{"id":61537,"date":"2020-10-05T18:29:50","date_gmt":"2020-10-05T16:29:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=61537"},"modified":"2020-10-05T18:29:50","modified_gmt":"2020-10-05T16:29:50","slug":"monatsbezogene-beurteilung-der-kindergeldberechtigung-nach-%c2%a7-62-abs-1-satz-1-nr-2-buchst-b-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/monatsbezogene-beurteilung-der-kindergeldberechtigung-nach-%c2%a7-62-abs-1-satz-1-nr-2-buchst-b-estg\/","title":{"rendered":"Monatsbezogene Beurteilung der Kindergeldberechtigung nach \u00a7 62 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Verfahren 3 K 78\/18 hat der 3. Senat des Finanzgerichts mit Urteil vom 20. November 2018 \u00fcber die Kindergeldberechtigung einer in Italien lebenden Kl\u00e4gerin entschieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese lebte seit Mai 1967 zusammen mit ihrem Ehemann auf Helgoland und betrieb dort ein Hotel. Ab Oktober 2015 verpachtete sie das Hotel und erzielte aus der Verpachtung Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb. Ab Mai 2016 lebte die Kl\u00e4gerin dann in Italien. Der beklagten Familienkasse legte die Kl\u00e4gerin eine Bescheinigung des zust\u00e4ndigen Einkommensteuerfinanzamts vor, aus der sich ihre Identifikationsnummer ergab und in der bescheinigt wurde, dass sie bis zum 24. Mai 2016 gem\u00e4\u00df \u00a7 1 Abs. 1 EStG unbeschr\u00e4nkt steuerpflichtig gewesen und danach gem\u00e4\u00df \u00a7 1 Abs. 3 EStG beschr\u00e4nkt steuerpflichtig sei, weil sie gem\u00e4\u00df \u00a7 49 EStG inl\u00e4ndische Eink\u00fcnfte erziele. Die beklagte Familienkasse war der Auffassung, dass anhand der eingereichten Unterlagen ein Anspruch auf Kindergeld nicht bejaht werden k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 3. Senat gab der Klage statt. Nach \u00a7 62 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG habe Anspruch auf Kindergeld, wer ohne Wohnsitz oder gew\u00f6hnlichen Aufenthalt im Inland nach \u00a7 1 Abs. 3 EStG als unbeschr\u00e4nkt einkommensteuerpflichtig behandelt werde. Nach \u00a7 1 Abs. 3 Satz 1 EStG w\u00fcrden auf Antrag nat\u00fcrliche Personen als unbeschr\u00e4nkt einkommensteuerpflichtig behandelt, die \u2013 wie im Streitfall \u2013 im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gew\u00f6hnlichen Aufenthalt und inl\u00e4ndische Eink\u00fcnfte im Sinne des \u00a7 49 h\u00e4tten. Diese Voraussetzungen l\u00e4gen im Streitfall vor. Die Kl\u00e4gerin habe durch die Verpachtung des Hotels ausweislich ihrer Jahresabschl\u00fcsse gem\u00e4\u00df \u00a7 49 Abs. 1 Nr. 2 i. V. m. \u00a7 15 EStG Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb erzielt. Sie habe keine Eink\u00fcnfte in Italien, ihre Eink\u00fcnfte im Kalenderjahr unterl\u00e4gen damit zu mindestens zu 90 Prozent der deutschen Einkommensteuer (\u00a7 1 Abs. 3 Satz 2 EStG). Das zust\u00e4ndige Finanzamt Pinneberg habe auch die beschr\u00e4nkte Steuerpflicht der Kl\u00e4gerin im Streitzeitraum best\u00e4tigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat die Revision auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Familienkasse hin zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Revisionsverfahren wird beim BFH unter dem Aktenzeichen III R 11\/20 gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: FG Schleswig-Holstein, Mitteilung vom 30.09.2020 zum Urteil 3 K 78\/18 vom 20.11.2018 (nrkr &#8211; BFH-Az.: III R 11\/20)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Verfahren 3 K 78\/18 hat der 3. Senat des Finanzgerichts mit Urteil vom 20. 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