{"id":61775,"date":"2020-11-07T11:43:44","date_gmt":"2020-11-07T09:43:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=61775"},"modified":"2020-11-07T11:43:44","modified_gmt":"2020-11-07T09:43:44","slug":"bfh-prozesskosten-im-zusammenhang-mit-einem-umgangsrechtsstreit-koennen-nicht-als-aussergewoehnliche-belastungen-abgezogen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-prozesskosten-im-zusammenhang-mit-einem-umgangsrechtsstreit-koennen-nicht-als-aussergewoehnliche-belastungen-abgezogen-werden\/","title":{"rendered":"BFH: Prozesskosten im Zusammenhang mit einem Umgangsrechtsstreit k\u00f6nnen nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen abgezogen werden"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Zivilprozesskosten sind auch dann vom Abzug als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen ausgeschlossen, wenn sie f\u00fcr einen Umgangsrechtsstreit zwecks R\u00fcckf\u00fchrung eines entf\u00fchrten Kindes aus dem Ausland zur\u00fcck nach Deutschland entstanden sind. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 13.08.2020 \u2013 VI R 15\/18 entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Tochter des Kl\u00e4gers wurde kurz nach der Geburt von der Mutter in deren Heimatland in S\u00fcdamerika verbracht. Der Kl\u00e4ger versuchte \u2013 vergeblich -, die Tochter mittels des Verfahrens zum Haager \u00dcbereinkommen \u00fcber die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentf\u00fchrung nach Deutschland zur\u00fcckzuholen. Die daf\u00fcr bisher entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten von \u00fcber 20.000 Euro machte er als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung geltend. Das Finanzamt lehnte dies unter Hinweis auf die entgegenstehende Rechtslage ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als zuvor das FG best\u00e4tigte der BFH die Rechtsauffassung des Finanzamts. F\u00fcr Prozesskosten gelte ab dem Veranlagungszeitraum 2013 ein grunds\u00e4tzliches Abzugsverbot (\u00a7 33 Abs. 2 Satz 4 EStG). Nur wenn der Steuerpflichtige ohne die Aufwendungen Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine notwendigen Bed\u00fcrfnisse in dem \u00fcblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu k\u00f6nnen, sei ein Abzug der Prozesskosen (ausnahmsweise) zul\u00e4ssig. Existenzgrundlage im Sinne des Gesetzes sei aber nach dem eindeutigen Willen des Gesetzgebers allein die materielle Lebensgrundlage des Steuerpflichtigen. Durch die Kindesentf\u00fchrung sei ungeachtet der besonderen emotionalen und auch finanziellen Belastung f\u00fcr den Kl\u00e4ger allein dessen immaterielle Existenzgrundlage betroffen. Es sei auch verfassungsrechtlich nicht geboten, die Begriffe der Existenzgrundlage und der lebensnotwendigen Bed\u00fcrfnisse in \u00a7 33 Abs. 2 Satz 4 EStG (auch) in einem immateriellen Sinne zu deuten. Der BFH best\u00e4tigte damit seine bisherige strenge Auffassung, der das FG mit einem sog. R\u00fcttelurteil entgegengetreten war.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 52\/20 vom 05.11.2020 zum Urteil VI R 15\/18 vom 13.08.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zivilprozesskosten sind auch dann vom Abzug als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen ausgeschlossen, wenn sie f\u00fcr einen Umgangsrechtsstreit zwecks R\u00fcckf\u00fchrung eines entf\u00fchrten Kindes aus dem Ausland zur\u00fcck nach Deutschland entstanden sind. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 13.08.2020 \u2013 VI R 15\/18 entschieden. 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