{"id":62536,"date":"2021-02-26T17:27:04","date_gmt":"2021-02-26T15:27:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62536"},"modified":"2021-02-26T17:27:04","modified_gmt":"2021-02-26T15:27:04","slug":"italienischer-rentner-ist-krankenversicherungsfrei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/italienischer-rentner-ist-krankenversicherungsfrei\/","title":{"rendered":"Italienischer Rentner ist krankenversicherungsfrei"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Besitzt ein Rentenantragsteller bei Antragstellung einen Leistungsanspruch gegen\u00fcber einem ausl\u00e4ndischen System der Gesundheitsf\u00fcrsorge, ist er nicht Mitglied der Krankenversicherung der Rentner. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in seinem Urteil vom 03.09.2020 entschieden (Az. L 16 KR 573\/15).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger ist italienischer Staatsangeh\u00f6riger und wohnt nach einigen Arbeitsjahren in Deutschland wieder in Italien. Dort existiert in Form des Servizio Sanitario Nazionale (SSN) ein staatliches, steuerfinanziertes Gesundheitssystem, das allen B\u00fcrgern unabh\u00e4ngig vom Einkommen und sozialen Stand eine einheitliche, kostenlose medizinische Grundversorgung bietet. Auch Rentenantragsteller und Rentner erhalten mittels des SSN Gesundheitsleistungen. Der Kl\u00e4ger besitzt mindestens seit 2008 Anspruch auf diese Sachleistungen gegen\u00fcber dem SSN.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juli 2011 beantragte er die Gew\u00e4hrung einer deutschen Altersrente, die ihm der zum Verfahren beigeladene deutschen Rentenversicherungstr\u00e4ger ab November 2011 in H\u00f6he von monatlich 154,80 Euro bewilligte. Die beklagte Krankenkasse stellte aufgrund des Rentenantrages die Pflichtversicherung des Kl\u00e4gers in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) fest und forderte Krankenversicherungsbeitr\u00e4ge von der Rente. Hiergegen wehrte sich der Kl\u00e4ger erfolgreich vor dem SG D\u00fcsseldorf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun hat das LSG die Berufung der Beklagten zur\u00fcckgewiesen. Ihr gegen\u00fcber bestehe weder nach deutschem noch nach europ\u00e4ischen Recht eine Versicherungs- und Beitragspflicht des Kl\u00e4gers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insbesondere komme Art. 22 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 883\/2004 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit nicht zur Anwendung. Denn der Kl\u00e4ger habe bei Einreichung des Rentenantrags und w\u00e4hrend dessen Bearbeitung seinen Sachleistungsanspruch gegen\u00fcber dem SSN nicht verloren. F\u00fcr Rentenantragsteller mit Wohnsitz in Mitgliedsstaaten mit einem sogenannten nationalen Gesundheitsdienst, also u. a. Italien, stelle sich das Problem des Anspruchsverlustes regelm\u00e4\u00dfig nicht, denn bei fortbestehendem Sachleistungsanspruch in diesen Mitgliedsstaaten blieben diese auch prim\u00e4r leistungszust\u00e4ndig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LSG hat die Revision zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 24.02.2021 zum Urteil L 16 KR 573\/15 vom 03.09.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besitzt ein Rentenantragsteller bei Antragstellung einen Leistungsanspruch gegen\u00fcber einem ausl\u00e4ndischen System der Gesundheitsf\u00fcrsorge, ist er nicht Mitglied der Krankenversicherung der Rentner. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in seinem Urteil vom 03.09.2020 entschieden (Az. L 16 KR 573\/15). 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