{"id":62225,"date":"2021-01-06T17:30:54","date_gmt":"2021-01-06T15:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62225"},"modified":"2021-01-06T17:30:54","modified_gmt":"2021-01-06T15:30:54","slug":"umsaetze-eines-zauberkuenstlers-unterfallen-dem-ermaessigten-umsatzsteuersatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/umsaetze-eines-zauberkuenstlers-unterfallen-dem-ermaessigten-umsatzsteuersatz\/","title":{"rendered":"Ums\u00e4tze eines Zauberk\u00fcnstlers unterfallen dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ums\u00e4tze in Form von Darbietungen auf dem Gebiet der Zauberei und der Ballonmodellage unterliegen nicht dem Regelsteuersatz von (im Streitjahr) 19 %, sondern dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz von (im Streitjahr) 7 %. Dies hat der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit\u00a0Urteil vom 26.11.2020\u00a0entschieden (Az. 5 K 2414\/19 U).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Kl\u00e4ger war in den Streitjahren 2017 und 2018 als selbst\u00e4ndiger Zauberk\u00fcnstler t\u00e4tig. Seine Dienstleistungen stellte er f\u00fcr betriebliche und private Feierlichkeiten zur Verf\u00fcgung. Der Kl\u00e4ger bot neben der klassischen B\u00fchnenzauberei die&nbsp;sog.&nbsp;\u201eClose-up\u201c-Zauberei, die klassische \u201eManipulation\u201c sowie das Fertigen von Ballonskulpturen. Au\u00dferdem trat der Kl\u00e4ger j\u00e4hrlich als Nikolaus auf und ver\u00f6ffentlichte mehrere B\u00fccher. In seinen Umsatzsteuererkl\u00e4rungen der Jahre 2017 und 2018 erkl\u00e4rte der Kl\u00e4ger im Hinblick auf die T\u00e4tigkeiten als Zauberer und seine Auftritte als Nikolaus erm\u00e4\u00dfigt besteuerte und hinsichtlich seiner \u00fcbrigen T\u00e4tigkeiten regelbesteuerte Ums\u00e4tze. Das Finanzamt war demgegen\u00fcber der Auffassung, dass die Ums\u00e4tze des Kl\u00e4gers aus seinen T\u00e4tigkeiten als Zauberk\u00fcnstler und Nikolaus dem Regelsteuersatz unterliegen w\u00fcrden, da es sich nicht um theater\u00e4hnliche Leistungen handele, und erlie\u00df entsprechende Umsatzsteuerbescheide.<\/p>\n\n\n\n<p>Der hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage gab der 5. Senat im Hinblick auf die Ums\u00e4tze des Kl\u00e4gers als Zauberk\u00fcnstler statt. Die Leistungen des Kl\u00e4gers in Gestalt von Darbietungen auf dem Gebiet der Zauberei und der Ballonmodellage unterfielen nach \u00a7 12&nbsp;Abs.&nbsp;2&nbsp;Nr.&nbsp;7 Buchst. a UStG dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz. Nach dieser Vorschrift erm\u00e4\u00dfige sich der Steuersatz f\u00fcr die Eintrittsberechtigung f\u00fcr Theater, Konzerte und Museen sowie die den Theatervorf\u00fchrungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen aus\u00fcbender K\u00fcnstler. Bei der Auslegung der Begriffe \u201eTheater\u201c und \u201eden Theatervorf\u00fchrungen und Konzerten vergleichbare Darbietungen\u201c seien speziell diejenigen Leistungen einheitlich zu behandeln, die aufgrund ihrer Gleichartigkeit in einem Wettbewerb st\u00fcnden. Bei dem Kl\u00e4ger handele es sich um einen aus\u00fcbenden K\u00fcnstler, der mit seiner T\u00e4tigkeit als Zauberer und auf dem Gebiet der Ballonmodellage eine einer Theatervorf\u00fchrung vergleichbare Darbietung erbringe, denn er habe eigensch\u00f6pferische Leistungen in einem theater\u00e4hnlichen Rahmen erbracht. F\u00fcr die Vorf\u00fchrungen des Kl\u00e4gers als Nikolaus bleibe es, so der 5. Senat, demgegen\u00fcber bei der Anwendung des umsatzsteuerlichen Regelsteuersatzes.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: FG M\u00fcnster, Pressemitteilung vom 04.01.2021 zum Urteil 5 K 2414\/19 vom 26.11.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ums\u00e4tze in Form von Darbietungen auf dem Gebiet der Zauberei und der Ballonmodellage unterliegen nicht dem Regelsteuersatz von (im Streitjahr) 19 %, sondern dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz von (im Streitjahr) 7 %. Dies hat der 5. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster mit\u00a0Urteil vom 26.11.2020\u00a0entschieden (Az. 5 K 2414\/19 U). 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