{"id":58252,"date":"2020-05-16T18:11:48","date_gmt":"2020-05-16T16:11:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=58252"},"modified":"2020-05-16T18:11:48","modified_gmt":"2020-05-16T16:11:48","slug":"covid-19-setzt-steuereinnahmen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/covid-19-setzt-steuereinnahmen-zu\/","title":{"rendered":"Covid-19 setzt Steuereinnahmen zu"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Die Corona-Pandemie stoppt eine tolle Entwicklung: Anders als zuvor rund zehn Jahre in Folge meldet der Arbeitskreis Steuersch\u00e4tzung von Bund und L\u00e4ndern in diesem Mai keinen neuen Rekord bei den Steuereinnahmen. Zum ersten Mal seit 2009, als die Finanzkrise einschlug, werden die Steuereinnahmen deutlich sinken &#8211; auf breiter Front, in nahezu allen Steuerarten. Das bedeutet weniger Geld f\u00fcr Bund, L\u00e4nder und Gemeinden.<\/span><\/p>\n<article>Die Zahlen sind dramatisch. Sie verdeutlichen aber auch, wie eng wirtschaftliche Entwicklung und Steuereinnahmen miteinander verkn\u00fcpft sind. Die Erfahrung aus der letzten Krise zeigt, dass sich solche riesigen Finanzl\u00f6cher dennoch durch eine wieder in Fahrt kommende Wirtschaft auch wieder stopfen lassen. So kletterten nach der Finanzkrise 2009 die j\u00e4hrlichen Steuereinnahmen infolge des Wachstums bis 2019 um mehr als 50 Prozent &#8211; gleichzeitig wurde die Staatsverschuldung erfolgreich von mehr als 80 Prozent auf rund 60 Prozent gedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Dazu haben wesentlich auch die hohen Steuerzahlungen der Unternehmen und ihrer Besch\u00e4ftigten beigetragen. Der Versuch, staatliche Defizite in einer Krise durch Steuererh\u00f6hungen ausgleichen zu wollen, w\u00fcrde hingegen \u00f6konomisch nach hinten losgehen und die R\u00fcckkehr auf den Wachstumspfad bremsen.<\/p>\n<h3>Faktenblock zur Sch\u00e4tzung<\/h3>\n<p>Fehlende Gewinne und ausbleibende Ums\u00e4tze belasten vor allem die Ertragsteuern, aber auch die Umsatzsteuer. Die Rekordkurzarbeit schl\u00e4gt auf die Lohnsteuereinnahmen durch. F\u00fcr 2020 rechnen die Steuersch\u00e4tzer mit Gesamteinnahmen in H\u00f6he von 718 Milliarden Euro. Das sind 98,6 Milliarden Euro weniger als bisher erwartet. Im Vergleich zu 2019 wird mit einem R\u00fcckgang von 10,2 Prozent gerechnet.<\/p>\n<p>Damit sinken in der Prognose die Steuereinnahmen noch deutlicher als das Bruttoinlandsprodukt. Das war in der Finanzkrise 2008\/2009 \u00e4hnlich. Die aktuelle Sch\u00e4tzung unterliegt jedoch noch st\u00e4rkeren Unsicherheiten, denn neben den wirtschaftlichen Aspekten kommt auch das Infektionsgeschehen mit seinen direkten Folgen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung und den Staat zum Tragen.<\/p>\n<h3>Investitionen in die nahe Zukunft<\/h3>\n<p>Ob die niedrigen Steuereinnahmen von insgesamt 217 Milliarden Euro bis zum Jahr 2024 wirklich eintreten, h\u00e4ngt ganz wesentlich von einem Faktor ab: Wie schnell wird die Wirtschaft wieder an Fahrt aufnehmen? Jeder staatliche Euro, der zur akuten Bew\u00e4ltigung der Krise und zur St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Unternehmen ausgegeben wird, ist ein Beitrag zur Erholung der Wirtschaft und f\u00fcr zuk\u00fcnftige Steuereinnahmen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zur Corona-Krise bleiben die enormen Herausforderungen der demografischen Entwicklung und des Klimawandels bestehen. Sie m\u00f6gen zwar kurzfristig in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung nach hinten ger\u00fcckt sein, sind aber langfristig nicht kleiner geworden.<\/p>\n<p>Deutschland kann und sollte die entstehenden L\u00f6cher in den \u00f6ffentlichen Kassen aktuell zur Stabilisierung der Situation zulassen. Die bisherige Wirtschaftsst\u00e4rke und die Haushaltskonsolidierungen der vergangenen Jahre sowie die sogar zu negativen Zinsen m\u00f6gliche Kreditfinanzierung des Bundes erm\u00f6glichen es, aus der nun deutlich steigenden Verschuldung wieder herauszuwachsen.<\/p>\n<h3>Langfristige Sicherung der Steuereinnahmen<\/h3>\n<p>Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass die Bundesregierung nun in den kommenden Monaten solche Ma\u00dfnahmen auf den Weg bringt, die das wirtschaftliche Engagement f\u00fcr Unternehmen in Deutschland erleichtern. Das war bereits &#8222;vor Corona&#8220; n\u00f6tig &#8211; und ist es jetzt umso mehr.<\/p>\n<p>Zu den zentralen Stellschrauben geh\u00f6ren Infrastrukturausbau, Begrenzung der Energiekosten, St\u00e4rkung der Innovationsf\u00e4higkeit, B\u00fcrokratieabbau sowie eine Modernisierung der Unternehmensbesteuerung. Eine nachhaltige Aufbruchsstimmung braucht neue Priorit\u00e4ten zur richtigen Zeit. Nur eine starke Wirtschaft kann auch zuk\u00fcnftig Arbeitspl\u00e4tze sichern. Und das ist zugleich Voraussetzung daf\u00fcr, langfristig eine stabile Entwicklung der Steuereinnahmen zu sichern.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: DIHK, Mitteilung vom 14.05.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie stoppt eine tolle Entwicklung: Anders als zuvor rund zehn Jahre in Folge meldet der Arbeitskreis Steuersch\u00e4tzung von Bund und L\u00e4ndern in diesem Mai keinen neuen Rekord bei den Steuereinnahmen. 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