{"id":58469,"date":"2020-06-20T16:48:44","date_gmt":"2020-06-20T14:48:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=58469"},"modified":"2020-06-20T16:48:44","modified_gmt":"2020-06-20T14:48:44","slug":"keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-die-hoehe-der-saeumniszuschlaege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-verfassungsrechtlichen-bedenken-gegen-die-hoehe-der-saeumniszuschlaege\/","title":{"rendered":"Keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die H\u00f6he der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<article>\n<pre><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Die H\u00f6he der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge von 1 % pro Monat begegnet trotz des derzeit niedrigen Zinsniveaus keinen verfassungsrechtlichen Bedenken. Dies hat der 12. Senat in einem im Verfahren des vorl\u00e4ufigen Rechtsschutzes ergangenen Beschluss vom 29. Mai 2020 (Az. 12 V 901\/20 AO) entschieden.<\/span><\/pre>\n<\/article>\n<article>Das Finanzamt erlie\u00df gegen\u00fcber dem Antragsteller einen Abrechnungsbescheid, in dem S\u00e4umniszuschl\u00e4ge zur Umsatzsteuer f\u00fcr den Zeitraum Oktober bis November 2018 ausgewiesen sind. Diese sind durch Aufrechnung vollst\u00e4ndig erloschen. Hiergegen legte der Antragsteller Einspruch ein und beantragte zugleich die Aufhebung der Vollziehung. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte er aus, dass die S\u00e4umniszuschl\u00e4ge nach der BFH-Rechtsprechung neben dem Druckcharakter auch einen Zinscharakter aufwiesen. Der Zinsanteil i. H. v. 0,5 % pro Monat sei angesichts des niedrigen Zinsniveaus in verfassungswidriger Weise zu hoch. Das Finanzamt lehnte den Antrag auf Aufhebung der Vollziehung ab, da S\u00e4umniszuschl\u00e4ge in erster Linie ein Druckmittel darstellten. Die Rechtsprechung zum h\u00e4lftigen Erlass von S\u00e4umniszuschl\u00e4gen bei Zahlungsunf\u00e4higkeit sei vorliegend nicht anwendbar.<\/p>\n<p>Der daraufhin gestellte gerichtliche Antrag auf Aufhebung der Vollziehung ist erfolglos geblieben. Nach Auffassung des Senats best\u00fcnden keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Abrechnungsbescheids, insbesondere nicht an der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit von \u00a7 240 AO, wonach S\u00e4umniszuschl\u00e4ge in H\u00f6he von 1 % pro Monat der S\u00e4umnis kraft Gesetzes entstehen. Die nach der BFH-Rechtsprechung gegen die H\u00f6he des Zinssatzes von 6 % pro Jahr (0,5 % pro Monat) bestehenden verfassungsrechtlichen Bedenken seien auf S\u00e4umniszuschl\u00e4ge nicht \u00fcbertragbar. S\u00e4umniszuschl\u00e4ge seien weder Zinsen noch Strafen, sondern in erster Linie Druckmittel zur Durchsetzung f\u00e4lliger Steuern. Der hierin enthaltene Zinseffekt stelle lediglich einen Nebeneffekt dar, der erst dann in den Vordergrund trete, wenn &#8211; etwa im Fall der \u00dcberschuldung bzw. Zahlungsunf\u00e4higkeit &#8211; der Normzweck des Druckmittels nicht eingreife. Hieraus lasse sich jedoch keine Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Regelung ableiten.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.06.2020 zum Beschluss 12 V 901\/20 vom 29.05.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die H\u00f6he der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge von 1 % pro Monat begegnet trotz des derzeit niedrigen Zinsniveaus keinen verfassungsrechtlichen Bedenken. Dies hat der 12. Senat in einem im Verfahren des vorl\u00e4ufigen Rechtsschutzes ergangenen Beschluss vom 29. Mai 2020 (Az. 12 V 901\/20 AO) entschieden. 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