{"id":62564,"date":"2021-02-26T19:07:27","date_gmt":"2021-02-26T17:07:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=62564"},"modified":"2021-02-26T19:07:27","modified_gmt":"2021-02-26T17:07:27","slug":"kein-arbeitnehmerstatus-bei-100-euro-10-std-pro-monat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kein-arbeitnehmerstatus-bei-100-euro-10-std-pro-monat\/","title":{"rendered":"Kein Arbeitnehmerstatus bei 100 Euro\/10 Std. pro Monat"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fehlt aufgrund einer untergeordneten und unwesentlichen T\u00e4tigkeit die (europarechtlich definierte) Arbeitnehmereigenschaft, scheidet ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II aus. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in seinem Urteil vom 19.11.2020 entschieden (Az. L 19 AS 1204\/20).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger ist griechischer Staatsangeh\u00f6riger. Er schloss 2019 mit einem Restaurantinhaber einen unbefristeten Arbeitsvertrag \u00fcber eine Besch\u00e4ftigung als Sp\u00fclkraft mit einer Arbeitszeit von 10 Stunden monatlich und einer Verg\u00fctung i. H. v. 100 Euro. Das beklagte Jobcenter lehnte seinen Antrag auf SGB II-Leistungen ab. Bei dem Arbeitsverh\u00e4ltnis handele sich um eine untergeordnete T\u00e4tigkeit, mit der der Kl\u00e4ger keinen erheblichen Beitrag zum Lebensunterhalt beisteuern k\u00f6nne. Daher fehle ihm der erforderliche Arbeitnehmerstatus. Hiergegen wehrte sich der Kl\u00e4ger vor dem SG Dortmund vergeblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LSG hat seine Berufung nun zur\u00fcckgewiesen. Unter Abw\u00e4gung der Gesamtumst\u00e4nde sei der Kl\u00e4ger aufgrund des Arbeitsvertrages kein Arbeitnehmer i. S. d. \u00a7 2 Abs. 2 Nr. 1 Freiz\u00fcgG\/EU gewesen, weil es sich bei der ausge\u00fcbten geringf\u00fcgigen Besch\u00e4ftigung um eine untergeordnete und unwesentliche T\u00e4tigkeit gehandelt habe. Zwar schlie\u00dfe weder die Tatsache, dass es sich um eine sozialversicherungsfreie geringf\u00fcgige Besch\u00e4ftigung gehandelt habe, noch die fehlende Regelung zum Urlaubsanspruch die Annahme des Arbeitnehmerstatus aus. Zudem sei der allgemeinverbindliche Manteltarifvertrag f\u00fcr das Gastst\u00e4tten- und Hotelgewerbe des Landes Nordrhein-Westfalen auf das Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis des Kl\u00e4gers anwendbar. Jedoch stelle sich die T\u00e4tigkeit im Hinblick auf die ausgesprochene Geringf\u00fcgigkeit der vereinbarten Verg\u00fctung \u2013 100 Euro monatlich \u2013 und der Arbeitszeit \u2013 10 Stunden monatlich \u2013 als untergeordnet und unwesentlich dar, auch wenn ber\u00fccksichtigt werde, dass das Arbeitsverh\u00e4ltnis unbefristet gewesen sei und der vereinbarte Stundenlohn von 10 Euro den im Jahr 2019 geltenden Mindestlohn von 9,19 Euro nach dem MiLoG und das f\u00fcr die Tarifgruppe 1 (u. a. f\u00fcr Sp\u00fclkr\u00e4fte) geltende Tarifentgelt i. H. v. 9,53 Euro \u00fcberstiegen habe. Der Kl\u00e4ger k\u00f6nne sich auch nicht erfolgreich auf Entscheidungen des BSG berufen, da es darin um erheblich h\u00f6here Arbeitszeiten \u2013 7,5 Stunden w\u00f6chentlich bzw. 30 Stunden monatlich \u2013 gegangen sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LSG hat die Revision zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 26.02.2021 zum Urteil L 19 AS 1204\/20 vom 19.11.2020<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fehlt aufgrund einer untergeordneten und unwesentlichen T\u00e4tigkeit die (europarechtlich definierte) Arbeitnehmereigenschaft, scheidet ein Anspruch auf Arbeitslosengeld II aus. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen in seinem Urteil vom 19.11.2020 entschieden (Az. L 19 AS 1204\/20). Der Kl\u00e4ger ist griechischer Staatsangeh\u00f6riger. 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