{"id":58116,"date":"2020-04-25T19:13:33","date_gmt":"2020-04-25T17:13:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=58116"},"modified":"2020-04-25T19:13:33","modified_gmt":"2020-04-25T17:13:33","slug":"bonuszahlungen-eines-dritten-koennen-den-vorsteuerabzug-nachtraeglich-mindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bonuszahlungen-eines-dritten-koennen-den-vorsteuerabzug-nachtraeglich-mindern\/","title":{"rendered":"Bonuszahlungen eines Dritten k\u00f6nnen den Vorsteuerabzug nachtr\u00e4glich mindern"},"content":{"rendered":"<article>\n<h2><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Mit Urteil vom 5. M\u00e4rz 2020 (Az. 5 K 1670\/17 U) hat der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster entschieden, dass vom Franchisegeber an den Franchisenehmer weitergeleitete Bonuszahlungen den Vorsteuerabzug nachtr\u00e4glich gem\u00e4\u00df \u00a7 17 UStG mindern k\u00f6nnen.<\/span><\/h2>\n<\/article>\n<article>Die Kl\u00e4gerin ist eine GmbH und in ein Franchisesystem eingebunden. Die Franchisegeberin handelte mit Lieferanten Rahmenvereinbarungen aus, nach denen die Franchisenehmer Rabatte und Bonuszahlungen erhalten, die sich nach dem get\u00e4tigten Nettoumsatz aller von der Franchisegeberin betreuten Abnehmer richten. Die Jahresboni wurden von den Lieferanten an die Franchisegeberin ausgezahlt, die diese an die Franchisenehmer weitergaben.<\/p>\n<p>Das Finanzamt minderte den aus den Leistungen der Lieferanten in Anspruch genommenen Vorsteuerabzug der Kl\u00e4gerin um die in den Bonuszahlungen enthaltenen Steuerbetr\u00e4ge nach \u00a7 17 Abs. 1 Satz 2 UStG. Die Kl\u00e4gerin wandte hiergegen ein, dass die Franchisegeberin die Boni f\u00fcr ihre Vermittlungsleistungen erhalten habe und keine Verpflichtung bestanden habe, diese an die Franchisenehmer weiterzuleiten.<\/p>\n<p>Der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat die Klage abgewiesen. Die Bonuszahlungen stellten zwar unstreitig kein Entgelt f\u00fcr Leistungen der Kl\u00e4gerin an die Franchisegeberin &#8211; etwa in Form der Inanspruchnahme des Warenwirtschaftssystems &#8211; dar. Allerdings f\u00fchrten sie zur Minderung des Vorsteuerabzugs f\u00fcr die erhaltenen Warenlieferungen. Die Zahlungen st\u00fcnden in einem unmittelbaren Zusammenhang mit den Lieferungen der Lieferanten an die Franchisenehmer. Dies ergebe sich daraus, dass die Boni nach dem Umfang der Lieferungen bemessen und in voller H\u00f6he weitergeleitet wurden.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber k\u00f6nne nicht festgestellt werden, dass die Bonuszahlungen Entgelte f\u00fcr Leistungen der Franchisegeberin darstellten. Zum einen erhalte diese von den Lieferanten gesonderte Zahlungen f\u00fcr Vermittlungst\u00e4tigkeiten und Werbeleistungen. Zum anderen bez\u00f6gen sich die Bonuszahlungen nach den Konditionsvereinbarungen ausdr\u00fccklich auf die Warenlieferungen, was wie bei Rabatten eine typische Einkaufsmodalit\u00e4t darstelle. Dass die Franchisegeberin nicht verpflichtet war, die Boni weiterzuleiten, sei f\u00fcr diese Beurteilung ebenso wenig von Bedeutung wie der Umstand, dass den Franchisenehmern die Bonuszahlungen bei Erhalt der Lieferungen noch nicht bekannt waren.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.04.2020 zum Urteil 5 K 1670\/17 vom 05.03.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 5. M\u00e4rz 2020 (Az. 5 K 1670\/17 U) hat der 5. 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