{"id":62255,"date":"2021-01-15T12:54:40","date_gmt":"2021-01-15T10:54:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62255"},"modified":"2021-01-15T12:54:40","modified_gmt":"2021-01-15T10:54:40","slug":"unberechtigter-steuerausweis-rechnungen-im-sinne-von-%c2%a7-14c-abs-2-ustg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/unberechtigter-steuerausweis-rechnungen-im-sinne-von-%c2%a7-14c-abs-2-ustg\/","title":{"rendered":"Unberechtigter Steuerausweis \u2013 Rechnungen im Sinne von \u00a7 14c Abs. 2 UStG"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"h-i\"><strong>I.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Urteil vom 21. September 2016, XI R 4\/15, hat der BFH entschieden, dass ein nicht unternehmerisch t\u00e4tiger \u00f6ffentlich-rechtlicher Zweckverband zur Tierk\u00f6rperbeseitigung unberechtigt im Sinne des \u00a7 14c Abs. 2 S\u00e4tze 1 und 2 UStG Umsatzsteuer gesondert ausweist, wenn er in seinen Geb\u00fchrenbescheiden \u00fcber die Tierk\u00f6rperbeseitigung als Teil der Entsorgungsgeb\u00fchr ein Nettoentsorgungsentgelt nebst darauf entfallenden Steuerbetrag angibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er best\u00e4tigt damit seine bisherige Rechtsprechung, dass \u00a7 14c Abs. 2 UStG nicht voraussetzt, dass die erteilte Rechnung (gegebenenfalls auch unzutreffend) alle in \u00a7 14 Abs. 4 Satz 1 UStG aufgez\u00e4hlten Merkmale aufweist. Die Anforderungen an einen unberechtigten Steuerausweis im Sinne des \u00a7 14c Abs. 2 UStG erf\u00fcllt eine Rechnung schon dann, wenn sie den Rechnungsaussteller, den (vermeintlichen) Leistungsempf\u00e4nger, eine Leistungsbeschreibung sowie das Entgelt und die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer ausweist. Denn Gegenstand der Regelung des \u00a7 14c Abs. 2 UStG ist die Gef\u00e4hrdung des Steueraufkommens durch Abrechnungsdokumente, die die elementaren Merkmale einer Rechnung aufweisen oder den Schein einer solchen erwecken und den Empf\u00e4nger zum Vorsteuerabzug verleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"h-ii\"><strong>II.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Er\u00f6rterungen mit den obersten Finanzbeh\u00f6rden der L\u00e4nder wird der Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) vom 1. Oktober 2010, BStBl I S. 864, der zuletzt durch das BMF-Schreiben vom Schreiben vom 23. Dezember \u2013 2020 III C 3 \u2013 S-7279 \/ 19 \/ 10006 :002 (2020\/1283532) -, BStBl I Seite xxx ge\u00e4ndert worden ist, wie folgt ge\u00e4ndert:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Abschnitt 14c.1 Abs. 1 wird wie folgt ge\u00e4ndert:<br \/><br \/>a) Satz 2 wird wie folgt gefasst:<br \/>\u201e<sup>2<\/sup>Die Rechtsfolgen treten unabh\u00e4ngig davon ein, ob die Rechnung alle in \u00a7 14 Abs. 4 und \u00a7 14a UStG aufgef\u00fchrten Angaben enth\u00e4lt, die abstrakte Gefahr einer Vorsteuerinanspruchnahme ist ausreichend (vgl. BFH-Urteil vom 17. 2. 2011, V R 39\/09, BStBl II S. 734).\u201c<br \/><br \/>b) Satz 3 wird wie folgt gefasst:<br \/>\u201e<sup>3<\/sup>Dies ist jedenfalls der Fall, wenn die Rechnung den Rechnungsaussteller, den Leistungsempf\u00e4nger, eine Leistungsbeschreibung sowie das Entgelt und die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer enth\u00e4lt.\u201c<\/li><li>Abschnitt 14c.2 Abs. 1 wird wie folgt ge\u00e4ndert:<br \/><br \/>a) Satz 4 wird wie folgt gefasst:<br \/>\u201e<sup>4<\/sup>Die Anforderungen an einen unberechtigten Steuerausweis erf\u00fcllt eine Rechnung vielmehr schon dann, wenn sie den Rechnungsaussteller, den (vermeintlichen) Leistungsempf\u00e4nger, eine Leistungsbeschreibung sowie das Entgelt und die gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer enth\u00e4lt.\u201c<br \/><br \/>b) Nach Satz 4 werden folgende S\u00e4tze 5 bis 8 eingef\u00fcgt:<br \/>\u201e<sup>5<\/sup>Die Umsatzsteuer ist bereits dann gesondert ausgewiesen, wenn die Steuer als Geldbetrag genannt und als Steuerbetrag gekennzeichnet ist. <sup>6<\/sup>Der eindeutige, klare und unbedingte Ausweis der Umsatzsteuer gen\u00fcgt. <sup>7<\/sup>An den Steuerausweis im Sinne von \u00a7 14c Abs. 2 UStG sind im \u00dcbrigen keine bestimmten optischen Anforderungen zu stellen. <sup>8<\/sup>Die Steuer kann auch im Rahmen eines erl\u00e4uternden Hinweises gesondert ausgewiesen werden (BFH-Urteil vom 21. 9. 2016, XI R 4\/15, BStBl 2021 II, S. xxx).\u201c<br \/><br \/>c) Die bisherigen S\u00e4tze 5 und 6 werden die neuen S\u00e4tze 9 und 10.<\/li><li>Abschnitt 14c.2 Abs. 7 wird wie folgt ge\u00e4ndert:<br \/><br \/>a) Der bisherige Inhalt wird Satz 1.<br \/><br \/>b) Nach Satz 1 wird folgender Satz 2 angef\u00fcgt:<br \/>\u201e<sup>2<\/sup>Es reicht aus, dass das Dokument als Abrechnung abstrakt die Gefahr begr\u00fcndet, vom Empf\u00e4nger oder einem Dritten zur Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs gebraucht zu werden (vgl. BFH-Urteil vom 17. 2. 2011, V R 39\/09, a.a.O.).\u201c<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regelungen dieses Schreibens sind in allen offenen F\u00e4llen anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BMF, Schreiben (koordinierter L\u00e4ndererlass) III C 2 &#8211; S-7283 \/ 19 \/ 10001 :001 vom 11.01.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Mit Urteil vom 21. 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