{"id":62522,"date":"2021-02-26T17:11:11","date_gmt":"2021-02-26T15:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62522"},"modified":"2021-02-26T17:11:11","modified_gmt":"2021-02-26T15:11:11","slug":"sgb-ii-conterganrente-nicht-anrechenbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sgb-ii-conterganrente-nicht-anrechenbar\/","title":{"rendered":"SGB II: Conterganrente nicht anrechenbar"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dem Bezug von SGB II-Leistungen durch Empf\u00e4nger einer Rente nach dem ContStifG steht weder ihre laufende Rentenleistung noch eine aus Mitteln dieser Rente angeschaffte, selbst bewohnte Eigentumswohnung entgegen. Dies hat das Landessozialgericht des Landes Nordrhein-Westfalen (LSG) in seinem Urteil vom 03.12.2020 entschieden (Az. L 6 AS 1651\/17).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin bezieht eine Rente nach dem Gesetz \u00fcber die Conterganstiftung f\u00fcr behinderte Menschen (ContStifG) und bewohnt eine aus den Rentenmitteln erworbene Eigentumswohnung (Wfl. 119 m\u00b2).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das beklagte Jobcenter Bonn gew\u00e4hrte ihr f\u00fcr die Zeit von Dezember 2012 bis November 2013 darlehensweise SGB II-Leistungen. Vor dem SG K\u00f6ln machte sie erfolgreich h\u00f6here Leistungen in Zuschussform geltend. Die Berufung des Beklagten hat das LSG nun zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4gerin stehe (u. a.) ein Mehrbedarf nach \u00a7 21 Abs. 7 SGB II f\u00fcr ihre \u00fcber den im Regelbedarf enthaltenen Anteil hinausgehenden Stromkosten zu. Sie m\u00fcsse diesen nicht aus eigenen Mitteln decken. Zwar verf\u00fcge sie \u00fcber (erhebliche) monatliche Zahlungen aus der Conterganrente. Diese Leistungen blieben jedoch gem\u00e4\u00df \u00a7 18 Abs. 1 ContStifG bei der Berechnung der SGB II-Leistungen au\u00dfer Betracht. Ihnen komme im Wesentlichen eine Entsch\u00e4digungsfunktion f\u00fcr die Betroffenen zu, wodurch vorrangig entgangene Lebensm\u00f6glichkeiten ausgeglichen werden sollten. Infolgedessen sei die Conterganrente (einschlie\u00dflich der j\u00e4hrlichen Sonderzahlung) zur Bestreitung des Lebensunterhaltes weder bestimmt noch geeignet und m\u00fcsse daher auch zur Deckung jedenfalls existenzsichernder Mehrbedarfe nicht eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin m\u00fcsse auch ihre Eigentumswohnung \u2013 ungeachtet von deren Gr\u00f6\u00dfe \u2013 nicht einsetzen. Denn die Verwertung der Immobilie stelle eine besondere H\u00e4rte im Sinne von \u00a7 12 Abs. 3 SGB II f\u00fcr sie dar, da diese von ihr ein Sonderopfer abverlangen w\u00fcrde, das weit \u00fcber dasjenige hinausgehe, welches die Verwertung einer Immobilie, die den Lebensmittelpunkt des Betroffenen bilde, ohnehin bedeute. Die Kl\u00e4gerin habe auch nachgewiesen, dass die Wohnung zumindest in weiten Teilen aus Mitteln der Conterganrente erworben worden sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LSG hat die Revision zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 22.02.2021 zum Urteil L 6 AS 1651\/17 vom 03.12.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem Bezug von SGB II-Leistungen durch Empf\u00e4nger einer Rente nach dem ContStifG steht weder ihre laufende Rentenleistung noch eine aus Mitteln dieser Rente angeschaffte, selbst bewohnte Eigentumswohnung entgegen. 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