{"id":58269,"date":"2020-05-16T18:21:30","date_gmt":"2020-05-16T16:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=58269"},"modified":"2020-05-16T18:21:30","modified_gmt":"2020-05-16T16:21:30","slug":"herabsetzung-eines-verspaetungszuschlags-im-klageverfahren-erfordert-erneute-ermessensausuebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/herabsetzung-eines-verspaetungszuschlags-im-klageverfahren-erfordert-erneute-ermessensausuebung\/","title":{"rendered":"Herabsetzung eines Versp\u00e4tungszuschlags im Klageverfahren erfordert erneute Ermessensaus\u00fcbung"},"content":{"rendered":"<article><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Mit Urteil vom 9. April 2020 (Az. 5 K 908\/20) hat der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster entschieden, dass die aufgrund einer Minderung der Steuerfestsetzung erfolgte Herabsetzung eines Versp\u00e4tungszuschlags im Klageverfahren rechtswidrig ist, wenn das Finanzamt hierzu keine erneuten Ermessenserw\u00e4gungen anstellt.<\/span><\/p>\n<\/article>\n<article>Das Finanzamt setzte die Einkommensteuer des Kl\u00e4gers f\u00fcr 2016 mangels Abgabe einer Steuererkl\u00e4rung aufgrund gesch\u00e4tzter Besteuerungsgrundlagen fest. Zugleich setzte es einen Versp\u00e4tungszuschlag fest. Im Rahmen der Entscheidung \u00fcber den hiergegen eingelegten Einspruch f\u00fchrte das Finanzamt aus, dass der Versp\u00e4tungszuschlag lediglich 2,89 % der festgesetzten Steuer betrage. Ferner verwies es auf das Abgabeverhalten des Kl\u00e4gers in der Vergangenheit, auf seine wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit und die lange Dauer der Versp\u00e4tung.<\/p>\n<p>Nachdem der Kl\u00e4ger im laufenden Klageverfahren, das sich auch auf die Steuerfestsetzung bezog, eine Einkommensteuererkl\u00e4rung eingereicht hatte, setzte das Finanzamt die Einkommensteuer herab. Zugleich verminderte es auch den Versp\u00e4tungszuschlag, ohne erneute Ermessenserw\u00e4gungen darzulegen.<\/p>\n<p>Der Einzelrichter des 5. Senats hat der Klage stattgegeben. Er hat zun\u00e4chst ausgef\u00fchrt, dass die Festsetzung des herabgesetzten Versp\u00e4tungszuschlages zum Gegenstand des Klageverfahrens geworden sei. Die Voraussetzungen f\u00fcr die Festsetzung eines Versp\u00e4tungszuschlags l\u00e4gen zwar weiterhin vor. Das Finanzamt habe jedoch bei der Herabsetzung das ihm durch \u00a7 152 Abs. 1 Satz 1 AO (a. F.) einger\u00e4umte Ermessen nicht ordnungsgem\u00e4\u00df ausge\u00fcbt. Werde die festgesetzte Steuer, auf die sich der Versp\u00e4tungszuschlag beziehe, herabgesetzt, habe der Betroffene einen Rechtsanspruch auf eine wiederholte Pr\u00fcfung und eine vollst\u00e4ndig neue Ermessensentscheidung. Die in der Einspruchsentscheidung enthaltenen Erw\u00e4gungen bez\u00f6gen sich lediglich auf die urspr\u00fcngliche Festsetzung des Versp\u00e4tungszuschlags. In Bezug auf die Herabsetzung seien dagegen keine erneuten Ermessenserw\u00e4gungen erkennbar.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.05.2020 zum Urteil 5 K 908\/20 vom 09.04.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 9. April 2020 (Az. 5 K 908\/20) hat der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster entschieden, dass die aufgrund einer Minderung der Steuerfestsetzung erfolgte Herabsetzung eines Versp\u00e4tungszuschlags im Klageverfahren rechtswidrig ist, wenn das Finanzamt hierzu keine erneuten Ermessenserw\u00e4gungen anstellt. Das Finanzamt setzte die Einkommensteuer des Kl\u00e4gers f\u00fcr 2016 mangels Abgabe einer Steuererkl\u00e4rung aufgrund &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/herabsetzung-eines-verspaetungszuschlags-im-klageverfahren-erfordert-erneute-ermessensausuebung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Herabsetzung eines Versp\u00e4tungszuschlags im Klageverfahren erfordert erneute Ermessensaus\u00fcbung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-58269","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=58269"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/58269\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=58269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=58269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=58269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}