{"id":62383,"date":"2021-02-05T12:39:42","date_gmt":"2021-02-05T10:39:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62383"},"modified":"2021-02-05T12:39:42","modified_gmt":"2021-02-05T10:39:42","slug":"sozialplan-kinder-zuschlag-auf-die-abfindung-darf-nicht-ausschliesslich-an-steuerlichen-kinderfreibetrag-geknuepft-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sozialplan-kinder-zuschlag-auf-die-abfindung-darf-nicht-ausschliesslich-an-steuerlichen-kinderfreibetrag-geknuepft-werden\/","title":{"rendered":"Sozialplan: Kinder-Zuschlag auf die Abfindung darf nicht ausschlie\u00dflich an steuerlichen Kinderfreibetrag gekn\u00fcpft werden"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Hessische Landesarbeitsgericht (LAG) hatte \u00fcber einen Sozialplan zu entscheiden, in dem f\u00fcr Eltern, die den Arbeitsplatz verlieren, ein pauschaler Zuschlag auf die Abfindung wegen ihrer unterhaltsberechtigten Kinder vorgesehen war.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Regelung in dem Sozialplan aus dem Jahr 2018 sollten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer pro Kind eine um 5.000 Euro h\u00f6here Abfindung erhalten, wenn dieses \u201eauf der Lohnsteuerkarte eingetragen\u201c war. Das Berufungsgericht hat festgestellt, die Formulierung sei so zu verstehen, dass bei den Eltern ein Kinderfreibetrag als Lohnsteuerabzugsmerkmal (ELStAM) gespeichert sein m\u00fcsse. Schon seit 2014 werden keine Lohnsteuerkarten mehr verwendet; bis dahin seien Kinderfreibetr\u00e4ge dort eingetragen worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht hat durch Urteil vom 28. Oktober 2020 entschieden, dass die Sozialplan-Regelung unwirksam ist, weil sie Frauen mittelbar benachteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei allen Personen, welche die Lohnsteuerklasse V gew\u00e4hlt haben, kann ein Kinderfreibetrag nach dem Einkommensteuergesetz (\u00a7\u00a7 38b Abs. 2, 39 Abs. 4 Nr. 2 EStG) als Lohnsteuerabzugsmerkmal nicht ber\u00fccksichtigt werden. Nach der Regelung des Sozialplans sollte ausschlie\u00dflich \u00fcber den Freibetrag nachgewiesen werden k\u00f6nnen, dass eine Unterhaltspflicht f\u00fcr ein Kind bestand. Damit waren Eltern mit der Lohnsteuerklasse V von einem Abfindungszuschlag generell ausgeschlossen. Die Lohnsteuerklasse V wird noch immer \u00fcberwiegend von Frauen gew\u00e4hlt, deren Ehepartner einen h\u00f6heren Arbeitsverdienst erzielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeitgeberin wurde verurteilt, der Kl\u00e4gerin, einer Mutter von zwei kleinen Kindern mit Lohnsteuerklasse V, die Kinder-Zuschl\u00e4ge zur Abfindung zu zahlen. Sie habe wegen der mittelbaren Benachteiligung durch den Sozialplan denselben Anspruch wie die \u00fcbrigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit unterhaltsberechtigten Kindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung ist rechtskr\u00e4ftig. Eine Revision zum Bundesarbeitsgericht (BAG) ist nicht eingelegt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: LAG Hessen, Pressemitteilung vom 01.02.2021 zum Urteil 18 Sa 22\/20 vom 28.10.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Hessische Landesarbeitsgericht (LAG) hatte \u00fcber einen Sozialplan zu entscheiden, in dem f\u00fcr Eltern, die den Arbeitsplatz verlieren, ein pauschaler Zuschlag auf die Abfindung wegen ihrer unterhaltsberechtigten Kinder vorgesehen war. 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