{"id":58728,"date":"2020-07-26T17:25:09","date_gmt":"2020-07-26T15:25:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=58728"},"modified":"2020-07-26T17:25:09","modified_gmt":"2020-07-26T15:25:09","slug":"aufwendungen-fuer-eine-erstausbildung-nicht-als-werbungskosten-abzugsfaehig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/aufwendungen-fuer-eine-erstausbildung-nicht-als-werbungskosten-abzugsfaehig\/","title":{"rendered":"Aufwendungen f\u00fcr eine Erstausbildung nicht als Werbungskosten abzugsf\u00e4hig"},"content":{"rendered":"<article>\n<pre><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Aufwendungen f\u00fcr die Erstausbildung sind ab dem Veranlagungszeitraum 2004 nicht (mehr) als Werbungskosten abziehbar, wenn das Studium nicht im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattfindet, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 12.02.2020 VI R 17\/20 entschieden hat.<\/span><\/pre>\n<\/article>\n<article>Im Streitfall hatte eine Studentin Aufwendungen f\u00fcr ihr Erststudium als Werbungskosten geltend gemacht. Da sie in den Streitjahren keine bzw. nur geringf\u00fcgige Eink\u00fcnfte erzielte, wollte sie die dadurch entstehenden Verluste mit k\u00fcnftigen, nach dem Studium erzielten Eink\u00fcnften verrechnen. Der BFH wollte der Klage der Studentin stattgeben, sah sich daran aber auf Grund des \u00a7 9 Abs. 6 EStG gehindert, der mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2004 in das EStG aufgenommen worden ist. Danach sind die Aufwendungen f\u00fcr eine Erstausbildung nicht als Werbungskosten abziehbar. Deren Abzug kommt nur als Sonderausgaben begrenzt auf 4.000 Euro bzw. ab dem Jahr 2012 auf 6.000 Euro in Betracht. Da der Sonderausgabenabzug nicht zu einem vortragsf\u00e4higen Verlust f\u00fchrt, wirken sich &#8211; wie auch im Fall der Studentin &#8211; die Aufwendungen auf Grund der w\u00e4hrend der Ausbildung erzielten geringen Eink\u00fcnfte regelm\u00e4\u00dfig nicht bzw. nicht in vollem Umfang steuerlich aus.<\/p>\n<p>Der BFH hielt \u00a7 9 Abs. 6 EStG f\u00fcr verfassungswidrig und holte im Rahmen eines sog. Normenkontrollverfahrens die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) ein. Nachdem das BVerfG mit Beschluss vom 19.11.2019 2 BvL 22-27\/14 entschieden hat, dass der Ausschluss des Werbungskostenabzugs von Berufsausbildungskosten f\u00fcr eine Erstausbildung au\u00dferhalb eines Dienstverh\u00e4ltnisses mit dem Grundgesetz vereinbar ist, hat der BFH das zun\u00e4chst ausgesetzte Verfahren der Studentin wieder aufgenommen und deren Klage abgewiesen.<\/p>\n<p>Beim BFH war eine Vielzahl von Revisionen zu derselben Rechtsfrage anh\u00e4ngig. Sie betrafen ebenfalls den Werbungskostenabzug der Aufwendungen f\u00fcr das Erststudium sowie insbesondere den Werbungskostenabzug der Aufwendungen f\u00fcr die Pilotenausbildung, die au\u00dferhalb eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattfand. Diese Verfahren wurden nach der Entscheidung des BVerfG auf entsprechenden rechtlichen Hinweis des BFH zur\u00fcckgenommen und durch Einstellungsbeschluss erledigt.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 29\/20 vom 23.07.2020 zum Urteil VI R 17\/20 vom 12.02.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufwendungen f\u00fcr die Erstausbildung sind ab dem Veranlagungszeitraum 2004 nicht (mehr) als Werbungskosten abziehbar, wenn das Studium nicht im Rahmen eines Dienstverh\u00e4ltnisses stattfindet, wie der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 12.02.2020 VI R 17\/20 entschieden hat. Im Streitfall hatte eine Studentin Aufwendungen f\u00fcr ihr Erststudium als Werbungskosten geltend gemacht. 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