{"id":62115,"date":"2020-12-18T13:42:33","date_gmt":"2020-12-18T11:42:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62115"},"modified":"2020-12-18T13:42:33","modified_gmt":"2020-12-18T11:42:33","slug":"bfh-keine-beruecksichtigung-von-aufwendungen-in-zusammenhang-mit-einem-biberschaden-als-aussergewoehnliche-belastungen-i-s-des-%c2%a7-33-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-keine-beruecksichtigung-von-aufwendungen-in-zusammenhang-mit-einem-biberschaden-als-aussergewoehnliche-belastungen-i-s-des-%c2%a7-33-estg\/","title":{"rendered":"BFH: Keine Ber\u00fccksichtigung von Aufwendungen in Zusammenhang mit einem \u201cBiberschaden\u201d als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen i. S. des \u00a7 33 EStG"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mit Urteil vom 01.10.2020 \u2013 VI R 42\/18 \u2013 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Aufwendungen f\u00fcr die Beseitigung von durch einen Biber verursachter und zum Schutz vor weiterer Sch\u00e4den nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen i. S. des \u00a7 33 EStG abzugsf\u00e4hig sind.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4ger bewohnen ein Einfamilienhaus, dessen Garten an ein nat\u00fcrliches Gew\u00e4sser angrenzt, in dem sich in den letzten Jahren \u2013 sehr zur Freude der Natursch\u00fctzer \u2013 der in Deutschland fast ausgestorbene Biber wieder angesiedelt hat. Diese Freude konnten die Kl\u00e4ger nur bedingt teilen, da die Biber auf ihrem Grundst\u00fcck erhebliche Sch\u00e4den anrichteten. So senkte sich durch die Anlage des Biberbaus nicht nur ein Teil der Rasenfl\u00e4che ab, betroffen war auch die Terrasse, die auf ca. 8 m L\u00e4nge zu einem Drittel absackte. Dem standen die Kl\u00e4ger relativ machtlos gegen\u00fcber, da die Biber unter strengem Naturschutz stehen und daher weder bejagt noch vergr\u00e4mt werden d\u00fcrfen. Im Einvernehmen mit der Naturschutzbeh\u00f6rde&nbsp; lie\u00dfen die Kl\u00e4ger schlie\u00dflich&nbsp; eine \u201eBibersperre\u201c errichten. Deren Kosten und die Kosten f\u00fcr die Beseitigung der Bibersch\u00e4den an Terrasse und Garten von insgesamt rund 4.000 Euro machten die Kl\u00e4ger als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung geltend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ebenso wie zuvor bereits das Finanzgericht lehnte der BFH einen Abzug der Aufwendungen als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastung ab. Wildtiersch\u00e4den bzw. Schutzma\u00dfnahmen zur Vermeidung solcher seien keineswegs un\u00fcblich und nicht mit anderen ungew\u00f6hnlichen Schadensereignissen i. S. des \u00a7 33 EStG (wie z. B. Brand oder Hochwasser) vergleichbar. Mit einem entstandenen oder drohenden Wildtierschaden in Zusammenhang stehende Aufwendungen erlaubten deshalb auch dann keine Ber\u00fccksichtigung als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen, wenn mit den Ma\u00dfnahmen konkrete, von einem Gegenstand des existenznotwendigen Bedarfs (wie etwa dem eigenen Einfamilienhaus) ausgehende Gesundheitsgefahren beseitigt bzw. vermieden w\u00fcrden. Es sei nicht Aufgabe des Steuerrechts, f\u00fcr einen Ausgleich von durch Wildtiere verursachter Sch\u00e4den bzw. f\u00fcr die zur Vermeidung solcher Sch\u00e4den notwendigen Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen \u00fcber eine entsprechende Abzugsm\u00f6glichkeit nach \u00a7 33 EStG Sorge zu tragen. Es obliege vielmehr dem Naturschutzrecht \u2013 etwa durch Errichtung entsprechender Fonds \u2013 f\u00fcr einen Schadensausgleich bzw. Pr\u00e4ventionsschutz zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BFH, Pressemitteilung Nr. 60\/20 vom 17.12.2020 zum Urteil VI R 42\/18 vom 01.10.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Urteil vom 01.10.2020 \u2013 VI R 42\/18 \u2013 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Aufwendungen f\u00fcr die Beseitigung von durch einen Biber verursachter und zum Schutz vor weiterer Sch\u00e4den nicht als au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen i. S. des \u00a7 33 EStG abzugsf\u00e4hig sind. 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