{"id":61940,"date":"2020-12-03T18:58:27","date_gmt":"2020-12-03T16:58:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=61940"},"modified":"2020-12-03T18:58:27","modified_gmt":"2020-12-03T16:58:27","slug":"neue-duesseldorfer-tabelle-ab-dem-1-januar-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/neue-duesseldorfer-tabelle-ab-dem-1-januar-2021\/","title":{"rendered":"Neue \u201cD\u00fcsseldorfer Tabelle\u201d ab dem 1. Januar 2021"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die zum 1. Januar 2021 aktualisierte D\u00fcsseldorfer Tabelle ist ab sofort auf der Internetseite des Oberlandesgerichts D\u00fcsseldorf verf\u00fcgbar. Die \u00c4nderungen betreffen im Wesentlichen die Bedarfss\u00e4tze minderj\u00e4hriger und vollj\u00e4hriger Kinder.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die D\u00fcsseldorfer Tabelle ist Richtlinie und Hilfsmittel f\u00fcr die Bemessung des angemessenen Unterhalts im Sinne des \u00a7 1610 BGB und wird von allen Oberlandesgerichten zur Bestimmung des Kindesunterhalts verwandt. Das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf gibt sie seit dem 1. Januar 1979 heraus. Ihr Inhalt beruht auf Koordinierungsgespr\u00e4chen aller Oberlandesgerichte und der Unterhaltskommission des Familiengerichtstages e.V.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Pandemiejahr 2020 konnten keine pers\u00f6nlichen Koordinierungstreffen stattfinden, die Beteiligten haben sich ausschlie\u00dflich digital abgestimmt.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-1-bedarfss-tze\">1. Bedarfss\u00e4tze<\/h2>\n\n\n\n<h3 id=\"h-a-minderj-hrige\">a. Minderj\u00e4hrige<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Anhebung der Bedarfss\u00e4tze minderj\u00e4hriger Kinder beruht auf der Erh\u00f6hung des Mindestbedarfs gem\u00e4\u00df der \u201cDritten Verordnung zur \u00c4nderung der Mindestunterhaltsverordnung vom 3. November 2020\u201d (BGBl I 2020, 2344). Der Mindestunterhalt betr\u00e4gt danach ab dem 1. Januar 2021:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>f\u00fcr Kinder der 1. Altersstufe (bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres) 393 Euro (Anhebung um 24 Euro),<\/li><li>f\u00fcr Kinder der 2. Altersstufe (bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres) 451 Euro (Anhebung um 27 Euro),<\/li><li>f\u00fcr Kinder der dritten Altersstufe (vom 13. Lebensjahr bis zur Vollj\u00e4hrigkeit) 528 Euro (Anhebung um 31 Euro).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Betr\u00e4ge entsprechen den Bedarfss\u00e4tzen der ersten Einkommensgruppe (bis 1.900 Euro) der D\u00fcsseldorfer Tabelle. Die Anhebung der Bedarfss\u00e4tze der ersten Einkommensgruppe f\u00fchrt zugleich zu einer \u00c4nderung der Bedarfss\u00e4tze der folgenden Einkommensgruppen. Sie werden wie in der Vergangenheit ab der 2. bis 5. Gruppe um jeweils 5 % und in den folgenden Gruppen um jeweils 8 % des Mindestunterhalts angehoben.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"h-b-vollj-hrige\">b. Vollj\u00e4hrige<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Bedarfss\u00e4tze vollj\u00e4hriger Kinder werden zum 01.01.2021 gleichfalls angehoben. Wie in 2020 betragen sie 125 % der Bedarfss\u00e4tze der 2. Altersstufe.<\/p>\n\n\n\n<h3 id=\"h-c-studierende\">c. Studierende<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Bedarfssatz des Studierenden (m\/w\/d), der nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil lebt, bleibt gegen\u00fcber 2020 mit 860 Euro unver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-2-anrechnung-des-kindergelds\">2. Anrechnung des Kindergelds<\/h2>\n\n\n\n<p>Auf den Bedarf des Kindes ist nach \u00a7 1612b BGB das Kindergeld anzurechnen. Dieses betr\u00e4gt ab dem 1. Januar 2021:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>f\u00fcr ein erstes und zweites Kind 219 Euro,<\/li><li>f\u00fcr ein drittes Kind: 225 Euro,<\/li><li>ab dem vierten Kind: 250 Euro.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Das Kindergeld ist bei minderj\u00e4hrigen Kindern in der Regel zur H\u00e4lfte und bei vollj\u00e4hrigen Kindern in vollem Umfang auf den Barunterhaltsbedarf anzurechnen. Die sich nach Abzug des Kindergeldanteils ergebenden Betr\u00e4ge sind in den im Anhang der Tabelle beigef\u00fcgten \u201cZahlbetragstabellen\u201d aufgelistet.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-3-selbstbehalte\">3. Selbstbehalte<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Selbstbehalte bleiben gegen\u00fcber 2020 unver\u00e4ndert. Lediglich bei Anspr\u00fcchen auf Elternunterhalt ist mit R\u00fccksicht auf die Regelungen des Angeh\u00f6rigenentlastungsgesetzes von der Angabe eines konkreten Betrags abgesehen worden. Die Steigerung des Regelsatzes auf 446 Euro f\u00fcr vollj\u00e4hrige Alleinstehende hat noch keine Anhebung des notwenigen Selbstbehalts veranlasst. Sollte aber der Regelsatz weiter steigen, bed\u00fcrfen die Selbstbehalte wahrscheinlich zum 1. Januar 2022 einer Anpassung.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-4-einkommensgruppen\">4. Einkommensgruppen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Einkommensgruppen bleiben 2021 unver\u00e4ndert. Wie in der Vergangenheit endet die Tabelle mit einem bereinigten Einkommen bis zu 5.500 Euro (10. Einkommensgruppe, 160 % des Mindestbedarfs). Der Bundesgerichtshof bef\u00fcrwortet mit Beschluss vom 16.09.2020 (Az. XII ZB 499\/19) eine Fortschreibung der Einkommensgruppen. Dieser Wunsch in der am 09.11.2020 ver\u00f6ffentlichten Entscheidung konnte f\u00fcr die Tabelle 2021 nicht mehr umgesetzt werden. Eine etwaige Fortschreibung der Einkommensgruppen und Bedarfss\u00e4tze \u00fcber die 10. Einkommensgruppe hinaus bleibt deshalb der D\u00fcsseldorfer Tabelle 2022 vorbehalten. Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs kommt eine prozentuale Erh\u00f6hung der Bedarfss\u00e4tze in Betracht, wenn das bereinigte Einkommen des Barunterhaltspflichtigen die 10. Einkommensgruppe \u00fcberschreitet.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: OLG D\u00fcsseldorf, Pressemitteilung vom 01.12.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zum 1. Januar 2021 aktualisierte D\u00fcsseldorfer Tabelle ist ab sofort auf der Internetseite des Oberlandesgerichts D\u00fcsseldorf verf\u00fcgbar. Die \u00c4nderungen betreffen im Wesentlichen die Bedarfss\u00e4tze minderj\u00e4hriger und vollj\u00e4hriger Kinder. 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