{"id":58682,"date":"2020-07-19T20:11:55","date_gmt":"2020-07-19T18:11:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=58682"},"modified":"2020-07-19T20:11:55","modified_gmt":"2020-07-19T18:11:55","slug":"keine-vorsteueraufteilung-bei-unternehmensfortfuehrung-durch-insolvenzverwalter-einer-gmbh-co-kg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-vorsteueraufteilung-bei-unternehmensfortfuehrung-durch-insolvenzverwalter-einer-gmbh-co-kg\/","title":{"rendered":"Keine Vorsteueraufteilung bei Unternehmensfortf\u00fchrung durch Insolvenzverwalter einer GmbH &#038; Co. KG"},"content":{"rendered":"<article>\n<pre><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Mit rechtskr\u00e4ftigem Gerichtsbescheid vom 4. Mai 2020 (Az. 5 K 546\/17 U) hat der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster entschieden, dass Vorsteuern aus Leistungen eines Insolvenzverwalters einer GmbH &amp; Co. KG auch dann nicht aufzuteilen sind, wenn der Insolvenzverwalter im Rahmen der Unternehmensfortf\u00fchrung steuerfreie Ausgangsums\u00e4tze ausf\u00fchrt.<\/span><\/pre>\n<\/article>\n<article>Der Kl\u00e4ger ist Insolvenzverwalter \u00fcber das Verm\u00f6gen einer GmbH &amp; Co. KG. Nach Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens f\u00fchrte er das Unternehmen der KG \u00fcber mehrere Jahre fort, wobei er steuerpflichtige Ums\u00e4tze in einem Umfang von insgesamt rund 2,3 Mio. Euro sowie eine steuerfreie Grundst\u00fccksver\u00e4u\u00dferung f\u00fcr rund 300.000 Euro ausf\u00fchrte. Im Streitjahr 2015 f\u00fchrte er keine Ums\u00e4tze mehr aus, sondern macht lediglich Vorsteuern aus seinen eigenen Rechnungen als Insolvenzverwalter geltend. Das Finanzamt erkannte die Vorsteuern nur zu etwa 88,5 % an (Verh\u00e4ltnis der steuerpflichtigen Ums\u00e4tze zu den gesamten Ums\u00e4tzen seit Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens). Hiergegen wandte der Kl\u00e4ger ein, dass es f\u00fcr die Vorsteueraufteilung allein auf die Ums\u00e4tze der KG vor Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens ankomme und Verwertungshandlungen des Insolvenzverwalters nicht einzubeziehen seien.<\/p>\n<p>Der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster hat der Klage stattgegeben und dem Kl\u00e4ger den Vorsteuerabzug in vollem Umfang gew\u00e4hrt. Die Leistungen des Insolvenzverwalters, f\u00fcr die der Kl\u00e4ger den Vorsteuerabzug geltend gemacht hat, st\u00fcnden im direkten und unmittelbaren Zusammenhang zu den im Insolvenzverfahren angemeldeten Forderungen der Insolvenzgl\u00e4ubiger. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs sei dabei folgenderma\u00dfen zu unterscheiden: Handele es sich beim Insolvenzschuldner um eine nat\u00fcrliche Person, sei eine Aufteilung im Verh\u00e4ltnis der unternehmerischen zu den privaten Verbindlichkeiten vorzunehmen. Im Fall der Insolvenz einer KG seien dagegen im Regelfall alle geltend gemachten Insolvenzforderungen der unternehmerischen T\u00e4tigkeit zuzuordnen, sodass ein vollst\u00e4ndiger Vorsteuerabzug m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p>Diese Unterscheidung sei auch auf den Streitfall zu \u00fcbertragen, in dem der Insolvenzverwalter das Unternehmen der KG zun\u00e4chst fortgef\u00fchrt hat. Dementsprechend sei die steuerfreie Grundst\u00fccksver\u00e4u\u00dferung f\u00fcr die Vorsteueraufteilung nicht von Bedeutung.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: FG M\u00fcnster, Mitteilung vom 15.07.2020 zum Gerichtsbescheid 5 K 546\/17 vom 04.05.2020 (rkr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit rechtskr\u00e4ftigem Gerichtsbescheid vom 4. Mai 2020 (Az. 5 K 546\/17 U) hat der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster entschieden, dass Vorsteuern aus Leistungen eines Insolvenzverwalters einer GmbH &amp; Co. 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