{"id":58770,"date":"2020-08-02T12:13:59","date_gmt":"2020-08-02T10:13:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=58770"},"modified":"2021-04-26T16:19:42","modified_gmt":"2021-04-26T14:19:42","slug":"kirchensteuer-daumen-hoch-fuer-geplante-aenderungen-des-kista-verfahrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kirchensteuer-daumen-hoch-fuer-geplante-aenderungen-des-kista-verfahrens\/","title":{"rendered":"Kirchensteuer: Daumen hoch f\u00fcr geplante \u00c4nderungen des KISTA-Verfahrens"},"content":{"rendered":"<section id=\"main-content\">\n<article>\n<pre><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">Bereits letztes Jahr deutete ein Eckpunktepapier des Bundesministeriums der Finanzen positive \u00c4nderungen im KISTA-Verfahren an. Einige davon sollen nun im Rahmen des Zweiten Familienentlastungsgesetzes umgesetzt werden. Die bisherige Verwaltungsauffassung, dass bei betrieblichen Konten auf den Kirchensteuerabzug zu verzichten ist, k\u00f6nnte schon bald gesetzlich verankert werden.<\/span><\/pre>\n<\/article>\n<article>Das letztj\u00e4hrig vorgestellte Eckpunktepapier lie\u00df bereits erahnen: Das Kirschensteuerabzugsverfahren (KISTA-Verfahren) d\u00fcrfte vereinfacht werden. Diesen positiven Vorboten folgt nun die gesetzliche Umsetzung. So greift der Referentenentwurf des Zweiten Familienentlastungsgesetzes viele der Eckpunkte auf. Der Deutsche Steuerberaterverband e.V. (DStV) begr\u00fc\u00dft die Erleichterungen, die damit f\u00fcr die Praxis einhergehen d\u00fcrften.<\/p>\n<h3>Kein Kirchensteuerabzug auf Kapitalertr\u00e4ge im Betriebsverm\u00f6gen<\/h3>\n<p>Durch die gleichlautenden Erlasse der obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder aus 2016 (BMF-Schreiben vom 10.08.2016, BStBl I 2016 S. 813) wurde das KISTA-Verfahren deutlich erweitert. Die Kirchensteuerabzugspflicht sollte danach auch f\u00fcr Betriebskonten nat\u00fcrlicher Personen und f\u00fcr Kapitalanlagen, die zum Betriebsverm\u00f6gen oder Sonderbetriebsverm\u00f6gen nat\u00fcrlicher Personen geh\u00f6ren, gelten (a. a. O., Rn. 40).<\/p>\n<p>Dieses Verst\u00e4ndnis der Norm sorgte f\u00fcr einigen Unmut in der Praxis. Der DStV monierte die Auffassung daher seit langem (vgl. DStV-Stellungnahme S 10\/16 ). Bereits in der Vergangenheit blieb dies nicht folgenlos. Die L\u00e4ndererlasse nahmen eine entsprechende Nichtbeanstandungsregelung auf, die bis auf weiteres verl\u00e4ngert wurde (Oberste Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder v. 19.11.2018, BStBl I 2018 S. 1229).<\/p>\n<p>Jetzt endlich wartet auch gesetzliche Klarheit: Nach dem Referentenentwurf des Zweiten Familienentlastungsgesetzes soll der Kirchensteuerabzug auf Kapitalertr\u00e4ge im Betriebsverm\u00f6gen ausgeschlossen sein. Der DStV begr\u00fc\u00dft sehr, dass Steuerpflichtige dann rechtlich Gewissheit h\u00e4tten.<\/p>\n<h3>Anlassabfrage bei Begr\u00fcndung der Gesch\u00e4ftsbeziehung<\/h3>\n<p>Kirchensteuerabzugsverpflichtete m\u00fcssen j\u00e4hrlich beim Bundeszentralamt f\u00fcr Steuern (BZSt) im Rahmen der Regelabfrage die Kirchensteuerabzugsmerkmale ihrer Kunden bzw. Mitglieder abfragen. Daf\u00fcr haben sie vom 01.09. bis 31.10. Zeit. Sie fragen dabei beim BZSt ab, ob der Schuldner der Kapitalertr\u00e4ge am 31.08. des betreffenden Jahres (Stichtag) kirchensteuerpflichtig ist. Daneben sind gesetzlich weitere F\u00e4lle vorgesehen, in denen Anlassabfragen an das BZSt gerichtet werden k\u00f6nnen, z. B. bei Begr\u00fcndung einer Gesch\u00e4ftsbeziehung.<\/p>\n<p>Der Referentenentwurf sieht nun vor, dass die Kirchensteuerabzugsverpflichteten k\u00fcnftig bei Begr\u00fcndung einer Gesch\u00e4ftsbeziehung verpflichtend eine Anlassabfrage vornehmen m\u00fcssen. So soll die Aktualit\u00e4t des Kirchensteuerabzugs sichergestellt werden. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Fallgestaltungen, in denen eine Gesch\u00e4ftsbeziehung nach dem 31.08. begr\u00fcndet wird und dem Kunden bereits vor dem 01.09. des Folgejahres Kapitalertr\u00e4ge gutgeschrieben werden.<\/p>\n<p>Parallel soll der Kirchensteuerabzugsverpflichtete nur noch zu diesem Zeitpunkt verpflichtet sein, den Kunden \u00fcber die Datenabfrage sowie das bestehende Widerspruchsrecht gegen\u00fcber dem BZSt zu informieren. Dar\u00fcber hinaus soll ein genereller Hinweis, z. B. in den allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen, ausreichen. So wird das Verfahren auf Seiten der Kirchensteuerabzugsverpflichteten erleichtert.<\/p>\n<p>Der DStV unterst\u00fctzt diese \u00c4nderung. Die Abfrage der Religionszugeh\u00f6rigkeit des Steuerpflichtigen bei Begr\u00fcndung von Gesch\u00e4ftsbeziehungen entspricht ohnehin der g\u00e4ngigen Praxis.<\/p>\n<h3>Ab wann gilt\u2018s?<\/h3>\n<p>Die Neuerungen sollen am 01.01.2022 in Kraft treten.<\/p>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: DStV, Mitteilung vom 23.07.2020<\/p>\n<\/section>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits letztes Jahr deutete ein Eckpunktepapier des Bundesministeriums der Finanzen positive \u00c4nderungen im KISTA-Verfahren an. Einige davon sollen nun im Rahmen des Zweiten Familienentlastungsgesetzes umgesetzt werden. Die bisherige Verwaltungsauffassung, dass bei betrieblichen Konten auf den Kirchensteuerabzug zu verzichten ist, k\u00f6nnte schon bald gesetzlich verankert werden. 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