{"id":585,"date":"2012-04-30T11:12:48","date_gmt":"2012-04-30T09:12:48","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=585"},"modified":"2012-09-20T06:20:16","modified_gmt":"2012-09-20T04:20:16","slug":"enge-voraussetzungen-fur-schadensersatzanspruch-bei-mobbing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/enge-voraussetzungen-fur-schadensersatzanspruch-bei-mobbing\/","title":{"rendered":"Enge Voraussetzungen f\u00fcr Schadensersatzanspruch bei Mobbing"},"content":{"rendered":"<p><strong>Enge Voraussetzungen f\u00fcr Schadensersatzanspruch bei Mobbing<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rechtslage<\/strong><\/p>\n<p>In Mobbingf\u00e4llen stellt sich regelm\u00e4\u00dfig die Frage, inwieweit der mobbende Kollege oder sogar der Arbeitgeber gegen\u00fcber dem gemobbten Kollegen zum Schadensersatz und\/oder zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verpflichtet ist. Dabei ist bereits unklar, wann die Grenze des Mobbings \u00fcberschritten ist bzw. wann es sich nur um eine &#8222;normale&#8220; Auseinandersetzung handelt. Allein Einigkeit besteht dar\u00fcber, dass Mobbing ein gezieltes und systematisches Verhalten \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg voraussetzt. Das Landesarbeitsgericht Hamm hatte zu den Voraussetzungen von Anspr\u00fcchen wegen Mobbings zu entscheiden.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger erhob \u00fcber mehrere Jahre hinweg Mobbing-Vorw\u00fcrfe gegen seinen unmittelbaren Vorgesetzten, der ihm bei der Bewerbung auf die Vorgesetztenstelle vorgezogen worden war. Zwischenzeitlich war der Kl\u00e4ger in psychiatrischer Behandlung und arbeitsunf\u00e4hig. Eine zun\u00e4chst wegen des Mobbings gegen den Arbeitgeber gerichtete Klage wurde im Verfahren durch Vergleich erledigt, der Kl\u00e4ger daraufhin im Betrieb versetzt. Im hier streitigen Verfahren machte er Schmerzensgeldanspr\u00fcche gegen den mobbenden Vorgesetzten geltend, unterlag jedoch.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Zwar bestehe die grunds\u00e4tzliche M\u00f6glichkeit eines Schadensersatzanspruches, wenn ein durch Einsch\u00fcchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen w\u00fcrde. Im Arbeitsleben \u00fcbliche Konflikte seien aber, auch wenn sie \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg andauerten, nicht geeignet, diese strengen Voraussetzungen zu erf\u00fcllen. Da im vorliegenden Fall lediglich arbeitstypische Auseinandersetzungen im Raum standen, fehlte es insbesondere an der mobbingtypischen Schaffung eines feindlichen Umfelds.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Die Entscheidung zeigt, welche, insbesondere im Hinblick auf Beweisfragen, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hohen H\u00fcrden einem Schadensersatz wegen Mobbings im Wege stehen. Gerade die Systematik, mit der Mobbing erfolgen muss, wird regelm\u00e4\u00dfig schwer nachzuweisen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Enge Voraussetzungen f\u00fcr Schadensersatzanspruch bei Mobbing Rechtslage In Mobbingf\u00e4llen stellt sich regelm\u00e4\u00dfig die Frage, inwieweit der mobbende Kollege oder sogar der Arbeitgeber gegen\u00fcber dem gemobbten Kollegen zum Schadensersatz und\/oder zur Zahlung eines Schmerzensgeldes verpflichtet ist. 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