{"id":62257,"date":"2021-01-15T12:55:24","date_gmt":"2021-01-15T10:55:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62257"},"modified":"2021-01-15T12:55:24","modified_gmt":"2021-01-15T10:55:24","slug":"eigentumsuebergang-im-wege-der-zwangsversteigerung-ist-ein-veraeusserungsgeschaeft-i-s-d-%c2%a7-23-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/eigentumsuebergang-im-wege-der-zwangsversteigerung-ist-ein-veraeusserungsgeschaeft-i-s-d-%c2%a7-23-estg\/","title":{"rendered":"Eigentums\u00fcbergang im Wege der Zwangsversteigerung ist ein Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft i. S. d. \u00a7 23 EStG"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eine Zwangsversteigerung eines Grundst\u00fccks kann ein privates Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft i. S. d. \u00a7 23 EStG sein. Dies hat der 2. Senat des FG D\u00fcsseldorf in einem Verfahren des vorl\u00e4ufigen Rechtsschutzes entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2019 wurden zwei Grundst\u00fccke des Antragstellers zwangsversteigert. Beide Grundst\u00fccke hatte er im Jahr 2009 im Wege der Zwangsversteigerung erworben. Das Finanzamt sah darin zwei private Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte und versteuerte sonstige Eink\u00fcnfte des Antragstellers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Aussetzungsverfahren f\u00fchrte der Antragsteller dagegen zwei Argumente an: Zum einen sei ein Eigentumsverlust aufgrund einer Zwangsversteigerung keine Ver\u00e4u\u00dferung i. S. d. \u00a7 23 EStG. Eine Zwangsversteigerung beruhe \u2013 wie eine Enteignung \u2013 nicht auf einem willentlichen Entschluss des Eigent\u00fcmers. Zum anderen sei f\u00fcr die Berechnung der Zehnjahresfrist nicht auf den Zeitpunkt der Abgabe des Meistgebots, sondern auf das sp\u00e4tere Datum des Zuschlagsbeschlusses abzustellen. Bei beiden Grundst\u00fccken sei der Zuschlagsbeschluss nach Ablauf der Zehnjahresfrist erteilt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Senat hatte keine Zweifel am Vorliegen privater Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte und lehnte eine Aussetzung der Vollziehung ab. Auch bei einer Zwangsversteigerung beruhe der Eigentumsverlust auf einem Willensentschluss des Eigent\u00fcmers, weil er den Eigentumsverlust \u2013 anders als bei einer Enteignung \u2013 durch eine Befriedigung der Gl\u00e4ubiger verhindern k\u00f6nne. Ob dem Antragsteller dies wirtschaftlich m\u00f6glich gewesen sei, sei insofern nicht entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Richter bejahten au\u00dferdem eine Ver\u00e4u\u00dferung innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb. Entscheidend sei dabei der Tag der Abgabe des jeweiligen Meistgebots, nicht die Erteilung des Zuschlagsbeschlusses. F\u00fcr die Berechnung der Frist des \u00a7 23 EStG sei grunds\u00e4tzlich das obligatorische Rechtsgesch\u00e4ft ma\u00dfgeblich. Bei einer Zwangsversteigerung sei der obligatorische Teil mit der Abgabe des Meistgebots abgeschlossen. Der Zuschlag, mit dem der Erwerber das Eigentum kraft Hoheitsakt erwerbe, sei der \u201cdingliche\u201d Akt der Eigentums\u00fcbertragung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: FG D\u00fcsseldorf, Mitteilung vom 13.01.2021 zum Beschluss 2 V 2664\/20 vom 26.11.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Zwangsversteigerung eines Grundst\u00fccks kann ein privates Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft i. S. d. \u00a7 23 EStG sein. Dies hat der 2. Senat des FG D\u00fcsseldorf in einem Verfahren des vorl\u00e4ufigen Rechtsschutzes entschieden. 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