{"id":62288,"date":"2021-01-22T17:21:08","date_gmt":"2021-01-22T15:21:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62288"},"modified":"2021-01-22T17:21:08","modified_gmt":"2021-01-22T15:21:08","slug":"gewinnverlagerung-in-niedrigsteuerlaender-fuehrt-beim-staat-zu-ausfaellen-von-57-mrd-euro-im-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gewinnverlagerung-in-niedrigsteuerlaender-fuehrt-beim-staat-zu-ausfaellen-von-57-mrd-euro-im-jahr\/","title":{"rendered":"Gewinnverlagerung in Niedrigsteuerl\u00e4nder f\u00fchrt beim Staat zu Ausf\u00e4llen von 5,7 Mrd. Euro im Jahr"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Verlagerung von Gewinnen in L\u00e4nder mit besonders niedrigen Unternehmenssteuern entgehen dem deutschen Staat im Jahr Einnahmen von 5,7 Milliarden Euro. Das sch\u00e4tzt das ifo Institut in einer Studie, die es nun im ifo Schnelldienst ver\u00f6ffentlicht. \u201eWir haben erstmalig Informationen aus den L\u00e4nder-Berichten auswerten k\u00f6nnen, die gro\u00dfe multinationale Unternehmen seit 2016 bei den Steuerbeh\u00f6rden einreichen m\u00fcssen\u201c, sagt ifo-Pr\u00e4sident Clemens Fuest, einer der Ko-Autoren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie umfasst gro\u00dfe und kleinere deutsche multinationale Unternehmen (MNU) sowie die deutschen Tochtergesellschaften ausl\u00e4ndischer multinationaler Unternehmen. Die neuen L\u00e4nderberichte der gro\u00dfen Multis zeigen, dass nur 9 Prozent ihrer gesamten globalen Gewinne auf T\u00f6chter entfallen, die in Niedrigsteuerl\u00e4ndern ans\u00e4ssig sind. Der L\u00f6wenanteil dieser Gewinne bleibt in Europa, nichteurop\u00e4ische Steueroasen spielen nur eine geringe Rolle. \u201eUnseren Sch\u00e4tzungen zufolge lassen sich 62 Prozent der Gewinne in Niedrigsteuerl\u00e4ndern auf realwirtschaftliches Gesch\u00e4ft zur\u00fcckf\u00fchren, zum Beispiel in L\u00e4ndern wie der Schweiz oder Irland. Aber 38 Prozent sind das Resultat von Gewinnverlagerung zur Vermeidung von Steuern. Dem deutschen Fiskus entgehen dadurch j\u00e4hrlich Steuereinnahmen in H\u00f6he von etwa 1,6 Mrd. Euro\u201c, sagt Fuest weiter. Die Gewinne der kleinen Multis und der deutschen T\u00f6chter ausl\u00e4ndischer Multis wurden analog dazu gesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Tochtergesellschaften gro\u00dfer deutscher MNU in Hochsteuerl\u00e4ndern einen Gewinn von etwa 41.000 Euro pro Besch\u00e4ftigtem erzielten, seien es in den europ\u00e4ischen Niedrigsteuerl\u00e4ndern rund 130.000 Euro und in den au\u00dfereurop\u00e4ischen Steueroasen 73.000 Euro. Diese Zahlen zeigten, dass es ein deutliches Ungleichgewicht in der Verteilung der Gewinne auf der einen Seite und der Verteilung der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital auf der anderen Seite gebe. Der Blick auf die durchschnittliche Gewinnsteuerbelastung lasse vermuten, dass dieses Ungleichgewicht eine Folge von Steuergestaltungen ist. So betr\u00fcgen die durchschnittlichen Gewinnsteuern in den Niedrigsteuerl\u00e4ndern mit 10 bis 11 Prozent gerade einmal halb so viel wie in L\u00e4ndern, die nicht zu dieser Gruppe z\u00e4hlten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Projekt nutzte erstmalig Informationen aus den L\u00e4nderberichten der 333 gr\u00f6\u00dften deutschen multinationalen Kapitalgesellschaften. Dort ver\u00f6ffentlichen deutsche Multis, die weltweit einen Umsatz von mindestens 750 Millionen Euro erzielen, in welchen L\u00e4ndern sie operieren, wie hoch die Gewinne sind, die die dortigen T\u00f6chter erzielen, wie viele Steuern diese zahlen, wie viele Mitarbeiter*innen sie besch\u00e4ftigen und wie hoch der Wert ihres Sachanlageverm\u00f6gens ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: ifo Institut, Pressemitteilung vom 20.01.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die Verlagerung von Gewinnen in L\u00e4nder mit besonders niedrigen Unternehmenssteuern entgehen dem deutschen Staat im Jahr Einnahmen von 5,7 Milliarden Euro. 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