{"id":6226,"date":"2012-08-31T06:15:12","date_gmt":"2012-08-31T04:15:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.steuer.org\/?p=6226"},"modified":"2012-09-26T06:19:59","modified_gmt":"2012-09-26T04:19:59","slug":"gaspreiserhohung-muss-angekundigt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gaspreiserhohung-muss-angekundigt-werden\/","title":{"rendered":"Gaspreiserh\u00f6hung muss angek\u00fcndigt werden"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gaspreiserh\u00f6hung muss angek\u00fcndigt werden<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kernaussage<\/strong><\/p>\n<p>Nach der so genannten europ\u00e4ischen Erdgasbinnenmarktrichtlinie muss ein Gasversorger dem Kunden jede Preiserh\u00f6hung vorab mitteilen und auch \u00fcber das K\u00fcndigungsrecht informieren. Das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf entschied k\u00fcrzlich, dass diese Richtlinienvorgaben in der f\u00fcr Gas-Haushaltskunden geltenden Verordnung nicht vollst\u00e4ndig umgesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n<p>Die beklagte Gaskundin bezieht von dem klagenden Gasversorger Gas. Die Kundin unterliegt der Grundversorgung mit Erdgas, die Vertragsbeziehung ist durch faktischen Bezug zustande gekommen. F\u00fcr den Zeitraum von September 2005 bis September 2010 stellte der klagende Gasversorger der Kundin Preiserh\u00f6hungen in Rechnung. Die Kundin zahlte nicht, da die Preiserh\u00f6hungen nicht gerechtfertigt seien. Insgesamt bel\u00e4uft sich die Klageforderung auf \u00fcber 5.000 EUR. Zun\u00e4chst obsiegte das Gasunternehmen, verlor jedoch vor dem Oberlandesgericht.<\/p>\n<p><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Nach Ansicht der Richter muss die beklagte Kundin nicht zahlen. Zwar steht dem Gasversorger ein einseitiges Preisanpassungsrecht zu; allerdings m\u00fcssen bei Preisanpassungen die Vorgaben der Erdgasbinnenmarktrichtlinie zum Verbraucherschutz und zur Transparenz beachtet werden. So muss den Kunden bei einer \u00c4nderung der Vertragsbedingungen ein R\u00fccktrittsrecht gew\u00e4hrt werden, die Kunden m\u00fcssen \u00fcber beabsichtigte \u00c4nderungen der Vertragsbedingungen unterrichtet werden, es muss eine Information \u00fcber das R\u00fccktrittsrecht erfolgen und Geb\u00fchrenerh\u00f6hungen m\u00fcssen mit angemessener Frist mitgeteilt werden. In der entsprechenden deutschen Verordnung fehlt indes die Belehrung \u00fcber das K\u00fcndigungsrecht des Kunden, in der bis November 2006 geltenden (Alt-)Verordnung mangelte es an der Verpflichtung der Gasversorger zur Information des Kunden \u00fcber eine Preis\u00e4nderung. Jedoch sind die Richtlinienbestimmungen hier im Wege der richtlinienkonformen Auslegung in die nationalen Vorschriften hineinzulesen. Entsprechend der fehlerhaften Verordnungen wurde die Kundin nicht ausreichend belehrt. Die Verst\u00f6\u00dfe gegen die Erdgasbinnenmarktrichtlinie f\u00fchren hier dazu, dass die Preiserh\u00f6hungen nicht durchsetzbar sind.<\/p>\n<p><strong>Konsequenz<\/strong><\/p>\n<p>Durch die Entscheidung wird der Verbraucherschutz gegen\u00fcber Gasversorgern gest\u00e4rkt. Den Transparenzanforderungen der Erdgasbinnenmarktrichtlinie muss vollumf\u00e4nglich Rechnung getragen werden. Bei einem Versto\u00df bestehen nicht nur Schadensersatzanspr\u00fcche, sondern es kann schon keine Zahlung verlangt werden. Das letzte Wort hat jetzt der Bundesgerichtshof.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gaspreiserh\u00f6hung muss angek\u00fcndigt werden Kernaussage Nach der so genannten europ\u00e4ischen Erdgasbinnenmarktrichtlinie muss ein Gasversorger dem Kunden jede Preiserh\u00f6hung vorab mitteilen und auch \u00fcber das K\u00fcndigungsrecht informieren. Das Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf entschied k\u00fcrzlich, dass diese Richtlinienvorgaben in der f\u00fcr Gas-Haushaltskunden geltenden Verordnung nicht vollst\u00e4ndig umgesetzt werden. Sachverhalt Die beklagte Gaskundin bezieht von dem klagenden Gasversorger Gas. 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