{"id":62135,"date":"2020-12-28T13:30:30","date_gmt":"2020-12-28T11:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62135"},"modified":"2020-12-28T13:30:30","modified_gmt":"2020-12-28T11:30:30","slug":"steuerliche-massnahmen-zur-beruecksichtigung-der-auswirkungen-des-coronavirus-covid-19-sars-cov-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerliche-massnahmen-zur-beruecksichtigung-der-auswirkungen-des-coronavirus-covid-19-sars-cov-2-2\/","title":{"rendered":"Steuerliche Ma\u00dfnahmen zur Ber\u00fccksichtigung der Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19\/SARS-CoV-2)"},"content":{"rendered":"\n<p>In weiten Teilen des Bundesgebietes entstehen durch das Coronavirus weiterhin betr\u00e4chtliche wirtschaftliche Sch\u00e4den. Es ist daher angezeigt, den Gesch\u00e4digten durch eine angemessene Verl\u00e4ngerung der steuerlichen Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung unbilliger H\u00e4rten entgegenzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder gilt daher im Hinblick auf Steuern, die von den Landesfinanzbeh\u00f6rden im Auftrag des Bundes verwaltet werden, erg\u00e4nzend zum BMF-Schreiben vom 19. M\u00e4rz 2020 \u2013 IV A 3 \u2013 S-0336 \/ 19 \/ 10007: 002 (BStBl I S. 262) Folgendes:<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-1-stundung-im-vereinfachten-verfahren\">1. Stundung im vereinfachten Verfahren<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>1.1<\/strong> Die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffenen Steuerpflichtigen k\u00f6nnen bis zum 31. M\u00e4rz 2021 unter Darlegung ihrer Verh\u00e4ltnisse Antr\u00e4ge auf Stundung der bis zum 31. M\u00e4rz 2021 f\u00e4lligen Steuern stellen. Die Stundungen sind l\u00e4ngstens bis zum 30. Juni 2021 zu gew\u00e4hren. \u00a7 222 Satz 3 und 4 AO bleibt unber\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.2<\/strong> In den F\u00e4llen der Ziffer 1.1 k\u00f6nnen \u00fcber den 30. Juni 2021 hinaus Anschlussstundungen f\u00fcr die bis zum 31. M\u00e4rz 2021 f\u00e4lligen Steuern im Zusammenhang mit einer angemessenen, l\u00e4ngstens bis zum 31. Dezember 2021 dauernden Ratenzahlungsvereinbarung gew\u00e4hrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.3<\/strong> Bei der Nachpr\u00fcfung der Voraussetzungen f\u00fcr (Anschluss-)Stundungen nach den Ziffern 1.1 und 1.2 sind keine strengen Anforderungen zu stellen. Die Antr\u00e4ge sind nicht deshalb abzulehnen, weil die Steuerpflichtigen die entstandenen Sch\u00e4den wertm\u00e4\u00dfig nicht im Einzelnen nachweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1.4<\/strong> Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in den vorgenannten F\u00e4llen verzichtet werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-2-absehen-von-vollstreckungsma-nahmen-vollstreckungsaufschub-im-vereinfachten-verfahren\">2. Absehen von Vollstreckungsma\u00dfnahmen (Vollstreckungsaufschub) im vereinfachten Verfahren<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>2.1<\/strong> Wird dem Finanzamt bis zum 31. M\u00e4rz 2021 aufgrund einer Mitteilung des Vollstreckungsschuldners bekannt, dass der Vollstreckungsschuldner nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffen ist, soll bis zum 30. Juni 2021 von Vollstreckungsma\u00dfnahmen bei bis zum 31. M\u00e4rz 2021 f\u00e4llig gewordenen Steuern abgesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesen F\u00e4llen sind die im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021 entstandenen S\u00e4umniszuschl\u00e4ge grunds\u00e4tzlich zu erlassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.2<\/strong> Bei Vereinbarung einer angemessenen Ratenzahlung ist in den F\u00e4llen der Ziffer 2.1 eine Verl\u00e4ngerung des Vollstreckungsaufschubs f\u00fcr die bis zum 31. M\u00e4rz 2021 f\u00e4lligen Steuern l\u00e4ngstens bis zum 31. Dezember 2021 einschlie\u00dflich des Erlasses der bis dahin insoweit entstandenen S\u00e4umniszuschl\u00e4ge m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2.3<\/strong> Die Finanz\u00e4mter k\u00f6nnen den Erlass der S\u00e4umniszuschl\u00e4ge durch Allgemeinverf\u00fcgung (\u00a7 118 Satz 2 AO) regeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-3-anpassung-von-vorauszahlungen-im-vereinfachten-verfahren\">3. Anpassung von Vorauszahlungen im vereinfachten Verfahren<\/h2>\n\n\n\n<p>Die nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich negativ wirtschaftlich betroffenen Steuerpflichtigen k\u00f6nnen bis zum 31. Dezember 2021 unter Darlegung ihrer Verh\u00e4ltnisse Antr\u00e4ge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und K\u00f6rperschaftsteuer 2021 stellen. Bei der Nachpr\u00fcfung der Voraussetzungen sind keine strengen Anforderungen zu stellen. Diese Antr\u00e4ge sind nicht deshalb abzulehnen, weil die Steuerpflichtigen die entstandenen Sch\u00e4den wertm\u00e4\u00dfig nicht im Einzelnen nachweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-4-stundung-vollstreckungsaufschub-und-anpassung-von-vorauszahlungen-in-anderen-f-llen\">4. Stundung, Vollstreckungsaufschub und Anpassung von Vorauszahlungen in anderen F\u00e4llen<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Antr\u00e4ge auf (Anschluss-) Stundung oder Vollstreckungsaufschub au\u00dferhalb der Ziffern 1.1 und 1.2 bzw. 2.1. und 2.2 sowie auf Anpassung von Vorauszahlungen au\u00dferhalb der Ziffer 3 gelten die allgemeinen Grunds\u00e4tze und Nachweispflichten. Dies gilt auch f\u00fcr Ratenzahlungsvereinbarungen \u00fcber den 31. Dezember 2021 hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Schreiben erg\u00e4nzt das BMF-Schreiben vom 19. M\u00e4rz 2020<\/p>\n\n\n\n<p>IV A 3 \u2013 S-0336 \/19 \/ 10007: 002 \u2013 (BStBl I S. 262).<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: BMF, Schreiben (koordinierter L\u00e4ndererlass) IV A 3 &#8211; S-0336 \/ 20 \/ 10001 :025 vom 22.12.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In weiten Teilen des Bundesgebietes entstehen durch das Coronavirus weiterhin betr\u00e4chtliche wirtschaftliche Sch\u00e4den. Es ist daher angezeigt, den Gesch\u00e4digten durch eine angemessene Verl\u00e4ngerung der steuerlichen Ma\u00dfnahmen zur Vermeidung unbilliger H\u00e4rten entgegenzukommen. 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