{"id":62526,"date":"2021-02-26T17:13:11","date_gmt":"2021-02-26T15:13:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62526"},"modified":"2021-02-26T17:13:11","modified_gmt":"2021-02-26T15:13:11","slug":"bestimmungen-zu-rentenanwartschaften-des-altersversorgungswerks-der-zahnaerztekammer-niedersachsen-teilweise-unwirksam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bestimmungen-zu-rentenanwartschaften-des-altersversorgungswerks-der-zahnaerztekammer-niedersachsen-teilweise-unwirksam\/","title":{"rendered":"Bestimmungen zu Rentenanwartschaften des Altersversorgungswerks der Zahn\u00e4rztekammer Niedersachsen teilweise unwirksam"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der 8. Senat des Nieders\u00e4chsischen Oberverwaltungsgerichts hat in vier Normenkontrollverfahren mit Urteilen vom 25. Januar 2021 entschieden, dass die Bestimmung \u00fcber die H\u00f6he der Rentenanwartschaft aus bis zum 31. Dezember 2006 gezahlten Beitr\u00e4gen in \u00a7 15a der Satzung f\u00fcr die Alters-, Berufsunf\u00e4higkeits- und Hinterbliebenensicherung (ABH) des Altersversorgungswerks der Zahn\u00e4rztekammer Niedersachsen unwirksam ist (Az. 8 KN 47\/19, 8 KN 48\/19, 8 KN 49\/18, 8 KN 57\/19).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahn\u00e4rztekammer regelt im Rahmen der berufsst\u00e4ndischen Versorgung die Altersversorgung der Zahn\u00e4rzte durch Satzung. Die zwischen den Beteiligten in Streit stehenden Bestimmungen betreffen die H\u00f6he der Rente aus der berufsst\u00e4ndischen Versorgung bez\u00fcglich der Rentenanwartschaften aus bis zum Jahr 2006 gezahlten Beitr\u00e4gen (\u00a715a ABH 2018), aus zwischen 2007 und 2018 gezahlten Beitr\u00e4gen (\u00a7 15b ABH 2018) und ab 2019 gezahlten Beitr\u00e4gen (\u00a7 15c ABH 2018). Eine Neuregelung war notwendig, weil das Nieders\u00e4chsische Oberverwaltungsgericht vorherige Festlegungen zur Rentenh\u00f6he in fr\u00fcheren Entscheidungen f\u00fcr unwirksam erachtet hatte (vgl. u. a. Nds. Oberverwaltungsgericht, Urteil vom 24. Juni 2016 \u2013 8 KN 127\/15 \u2013; Urteil vom 12. Juni 2014 \u2013 8 LC 130\/12 \u2013; Beschluss vom 21. Oktober 2009 \u2013 9 LC 13\/09 \u2013).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bezug auf \u00a7 15a ABH streiten die Beteiligten unter anderem darum, ob eine unzul\u00e4ssige Absenkung von Rentenanwartschaftspositionen vorliegt, die als grundrechtliches Eigentum gesch\u00fctzt sind. Dar\u00fcber hinaus steht in Streit, ob Ledige in ungerechtfertigter Weise st\u00e4rker belastet werden als Verheiratete und ob es zul\u00e4ssig ist, dass die Renten von Mitgliedern, deren Anwartschaft aus bis 2006 gezahlten Beitr\u00e4gen durch Bescheid festlegt worden ist, nicht nach der neu gefassten Satzungsbestimmung berechnet werden. Zwei der Normenkontrollantr\u00e4ge richten sich zudem gegen \u00a7 15c ABH. Auch eine geringf\u00fcgige sprachliche \u00c4nderung durch eine Satzung vom November 2019 ist Gegenstand des Verfahrens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 8. Senat hat entschieden, dass \u00a7 15a ABH 2018 gegen Art. 3 Abs. 1 GG versto\u00dfe, da er eine nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung von Mitgliedern bewirke, die gleiche Beitr\u00e4ge gezahlt h\u00e4tten. Die Zahn\u00e4rztekammer habe ausdr\u00fccklich Mitglieder vom Anwendungsbereich der Vorschrift ausgenommen, bei denen sie mit Bescheid die aus bis zum Jahr 2006 gezahlten Beitr\u00e4ge abgeleitete Anwartschaft gesondert festgestellt hat. Hieraus resultierten unterschiedliche Rentenanwartschaften, ohne dass hierf\u00fcr ein rechtfertigender Sachgrund gegeben sei. Die Satzung k\u00f6nne so gestaltet werden, dass sie auch f\u00fcr Mitglieder, die einen Bescheid h\u00e4tten, gelte. Der Bescheid m\u00fcsse dann angesichts der besonderen Umst\u00e4nde des Falles widerrufen werden. Zu diesen Umst\u00e4nden geh\u00f6re u.a., dass der Versuch, die Anwartschaft durch Bescheid unab\u00e4nderbar festzulegen, missbr\u00e4uchlich gewesen sei und dass es vom Zufall abgehangen habe, wer einen Bescheid erhalten habe. Nur die Bescheide derjenigen, die bereits Rente bez\u00f6gen, seien gegen Aufhebung gesch\u00fctzt. K\u00f6nne aber auf diesem Weg die Gleichbehandlung aller Rentenanw\u00e4rter herbeigef\u00fchrt werden, dann gebe es keinen legitimen Grund, sie ungleich zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 15c ABH 2018, der den Zeitraum ab 2019 betrifft, wurde hingegen vom 8. Senat als wirksam angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit die Urteile \u00a7 15a ABH 2018 betreffen, hat der Senat die Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: OVG Niedersachsen, Pressemitteilung vom 23.02.2021 zum Urteil 8 KN 47\/19 u. a. vom 25.01.2021<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 8. Senat des Nieders\u00e4chsischen Oberverwaltungsgerichts hat in vier Normenkontrollverfahren mit Urteilen vom 25. Januar 2021 entschieden, dass die Bestimmung \u00fcber die H\u00f6he der Rentenanwartschaft aus bis zum 31. 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