{"id":58815,"date":"2020-08-09T08:36:38","date_gmt":"2020-08-09T06:36:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=58815"},"modified":"2020-08-09T08:36:38","modified_gmt":"2020-08-09T06:36:38","slug":"diabeteserkrankung-gdb-50-nur-bei-gravierender-beeintraechtigung-in-der-lebensfuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/diabeteserkrankung-gdb-50-nur-bei-gravierender-beeintraechtigung-in-der-lebensfuehrung\/","title":{"rendered":"Diabeteserkrankung: GdB 50 nur bei gravierender Beeintr\u00e4chtigung in der Lebensf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<article>\n<pre><span style=\"font-size: 16px; font-weight: 400;\">F\u00fcr die Gew\u00e4hrung eines Grades der Behinderung (GdB) von 50 f\u00fcr eine Diabeteserkrankung muss ein Antragsteller zus\u00e4tzlich zu dem erh\u00f6hten Therapieaufwand durch erhebliche Einschnitte gravierend in seiner Lebensf\u00fchrung beeintr\u00e4chtigt sein. Diese Voraussetzung ist nicht immer dann schon erf\u00fcllt, wenn ein entsprechender Therapieaufwand vorliegt, sondern es handelt sich dabei nach den Vorgaben von Teil B Ziffer 15.1 der Versorgungsmedizinischen Grunds\u00e4tze um eine zus\u00e4tzliche Voraussetzung (Gerichtsbescheid S 9 SB 1486\/19 vom 29.01.2020).<\/span><\/pre>\n<\/article>\n<article>Der Kl\u00e4ger begehrte im vorliegenden Verfahren die Verurteilung des beklagten Landes, bei ihm einen Grad der Behinderung von 50 festzustellen. Neben Beeintr\u00e4chtigungen der Psyche war vor allem die Bewertung seiner Diabeteserkrankung zwischen den Beteiligten umstritten.<\/p>\n<p>Das Gericht hat die Klage abgewiesen. Zwar seien die Voraussetzungen f\u00fcr einen GdB von 50 bei Diabetes insoweit erf\u00fcllt, dass t\u00e4glich mindestens vier Insulininjektionen und die selbst\u00e4ndige Variierung der Insulindosis in Abh\u00e4ngigkeit vom aktuellen Blutzucker, der folgenden Mahlzeit und der k\u00f6rperlichen Belastung erforderlich seien. Eine \u00fcber den Therapieaufwand hinausgehende gravierende Beeintr\u00e4chtigung der Lebensf\u00fchrung durch erhebliche Einschnitte lasse sich aber nicht feststellen. Der Kl\u00e4ger werde durch die Anforderungen an seine Diabetestherapie in seiner Spontaneit\u00e4t und auch Leistungsf\u00e4higkeit eingeschr\u00e4nkt. Gleichzeitig gehe er aber seiner Berufst\u00e4tigkeit nach, fahre in den Urlaub und treibe nach eigenen Angaben Sport. Bei einer Gesamtbetrachtung der unterschiedlichen Lebensbereiche komme das Gericht deshalb zu der \u00dcberzeugung, dass insgesamt noch keine gravierenden Einschr\u00e4nkungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft erkennbar seien, die eine Erh\u00f6hung des GdB f\u00fcr Diabetes auf 50 rechtfertigten.<\/p>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<\/article>\n<p id=\"source\">Quelle: SG Stuttgart, Mitteilung vom 03.08.2020 zum Gerichtsbescheid S 9 SB 1486\/19 vom 29.01.2020<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Gew\u00e4hrung eines Grades der Behinderung (GdB) von 50 f\u00fcr eine Diabeteserkrankung muss ein Antragsteller zus\u00e4tzlich zu dem erh\u00f6hten Therapieaufwand durch erhebliche Einschnitte gravierend in seiner Lebensf\u00fchrung beeintr\u00e4chtigt sein. 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