{"id":57794,"date":"2020-03-24T12:58:28","date_gmt":"2020-03-24T10:58:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=57794"},"modified":"2020-03-24T12:58:28","modified_gmt":"2020-03-24T10:58:28","slug":"starker-preisverfall-auf-den-rohstoffmaerkten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/starker-preisverfall-auf-den-rohstoffmaerkten\/","title":{"rendered":"Starker Preisverfall auf den Rohstoffm\u00e4rkten"},"content":{"rendered":"<article>\n<ul class=\"square\">\n<li>HWWI-Gesamtindex fiel um 12,2 % (US-Dollarbasis)<\/li>\n<li>Roh\u00f6lpreise um 13,5 % gesunken<\/li>\n<li>Preisr\u00fcckgang auf den M\u00e4rkten f\u00fcr Industrierohstoffe um 5,8 %<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Februar 2020 sank der HWWI-Rohstoffpreisindex um durchschnittlich 12,2 % (Eurobasis: -10,6 %) im Vergleich zum Vormonat und notierte bei 98,4 Punkten (Eurobasis: 100,1 Punkten). Aufgrund der raschen Verbreitung des Coronavirus fielen im letzten Monat alle im HWWI-Rohstoffindex enthaltenen Indices. Der Teilindex f\u00fcr Energierohstoffe fiel im Februar durchschnittlich um 13,4 % (Eurobasis: -11,8 %) auf 96,9 Punkte (Eurobasis: 98,6 Punkte) und der Index f\u00fcr Industrierohstoffe sank um 5,8 % (Eurobasis: -4,1 %) auf 117,5 Punkte (Eurobasis: 119,6 Punkte). Der Index f\u00fcr Nahrungs- und Genussmittel fiel vergleichsweise weniger stark um 3,1 % (Eurobasis: -1,4 %) auf 93,1 Punkte (Eurobasis: 94,7 Punkte). Der Index ohne Energie reduzierte sich um 4,9 % (Eurobasis: -3,2 %) auf 107,5 Punkte (Eurobasis: 109,4 Punkte).<\/p>\n<h3>Index f\u00fcr Energierohstoffe: -13,4 % (Eurobasis: -11,8 %)<\/h3>\n<p>Der fallende Verlauf der \u00d6lpreise verst\u00e4rkte sich im Februar, da sich das Coronavirus insbesondere in China aber auch weltweit zunehmend ausbreitete. Die Ausbreitung des Virus f\u00fchrte zu einer deutlichen Reduktion der Nachfrage nach Roh\u00f6l, da das Virus vor allem in China die \u00f6konomische Aktivit\u00e4t im Februar deutlich eind\u00e4mmte. Die von der chinesischen Regierung verh\u00e4ngten Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen f\u00fchrten zu leeren Stra\u00dfen, reduzierten deutlich den Flugverkehr und legten die Industrie lahm, was wiederum zu einem Einbruch der \u00d6lnachfrage und zu sinkenden \u00d6lpreisen f\u00fchrte. Um dem Preisverfall auf den \u00d6lm\u00e4rkten entgegenzuwirken, sprach sich Anfang Februar das Joint Technical Committee der OPEC daf\u00fcr aus, die aktuell bestehenden F\u00f6rdermengenk\u00fcrzungen bis Ende 2020 aufrechtzuerhalten und empfahl dar\u00fcber hinaus, die F\u00f6rdermenge weiterhin zu drosseln. Allerdings weigerte sich Russland den zus\u00e4tzlichen K\u00fcrzungen zuzustimmen, sodass es bislang zu keiner Einigung zwischen den OPEC+ Staaten kam. Die ergebnislosen Verhandlungen zwischen der OPEC und Russland dr\u00fcckten ebenfalls auf die Roh\u00f6lpreise. Die Preise erreichten am 29. Februar das Monatstief von 50,1 US-$ pro Barrel Brent und 45,26 US-$ pro Barrel WTI. Weitere Verhandlungen im M\u00e4rz werden zeigen, ob sich die OPEC+ Staaten auf weitere K\u00fcrzungen der F\u00f6rdermenge einigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die europ\u00e4ischen und die amerikanischen Erdgaspreise fielen deutlich im Februar verglichen mit dem Vormonat. Insbesondere verzeichnete der europ\u00e4ische Erdgaspreis einen starken R\u00fcckgang, was vor allem durch die f\u00fcr den Februar un\u00fcblich warmen Temperaturen in Europa begr\u00fcndet war. Die milden Temperaturen f\u00fchrten zu einem geringen Verbrauch an Erdgas. Aber auch in den USA wies der Februar relativ warme Temperaturen auf, was den Gasverbrauch reduzierte und ebenfalls die Preise f\u00fcr amerikanisches Erdgas dr\u00fcckte.<\/p>\n<p><i>Insgesamt sank der Teilindex der Energierohstoffe um 13,4 % (Eurobasis: -11,8 %) auf 96,9 Punkte (Eurobasis: 98,6 Punkte).<\/i><\/p>\n<h3>Index f\u00fcr Industrierohstoffe: -5,8 % (Eurobasis: -4,1 %)<\/h3>\n<p>Der Teilindex f\u00fcr Industrierohstoffe ist in den Index f\u00fcr Agrarische Rohstoffe, den Index f\u00fcr NE-Metalle sowie den Index f\u00fcr Eisenerz und Stahlschrott untergliedert. Alle drei Subindices verliefen ebenfalls r\u00fcckl\u00e4ufig und reagierten auf die rasche Ausbreitung des Coronavirus. Das Coronavirus bremste insbesondere das chinesische Wachstum und verringert somit deutlich die Nachfrage nach Industrierohstoffen. Da China weltweit sowohl gr\u00f6\u00dfter Produzent als auch gr\u00f6\u00dfter Konsument von Industriemetallen ist, wirkte sich die gebremste chinesische Industrie auf die Preise auf den Metallm\u00e4rkten aus. Die Preise f\u00fcr Stahlschrott und Eisenerz sanken aufgrund der r\u00fcckl\u00e4ufigen chinesischen Stahlproduktion. Aber auch die Preise f\u00fcr Kupfer, Nickel und Zink fielen im Februar deutlich und spiegelten die gebremste wirtschaftliche Aktivit\u00e4t insbesondere in China wider.<\/p>\n<p>Der Index f\u00fcr Agrarische Industrierohstoffe fiel im Februar nur leicht, da die Preise f\u00fcr Schnittholz im Gegensatz zu den \u00fcbrigen Rohstoffpreisen im Februar angestiegen sind. Die Preise f\u00fcr Kautschuk, Baumwolle und australischer Wolle fielen allerdings aufgrund der verringerten Nachfrage insbesondere aus China. Als Grund f\u00fcr den Preisverfall ist auch hier die weltweite Ausbreitung des Coronavirus zu sehen.<\/p>\n<p><i>Insgesamt fiel der Index f\u00fcr Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 5,8 % (Eurobasis: -4,1 %) auf 117,5 Punkte (Eurobasis: 119,6 Punkte).<\/i><\/p>\n<h3>Index f\u00fcr Nahrungs- und Genussmittel: -3,1 % (Eurobasis: -1,4 %)<\/h3>\n<p>Trotz Ausbreitung des Coronavirus fiel der Index f\u00fcr Nahrungs- und Genussmittel im Vergleich zu den Entwicklungen der \u00fcbrigen Teilindices nur relativ gering um 3,1 % (Eurobasis: -1,4 %). Die Indexwerte f\u00fcr \u00d6le und \u00d6lsaaten und auch f\u00fcr Getreide sanken aufgrund des erwarteten Nachfrager\u00fcckgangs aus China. Allerdings blieben die Preise f\u00fcr Genussmittel im Februar nahezu unver\u00e4ndert. W\u00e4hrend die Preise f\u00fcr Kaffee und Tee ebenfalls im Februar sanken, stellten die M\u00e4rkte f\u00fcr Zucker und Kakao eine Ausnahme dar und wiesen steigende Preise auf. Der Preisanstieg auf dem Zuckermarkt ist auf Verknappungen des Angebots zur\u00fcckzuf\u00fchren. In den gro\u00dfen Produzentenl\u00e4ndern Indien und Thailand zerst\u00f6rten ung\u00fcnstige Wetterverh\u00e4ltnisse gro\u00dfe Teile der Zuckerrohrernte. Zus\u00e4tzlich dazu nutzt Brasilien vermehrt Zuckerrohr f\u00fcr die Herstellung von Ethanol als Treibstoff, sodass geringere Mengen des Rohstoffes in die Lebensmittelproduktion eingehen. Als Grund f\u00fcr den Preisanstieg auf dem Kakaomarkt ist der Zusammenschluss von Ghana und der Elfenbeink\u00fcste zu einem Kakaokartell zu nennen. Das Kartell m\u00f6chte ab Oktober 2020 einen Preisaufschlag von 400 Dollar je Tonne bei den Abnehmern durchsetzen. Der Preisaufschlag soll den Kakaobauern zuk\u00fcnftig einen Preis in H\u00f6he des Fair-Trade-Abnehmerpreis garantieren. Die Initiative von Ghana und der Elfenbeink\u00fcste f\u00fchrte schon im Vorhinein zu Preissteigerungen. Zuk\u00fcnftig wird sich zeigen, ob die erh\u00f6hten Preise langfristig bestehen bleiben k\u00f6nnen, oder ob die Produktion in anderen L\u00e4ndern ausgeweitet wird, was wiederum zu sinkenden Preisen f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><i>Insgesamt nahm der Index f\u00fcr Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt um -3,1 % (Eurobasis: -1,4 %) ab und notierte bei 93,1 Punkten (Eurobasis: 94,7 Punkten).<\/i><\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: HWWI, Pressemitteilung vom 17.03.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>HWWI-Gesamtindex fiel um 12,2 % (US-Dollarbasis) Roh\u00f6lpreise um 13,5 % gesunken Preisr\u00fcckgang auf den M\u00e4rkten f\u00fcr Industrierohstoffe um 5,8 % Im Februar 2020 sank der HWWI-Rohstoffpreisindex um durchschnittlich 12,2 % (Eurobasis: -10,6 %) im Vergleich zum Vormonat und notierte bei 98,4 Punkten (Eurobasis: 100,1 Punkten). Aufgrund der raschen Verbreitung des Coronavirus fielen im letzten Monat &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/starker-preisverfall-auf-den-rohstoffmaerkten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Starker Preisverfall auf den Rohstoffm\u00e4rkten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1730],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57794"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=57794"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/57794\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=57794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=57794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=57794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}