. BFH-Beschluss vom 23.05.2012\u00a0&#8211; III\u00a0B\u00a0129\/11, BFH\/NV 2012, 1452, m.w.N.), sondern dar\u00fcber hinaus auch aus den hinsichtlich der in \u00a7\u00a0238 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 der Abgabenordnung geregelten H\u00f6he der Nachzahlungszinsen jedenfalls ab dem Verzinsungszeitraum 2012 bestehenden schwerwiegenden verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. BFH-Beschl\u00fcsse vom 25.04.2018\u00a0&#8211; IX\u00a0B\u00a021\/18, BFHE 260, 431, BStBl II 2018, 415, und vom 03.09.2018\u00a0&#8211; VIII\u00a0B\u00a015\/18, BFH\/NV 2018, 1279; vom 04.07.2019\u00a0&#8211; VIII\u00a0B\u00a0128\/18, BFH\/NV 2019, 1060, jeweils zu Aussetzungszinsen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>30<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7\u00a0135 Abs.\u00a01 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die steuerlich beg\u00fcnstigte Ver\u00e4u\u00dferung einer freiberuflichen Praxis setzt voraus, dass die wesentlichen verm\u00f6gensm\u00e4\u00dfigen Grundlagen der bisherigen T\u00e4tigkeit entgeltlich und definitiv auf einen anderen \u00fcbertragen werden. Dazu muss der Ver\u00e4u\u00dferer seine freiberufliche T\u00e4tigkeit in seinem bisherigen Wirkungskreis zumindest f\u00fcr eine gewisse Zeit einstellen. 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